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Ökumene ist der
Imperativ des christlichen
Gewissens.

Erzbischof Alfons Nossol (Oppeln)

Pro Oriente

Fragen der Integration

Der Beitrag christlicher (Diaspora-)Gemeinden für den Integrationsprozess in Österreich

Am Beispiel der serbisch-orthodoxen und rumänisch-orthodoxen Gemeinden in Wien fragt das Projekt nach dem Beitrag christlicher (Diaspora-)Gemeinden für einen gelingenden Integrationsprozess. Sowohl die für diesen Prozess förderlichen als auch hemmenden Faktoren sollen herausgearbeitet und mögliche Handlungsperspektiven für Politik, Kirchen und Gesellschaft festgestellt werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (Abteilung VIII.3) gefördert.

Prof. PolakTeilnehmende Projekt IntegrationTeilnehmende Projekt Integration

Ausgangssituation

Der Integrationsbericht 2015 machte deutlich, dass für einen gelingenden Integrationsprozess die zugewanderte und die einheimische Bevölkerung verantwortlich seien, und welch wichtige Rolle soziale, karitative und kirchliche Einrichtungen für diesen Prozess spielen. Forschungen zu „Integration und Religion“ nehmen zumeist den Islam und weit weniger die christlichen Kirchen in den Blick. Christliche Zuwanderer bilden jedoch eine der größten Gruppen an Zuwanderern, vor diesem Hintergrund erscheint es nicht nur sinnvoll, sondern auch zweckmäßig, den Beitrag christlicher (Diaspora-)Gemeinden für den Integrationsprozess in Österreich zu untersuchen.
Wien ist dafür nicht nur aus historischen Gründen ein idealer Ort für das Projekt, sondern auch wegen der besonders guten ökumenischen Beziehungen zwischen den Kirchen.

Arbeitsweise und Ziele

Im Rahmen von drei vierstündigen Workshops sollen die integrationshemmenden und –förderlichen Faktoren christlicher (Diaspora-)Gemeinden mit wissenschaftlichen Methoden interdisziplinär erforscht werden. Diese Faktoren sollen mit den teilnehmenden VertreterInnen der serbisch-orthodoxen und der rumänisch-orthodoxen Gemeinden erarbeitet werden, um auf dieser Basis politische Handlungsfelder zu erschließen. Die Umsetzung des Projektes ist für das Jahr 2016 vorgesehen.
Zur Teilnahme an den Workshops werden nicht nur VertreterInnen der serbisch-orthodoxen und rumänisch-orthodoxen Gemeinden eingeladen, sondern auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von politischen, sozialen, karitativen, kirchlichen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Das Projekt lässt pragmatische Aussagen erwarten, die sich auch auf andere Gemeinden und ganz Österreich übertragen lassen und als Schlüssel für eine gelingende Integrationspolitik dienen können.
Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer neuen Methode, um den Integrationsprozess für Politik und Gesellschaft erfahrbar zu machen, eine Feststellung des Integrationsbeitrages christlicher (Diaspora-)Gemeinden und die Entwicklung von Handlungsperspektiven für Politik und Gesellschaft.
Zielgruppen sind neben dem erwähnten Teilnehmerkreis Verantwortliche von Bund und Ländern, von kirchlichen Einrichtungen im Bereich Integration sowie WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Theologie, Soziologie, Politik und Geschichte.

Ergebnis und Bewertung

Das gemeinsam mit der Universität Wien konzipierte und vom BMEAI (Abteilung VIII.3) geförderte Projekt soll Langzeitwirkung haben. Dies soll vor allem durch die Einbeziehung von VertreterInnen öffentlicher Stellen und einschlägiger Forschungseinrichtungen sichergestellt werden. Das Projekt soll den bisher sowohl im Integrationsbericht als auch wissenschaftlich vernachlässigen Beitrag christlicher (Diaspora-) Gemeinden für den Integrationsprozess erforschen. Das wird dazu führen, das Handlungsfeld „Interkultureller Dialog“ des Integrationsbericht 2015 aus mehrfacher Perspektive zu betrachten und ein Bewusstsein für einen noch differenzierten Umgang mit religiösen Gemeinschaften zu entwickeln.
Um dies zu erreichen, werden zu den Workshops nicht nur VertreterInnen der serbisch-orthodoxen und der rumänisch-orthodoxen Gemeinde, sondern auch der zuständigen Stellen des Bundes, Landes sowie der Stadt, anderer Kirchen, der Gesellschaft und wissenschaftlicher Einrichtungen eingeladen.

Wissenschaftliche Leitung

- Doz. Dr. Mag. Christian Gastgeber, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Projektleiter an der Österreichische Akademie der Wissenschaften / Institut für Mittelalterforschung / Abteilung Byzantinistik, Vorstandsmitglied PRO ORIENTE
- Associate Prof. MMag. Dr. Regina Polak, MAS, Institut für Praktische Theologie, Pasto-raltheologie und Kerygmatik, Katholisch-Theologische Fakultät Wien
- Univ.-Prof. Dr. Rudolf Prokschi, Fachbereich für Theologie und Geschichte des christlichen Ostens, Katholisch-Theologische Fakultät Wien, Obmann des PRO ORIENTE Vereins

Projektpartner

- Fachbereich Pastoraltheologie und Kerygmatik (Institut für Praktische Theologie), Universität Wien
- Fachbereich für Theologie und Geschichte des christlichen Ostens (Institut für Historische Theologie), Universität Wien
- Forschungsplattform „Religion and Transformation in Contemporary European Society“
- Forschungsnetzwerk „Religion im Kontext von Migration“ der Universität Wien

Veranstaltungen

Workshop Integration 1
Ziel des Workshop 1: Klärung der Interessen und Entwicklung gemeinsamer Hypothesen

Workshop Integration 2
Ziel des Workshop 2: Input von Fachreferenten und Klärung einer Methodik für das weitere Arbeiten

Workshop Integration 3
Ziel des Workshop 3: Entwurf für ein weiterführendes empirisches Forschungsprojekt