Pro Oriente Logo

Ökumene ist der
Imperativ des christlichen
Gewissens.

Erzbischof Alfons Nossol (Oppeln)

Pro Oriente

Christliche Anthropologie

Tagungen zur Christlichen Anthropologie mit der Russischen Orthodoxen Kirche

Gegenstand dieses Projektes sind Fragen der christlichen Anthropologie und des christlichen Menschenbildes, die für Katholiken und Orthodoxe gleichermaßen von Interesse sind. Im Vergleich mit der jeweils anderen Tradition sollen gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit gefunden werden.

Ausgangssituation

Die 70-jährige Herrschaft eines totalitären Systems, das einen militanten Atheismus propagierte und angetreten war, einen neuen Menschen zu schaffen, hat bei den Menschen Orientierungslosigkeit hinterlassen. Nach der historischen Wende des Jahres 1989 sind die Menschen in Russland auf der Suche nach einem neuen Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Kirche.
Heute stehen die christlichen Kirchen des Ostens und des Westens vor ähnlichen Herausforderungen, dazu gehören z. B. die Säkularisierung, Umweltkrise, Gentechnik usw. PRO ORIENTE hat daher die Anregung von Erzpriester Andrej LORGUS von der Russländischen Orthodoxen Universität zum Hl. Johannes dem Theologen gerne aufgegriffen, zu aktuellen Fragen christlicher Anthropologie gemeinsame wissenschaftliche Konferenzen zu veranstalten.

Arbeitsweise und Ziele

Für eine Annäherung zwischen den getrennten Kirchen bietet sich in besonderer Weise die theologische Anthropologie an, die christliche Lehre vom Menschen. Das Ziel war, mit Russisch-Orthodoxen Theologinnen und Theologen sowie Vertreterinnen und Vertretern anderer Disziplinen Gespräche zu führen und Tagungen zu Themen der theologischen Anthropologie zu veranstalten. Auf diese Weise sollten sowohl die Unterschiede, besonders aber das Gemeinsame, das die Römisch-Katholische Kirche und Orthodoxe Kirchen verbindet, sichtbar gemacht werden. Dabei sollte auch das Verständnis der jeweils anderen Denkweise gefördert und das Wissen um die andere Glaubenstradition erweitert werden.

Ergebnisse und Bewertung

Bei den Tagungen, die zwischen 2002 und 2006 in Wien und Moskau stattfanden, wurde festgestellt, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche noch aus einer ungebrochenen Tradition der frühchristlichen Kirchenväter schöpft, während das westliche Denken stärker durch Reformation, Aufklärung und historisch-kritische Bibelexegese geprägt ist. Dennoch ergaben die Tagungen eine weitgehende Übereinstimmung über das christliche Menschenbild. Beide Seiten hielten die Diskussionen für fruchtbar und sehr bereichernd und wollten sie daher fortsetzen.
Die Fortsetzung erfolgte durch das Projekt eines Handwörterbuches zur Theologischen Anthropologie.

Wissenschaftliche Leitung

Univ.-Prof. Dr. Bertram STUBENRAUCH, Römisch-Katholische Kirche, Österreich
Erzpriester Andrej LORGUS, Russisch-Orthodoxe Kirche, Russland

Publikationen

Handwörterbuch Theologische Anthropologie
Handwörterbuch Theologische Anthropologie
Bertram Stubenrauch und Erzpriester Andrej Lorgus
Wien, 2013,

Die Bedeutung der christlichen Anthropologie angesichts der heutigen gesellschaftlichen Aufgaben und Probleme
Die Bedeutung der christlichen Anthropologie angesichts der heutigen gesellschaftlichen Aufgaben und Probleme
Andrej Lorgus
Moskau , 2003,

Sinn und Grenzen menschlicher Freiheit
Sinn und Grenzen menschlicher Freiheit
Stiftung PRO ORIENTE und Russländische Orthodoxe Universität zum Hl. JOhannes dem Theologen
Bialystok, 2007,

Das Leben des Menschen im Angesicht des Todes
Das Leben des Menschen im Angesicht des Todes
Andrej Lorgus
Moskau, 2006,


Veranstaltungen

Dritte Tagung zur christlichen Anthropologie
Sinn und Grenzen der menschlichen Freiheit
Communique


Vom 12. bis 15. Oktober 05 hat die Stiftung PRO ORIENTE in Kooperation mit der Russländischen Orthodoxen Universität zum hl. Johannes (Moskau) und dem Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik (Paderborn) in Wien die dritte Tagung zur christlichen Anthropologie veranstaltet. Das Thema der Tagung war „Sinn und Grenzen der menschlichen Freiheit“. Unter den durchwegs jungen Referenten aus verschiedenen Universitäten ...

Zweite Tagung zur christlichen Anthropologie
Der Mensch im Angesicht des Todes
Die zweite Tagung fand im Oktober 2003 in Moskau zum Thema „Der Mensch im Angesicht des Todes" statt. Die römisch-katholischen und russisch-orthodoxen Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland, der Slowakei und Russland sprachen über die Bedeutung des Sterbens und des Todes für den Menschen. Die Thematik wurde von den Referenten aus patristischer, philosophischer, theologischer und ethischer Sicht beleuchtet. Wie der Rektor der gastgebenden Universität in Moskau, Archimandrit ...

Erste Tagung zur christlichen Anthropologie
Die Bedeutung der christlichen Anthropologie angesichts der heutigen gesellschaftlichen Aufgabe und Probleme
Im Oktober 2002 fand an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien eine Tagung über „Die Bedeutung der christlichen Anthropologie angesichts der heutigen gesellschaftlichen Aufgabe und Probleme“ statt. Die Tagung beschäftigte sich mit einer Reihe von grundlegenden anthropologischen Fragen. Im Rahmen dieser Tagung hielt Priester Andrej Lorgus einen öffentlichen Vortrag über das Thema: „Die anthropologische Krise der russischen Gesellschaft. Die ...