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Imperativ des christlichen
Gewissens.

Erzbischof Alfons Nossol (Oppeln)

Pro Oriente

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Dienstag
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Kirchliche Union von Brest 2008

Forschungsvorhaben

Vierte Tagung
  • Datum00. 0000
  • Ort
      Kiev, Ukraine
  • Referierende
      15 Wissenschaftler (Theologen und Historiker) aus der Ukraine, Polen, Russland, Weißrussland, Österreich
  • Partner
    • Ukrainian Catholic University Lviv
  • SektionWien
  • StatusNicht öffentlich


Hintergrund:
Die staatsrechtliche Vereinigung Polens und Litauens im Jahre 1569 (Union von Lublin) umfasste auch Fürstentümer im Westen und Süden der Kiewer Rus’ (das heutige Weißrussland und die Westukraine mit Kyiw). Die Mehrheit der Bevölkerung dieses Gebiets war russisch-orthodox. Aus politischen Gründen (Gleichstellung mit Bürgern der Union - wegen der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen 1453 – dadurch Verlust der Ausbildungsstätte und des kulturellen Bezugrahmens), aber auch aus Gründen der angestrebten Einheit aller Christen beschloss der Heilige Synod der Kiewer Rus’ 1596 einhellig die Union mit Rom. Da ein Teil der Bischöfe mit der Vorgangsweise Roms nicht einverstanden war, kam es zur Spaltung. Diese hatte nicht nur kirchenpolitische Folgen, sondern hat darüber hinaus die Gesellschaftspolitik, aber auch die Kultur der betroffenen Gebiete nachhaltig geprägt. In der Folge wurde ein Großteil der mit Rom unierten Kirche (das heutige Weißrussland und Polen) nach den polnischen Teilungen unter der Zarin Katharina II. zwangsweise mit dem Moskauer Patriarchat wieder vereinigt. Unter Stalin ereilte die griechisch-unierten Kirche der Westukraine 1946 dasselbe Schicksal. Nach 1989 ist diese Kirche wiedererstanden, dabei kam es vor allem wegen der Aufteilung des Kirchenbesitzes zu lang dauernden Auseinandersetzungen mit der Orthodoxie. Die Umstände des Zustandekommens der Union sind bis heute einer der großen Stolpersteine im Dialog zwischen der Orthodoxie und der katholischen Kirche.

Projektziel:
Unter der Leitung des international renommierten Univ.Prof. Dr. Ernst Christoph Suttner (Wien) hat PRO ORIENTE im Jahr 2002 ein Forschungsprojekt begonnen, das anhand einer historisch-kritischen Untersuchung der Quellen die umstrittene Entstehungsgeschichte der Union von 1596 untersucht. An dem Forschungsprojekt nehmen Wissenschaftler aus den orthodoxen Kirchen Polens, Russlands und der Ukraine, der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine und der römisch-katholischen Kirche Polens teil. Ziel des Projekts ist eine gemeinsame Darstellung der Entstehungsgeschichte der Union, um im Sinne einer „Reinigung des Gedächtnisses“ die Jahrhunderte alten Streitigkeiten und gegenseitigen Vorurteile zu beenden. Die entstehende Publikation soll vor allem geistlichen und weltlichen Bildungsanstalten zur Verfügung stehen und damit zu einer Bewusstseinsänderung in den Kirchen der Orthodoxie und der katholischen Kirche führen.

Bei der 2006 in Lviv (Lemberg) durchgeführten Tagung konnte über Form und Inhalt der geplanten Publikation Einigung erzielt und bereits ein Teil des Textentwurfs approbiert werden.

Eine weitere Tagung im August 2008 soll zur zügigen Fortsetzung des Projekts beitragen. Das Projekt wird von der internationalen Fachwelt und selbstverständlich auch von den beteiligten Kirchen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.