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Erzbischof Alfons Nossol (Oppeln)

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Dienstag
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Siebente Inoffizielle Konsultation im Dialog mit den Kirchen syrischer Tradition

Primacy in the Syriac Tradition

Konferenz
  • Datum00. 0000
  • Ort
      Changanassery / Kerala (Südindien)
  • Partner
      Syro-Malabarische Erzdiözese von Changanassery
  • SektionWien
  • StatusNicht öffentlich


Im Rahmen ihres Dialogs mit den Kirchen der syrischen Tradition hat die Stiftung PRO ORIENTE auf Einladung von Mar Joseph Powathil, syro-malabarischer Erzbischof von Changanassery, ihre 7. Syriac Consultation im Zion Retreat Center in Kunnunthanam bei Changanassery durchgeführt. Das Thema war: "Primacy in the Syriac tradition. Historical research on the Concept and Primacy in the Churches of the Syriac Tradition up till the 15th century".
In der Eröffnungssitzung drückten S.H. Baselios Mar Thoma Mathews II. (Malankara Orthodox-Syrische Kirche) und Mar Varkey Kardinal Vithayathil ihre Wertschätzung für diese Initiative von PRO ORIENTE aus. Einige andere Oberhäupter von Kirchen der syrischen Tradition taten dasselbe in schriftlicher Form.

In zehn Referaten und ausführlichen Diskussionen wurden sowohl biblisch-liturgische, als auch historisch-kanonische Aspekte des Themas behandelt. Was die biblisch-liturgische Tradition anlangt, waren sich die Teilnehmer grundsätzlich einig über den Platz und die besondere Rolle des heiligen Petrus, verstanden dies jedoch im Verhältnis zu den anderen Aposteln, insbesondere zum heiligen Paulus, der oft mit ihm genannt wird.

Dasselbe galt auch für die kanonische Tradition. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die frühen syrischen Quellen von den verschiedenen Kirchen, vor allem wegen der Jahrhunderte langen Isolation voneinander, verschieden interpretiert werden. Sie alle kennen einen regionalen oder patriarchalen Primat und haben das Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einer weltweiten Communio nicht verloren, das Konzept eines universalen Primats ist aber nicht Teil ihrer Lebenserfahrung. Dazu kommen schmerzliche Erfahrungen, wie z.B. die Einmischung des Westens in das Leben der Kirchen der syrischen Tradition und andere nicht-theologische Faktoren, die einer besseren gegenseitigen Verständigung und einer vollständigeren Einheit hinderlich im Wege stehen.

Bei der Wahl des Themas folgten die Teilnehmer dem Ruf des Papstes Johannes Paul II. in seiner Enzyklika: "Ut unum sint" (1995), die Rolle des Pontifex neu zu definieren. In der Überzeugung, dass die syrische Tradition auf diesem Gebiet einen speziellen und einzigartigen Beitrag leisten kann, empfahlen die Teilnehmer ein eingehendes Studium der Interpretation der syrischen Texte durch die Väter der syrischen Tradition, sowie jener nicht-theologischen Faktoren, die zu den verschiedenen Spaltungen führten. Diese und weniger der Primat an sich sollen im Mittelpunkt der nächsten Konsultation (2006) stehen.

Die 7. Syrer-Konsultation wurde finanziell durch die "Syriac Universal Alliance" (Schweden) und die Catholic Near East Welfare Association (New York) unterstützt.