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Pro Oriente

Kommission für südosteuropäische Geschichte

Die von PRO ORIENTE 1996 eingerichtete interdisziplinäre und interreligiöse Kommission versucht durch Aufarbeitung der gemeinsam erlebten, aber verschieden interpretierten Geschichte Südosteuropas Versöhnung und Frieden zwischen den Völkern und Religionsgemeinschaften zu stiften.

Ausgangssituation

Die mit dem Zerfall Jugoslawiens verbundenen kriegerischen, Auseinandersetzungen veranlassten PRO ORIENTE, ihre Beziehungen zu Orthodoxen und Katholiken, zu Serben und Kroaten in den Dienst der Versöhnung und der Wiederherstellung des Friedens zu stellen. Zu diesem Zweck veranstaltete PRO ORIENTE 1991 und 1992 Irenische Initiativen (Versöhnungsinitiativen) zwischen orthodoxen und katholischen Bischöfen und Experten aus Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Österreich. Die Teilnehmer erachteten die Aufarbeitung und Neubewertung der gemeinsamen Geschichte Südosteuropas für eine wichtige Voraussetzung für das künftige Zusammenleben in diesem Raum. Daraus entstand am 24. Juni 1996 die international und interdisziplinär zusammengesetzte Kommission für Südosteuropäische Geschichte.

Arbeitsweise und Ziele

Ziel der Forschungsarbeit der Kommission für Südosteuropäische Geschichte ist es, zur Überprüfung und Erneuerung des Geschichtsverständnisses der Menschen in der betreffenden Region in der Überzeugung beizutragen, dass dem wissenschaftlichen Zugang und insbesondere dem historischen Ansatz bei der Bewältigung der traumatischen Ereignisse im ehemaligen Jugoslawien große Bedeutung zukommt. Zur Erreichung des Zweckes wurden zwei Gremien eingesetzt: die Initiativgruppe, ein konsultatives Gremium, und die Kommission. Die Aufgabe der Initiativgruppe waren die Feststellung aktueller Problembereiche, die wissenschaftliche Gesamtberatung und die Vertretung der Kommission nach außen. Mitte der 90er Jahre wurde die Initiativgruppe aufgelöst und ihre Aufgaben der Kommission übertragen.
Die Kommission ist zuständig für die Konkretisierung des Forschungsprogramms und für die Auswahl von Kommissionsmitgliedern und Institutionen, die mit der Durchführung der geplanten wissenschaftlichen Tagungen betraut werden. Ferner beurteilt sie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Tagungen. Die Kommission besteht aus einem repräsentativen Kreis von Wissenschaftlern aus den Gebieten der Geschichts- und Sozialwissenschaften, der Politologie, Philologie und Theologie aus dem südosteuropäischen Raum, aber auch aus Deutschland und Österreich.
Bei der Sitzung der Kommission am 17./18. Jänner 2014 wurden die Ziele der Kommission für Südosteuropäische Geschichte neu definiert und die wissenschaftliche Strategie für die nächsten Jahre festgelegt.

Die aktuelle Definition der Ziele lautet:
Die PRO ORIENTE – Kommission für Südosteuropäische Geschichte beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen und politischen Wirkungen des Faktors Religion in der südosteuropäischen Geschichte und leistet damit einen Beitrag zu einem positiven Umgang mit der kulturellen Vielfalt und zur Aussöhnung in den gesellschaftlichen und zwischenstaatlichen Beziehungen der Region.
Sie tut dies insbesondere in den Zusammenhängen von
- Religion, Kultur und Wirtschaft
- Religion und politischer Sozialisation in Südosteuropa
- Konfliktlinien und Konfliktüberwindung in Südosteuropa

Die Ergebnisse der Tagungen, die in Österreich, Serbien und Rumänien stattfanden, erscheinen in einer Publikationsreihe beim Peter Lang Verlag mit dem Reihentitel: PRO ORIENTE - Schriftenreihe der Kommission für Südosteuropäische Geschichte.

Mitglieder der Kommission für Südosteuropäische Geschichte

Wissenschaftliche Leitung:
Univ.-Prof. Dr. Harald HEPPNER, Zentrum für Südosteuropastudien, Universität Graz, Österreich

Weitere Mitglieder:

Prof. Dr. Thomas BREMER, Ökumenisches Institut Universität Münster, Deutschland
Dr. Konrad CLEWING, Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg, Deutschland
Prof.Dr Mehmet HACISALIHOĞLU, Istanbul, Türkei
Univ.-Prof. Dr. Martin HAUSER, UNESCO Department in Inter-cultural and Inter-religious Exchanges University of Bucharest, Rumänien
Dr. Zoran JANJETOVIĆ, Institut für Neuere Geschichte Serbiens Universität Belgard, Serbien
Dr. Mihai IORDACHE, Bukarest, Rumänien
Univ.-Prof. Dr. Dževad JUZBAŠIĆ, Akademie der Wissenschaft und Künste, Bosnien und Herzegowina
Prof. Dr. Olga KATSIARDI-HERING, Faculty of History and Archeology, Athen, Griechenland
Univ.-Prof. Dr. Zijad SEHIĆ, Philosophische Fakultät der Universität Sarajevo, Bosnien-Herzegowina
Dr. Flavius Viaceslav SOLOMON, Institutul de Istorie, Rumänien
Prof. Dr. Valery STOJANOW, Bulgarien
Prof. Dr. Arnold SUPPAN, Institut für Osteuropäische Geschichte, Wien
Univ.-Prof. Dr. Marko TROGRLIĆ, Philosophische Fakultät der Universität Split, Kroatien
Dr. Anna ZALTA, Faculty of Arts, Ljubljana, Slowenien


Sektion: Wien