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Ökumene ist der
Imperativ des christlichen
Gewissens.

Erzbischof Alfons Nossol (Oppeln)

Pro Oriente

Patristische Tagungen

Wiener Patristische Tagungen

Von 2001 bis 2009 veranstaltete die Stiftung PRO ORIENTE fünf Tagungen von Orthodoxen und Katholischen Patrologinnen und Patrologen aus Ost und West. Durch Rückbesinnung auf die gemeinsamen religiösen Wurzeln der europäischen Kultur sollten Antworten auf aktuelle Herausforderungen, wie zum Beispiel den europäischen Einigungsprozess oder den neuen Materialismus, versucht werden.
Ab 2010 wurden die Tagungen unter der Leitung von Prof. Theresia Hainthaler auf eigene Initiative weitergeführt. Es ist ein lebhaftes und europäisches Netzwerk von Patristikern und Patristikerinnen entstanden, das weiterhin relevante Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus in den Blick nehmen.

Ausgangssituation

Fünf Themen haben den Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung PRO ORIENTE, Kardinal Dr. Christoph Schönborn, veranlasst, die Tagungsreihe anzuregen:

1. Europa: Angesichts der vom Christentum geprägten Geschichte Europas und des Martyriums, das zahllose Christen unter dem totalitären Regime des 20. Jahrhunderts erlitten haben, ist der Bau des Europäischen Hauses ohne Berücksichtigung christlicher Werte nicht möglich.

2. Wissenschaft: Der Zugang zu den Texten sollte akademischer und nicht konfessioneller Natur sein. Die Tagungen fanden auf inoffizieller Ebene statt, d.h. die Teilnehmenden traten nicht als Vertreterinnen bzw. Vertreter ihrer Kirchen, sondern als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit verschiedener religiöser und kultureller Tradition auf.

3. Ökumenismus: Die ökumenische Natur der Tagung ergab sich aus ihrem Gegenstand, nämlich dem Studium der lateinischen und griechischen Kirchenväter des ersten Jahrtausends.

4. Christus: Aufgabe der Tagungen war es auch, Aspekten des Christusgeheimnisses auf den Grund zu gehen. Die Ausarbeitung von christologischen Formeln war immer eine Antwort auf Fragen einer bestimmten Epoche. Das Bekenntnis des Mysteriums Christi kann daher auf die Fragen unserer Zeit eine Antwort geben.

5. PRO ORIENTE: Die Tagungen wurden von der Stiftung PRO ORIENTE durchgeführt, die über reiche Erfahrung im ökumenischen Dialog zwischen Ost und West verfügt.

Arbeitsweise und Ziele

Das Ziel der Wiener Patristischen Tagungen war es, vorwiegend junge Theologinnen und Theologen aus dem Osten und Westen Europas zum wissenschaftlichen Gespräch über die Quellen des gemeinsamen Glaubens zusammenzuführen. Auch die Herausforderungen durch den europäischen Einigungsprozess, durch einen neuen Materialismus und nicht zuletzt durch den Islam sollten aufgenommen wurden. Sie verlangten neue Antworten aus den gemeinsamen Grundlagen des christlichen Glaubens.

Bewertung und Ergebnisse

Durch die Wiener Patristischen Tagungen ist Wien, das an sich eine große Tradition in der patristischen Forschung besitzt (Österreichische Akademie der Wissenschaften und Universität Wien), erstmals Schauplatz internationaler Tagungen von Expertinnen und Experten der frühchristlichen Literatur geworden. In den wissenschaftlichen Gesprächen zeigte sich eine große Übereinstimmung. Die Teilnehmenden haben des Öfteren festgehalten, dass es gerade der Geist Gottes sei, der anleite, die Verschiedenheiten zu respektieren und wertzuschätzen.
Die Beiträge aller fünf Patristischen Tagungen erschienen im Tyrolia-Verlag Innsbruck-Wien.

Wissenschafltiche Leitung

Univ.-Prof. DDr. Ysabel de ANDIA(bis 2006), Direktorin des Nationalen Forschungszentrums Paris (CNRS), Frankreich
Prof. Dr. Theresia HAINTHALER, Philosophisch-Theologische Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt (ab 2006), Deutschland
Em. Univ.-Prof. DDr. Peter L. HOFRICHTER, Institut für Patrologie und Kirchengeschichte Universität Salzburg, Österreich

Publikationen

Liste

Veranstaltungen

Dritte Patristische Tagung
Das Geheimnis Gottes als Vater – Schöpfer und Schöpfung bei den KirchenväternDie von Prof. Ysabel de Andia (CNRS, Paris) und Prof. Peter Hofrichter (Salzburg) wissenschaftlich geleitete Dritte Patristische Tagung beschäftigte sich mit dem Generalthema "Das Geheimnis Gottes als Schöpfer und Vater". An der Tagung nahmen 25 vor allem jüngere, orthodoxe und katholische,
Theologen und Wissenschaftler aus Ost- und Westeuropa teil. Rund 20 Referate und viel Zeit für Diskussion erlaubten eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Generalthema.

Die ...

Fünfte Patristische Tagung
Heiligkeit und Apostolizität der Kirche Auf Einladung von Metropolit Anthimos von Thessaloniki und Metropolit Varnavas von Neapolis wie auch der Höheren Kirchlichen Akademie kam diese Konferenz nach Thessaloniki, einer Stadt, die bereits der Apostel Paulus besuchte und an deren christliche Gemeinde er seinen ersten Brief richtete.

Übereinstimmend sind die Teilnehmer der Auffassung, dass die Tagung in einer vertrauensvollen und freundschaftlichen Atmosphäre stattfand.

Die Gruppe katholischer und ...

Zweite Wiener Patristische Tagung
Der Heilige Geist in der Kirche - Charisma und Institution
Die zweite Tagung fand im Juni 2003 zum Thema „Der Heilige Geist im Leben der Kirche. Charisma und Institution“ statt. Im Hintergrund stand die aktuelle Frage „Welcher Geist wird das neue Europa inspirieren? Was ist christliche Identität heute?“
Die Teilnehmer kamen überein, dass die Einigung des europäischen Kontinents, ein neuer Materialismus und nicht zuletzt die Radikalisierung des Islam neue Antworten aus den gemeinsamen Grundlagen erfordern. Als eines der ...

Erste Wiener Patristische Tagung
Christus bei den lateinischen und griechischen Kirchenvätern
Die erste Tagung fand im Juni 2001 zum Thema „Christus bei den lateinischen und griechischen Kirchenvätern des ersten Jahrtausends in Europa“ statt. Im Rahmen der Tagung wurde ein Abend speziell der Frage der Bedeutung der Kirchenväter für die Wurzeln Europas gewidmet und wie diese Frage in den einzelnen Ländern Europas erlebt und hinterfragt wird. Die Fragestellung lautete: „Wie wurde Jesus bei den lateinischen und griechischen Vätern gesehen und wie sieht ihn heute der ...