Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Regulativ der Sektion Salzburg

für die Arbeit der Stiftung PRO ORIENTE in der Erzdiözese Salzburg, beschlossen in der Sitzung des Komitees am 16. Oktober 1990 und in der Kuratoriumssitzung am 22. November 1990.

1. Die Sektion Salzburg der Stiftung PRO ORIENTE wurde von Erzbischof Dr. Karl Berg im Einvernehmen mit dem Kuratorium der Stiftung PRO ORIENTE in Wien am 7. Oktober 1985 in Salzburg zur Förderung der Aufgaben dieser Stiftung im Bereich der Erzdiözese Salzburg errichtet (Ord. Zl.: 1112/85).

2. Das Zweite Vatikanische Konzil hat den Einsatz aller Glieder der Kirche für die Wiederherstellung der kirchlichen Einheit gefordert: „Die Sorge um die Wiederherstellung der kirchlichen Einheit ist Sache der ganzen Kirche, sowohl der Gläubigen wie auch der Hirten, und geht einen jeden an, je nach seiner Fähigkeit, sowohl in seinem täglichen christlichen Leben wie auch bei theologischen und historischen Untersuchungen“ (Unitatis redintegratio 5). Die Stiftung PRO ORIENTE leistet einen Beitrag zur Verwirklichung der ökumenischen Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils durch den Dialog mit sämtlichen orientalischen Kirchen (Unitatis redintegratio 14-18). Die Aufgaben und Ziele der Stiftung sind in der Satzung im Einzelnen beschrieben.

3. Die Arbeit der Sektion Salzburg der Stiftung PRO ORIENTE wird inhaltlich bestimmt durch die auf die Ökumene der Christen bezogenen Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils, durch das Ökumenische Direktorium und die anderen Erlässe des römischen Einheitsrates sowie durch die Satzung der Stiftung PRO ORIENTE. Formal wird die Arbeit geordnet durch das vom Komitee der Sektion beschlossene, vom Kuratorium auf Vorschlag des Vorstandes der Stiftung genehmigte und vom Erzbischof von Salzburg in Kraft gesetzte Regulativ.

4. An der Spitze der Sektion Salzburg steht der Vorsitzende der Sektion. Er wird vom Erzbischof von Salzburg auf die Dauer von fünf Jahren ernannt und vom Vorstand der Stiftung, dem Erzbischof von Wien, zur Berufung ins Kuratorium der Stiftung vorgeschlagen. Dem Vorsitzenden der Sektion obliegen die Repräsentation der Sektion nach außen, die Einladungen zu den Sitzungen des Komitees der Sektion und die Berichterstattung im Komitee der Sektion und im Kuratorium der Stiftung.

5. Die Organe der Sektion sind: Das Komitee, der Arbeitsausschuss und der Finanzausschuss. Einladungen zum Zusammentritt der einzelnen Organe erfolgen in schriftlicher Form und in einem angemessenen Zeitraum - mindestens jedoch zwei Wochen - im Voraus. Die Beschlussfähigkeit für das Komitee und für den Finanzausschuss ist bei der Anwesenheit eines Viertels, für den Arbeitsausschuss bei der Anwesenheit der Hälfte der Mitglieder gegeben.

6. Das Komitee besteht aus dem Erzbischof von Salzburg, dem Vorsitzenden der Sektion und etwa 30 Persönlichkeiten aus dem kirchlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben der Erzdiözese Salzburg, die vom Erzbischof von Salzburg auf die Dauer von fünf Jahren berufen werden. Den Vorsitz führt der Erzbischof von Salzburg oder in dessen Auftrag der Vorsitzende der Sektion. Das Komitee trifft einmal jährlich zusammen und nimmt vom Vorsitzenden der Sektion den Jahresbericht über die geleistete Arbeit, die weitere Planung und den Rechnungsabschluss entgegen. Das Komitee berät über allgemeine Richtlinien, wie die Aufgaben der Stiftung PRO ORIENTE in der Erzdiözese Salzburg wahrgenommen und gefördert werden können. Es beschließt auf Vorschlag des Arbeitsausschusses im Einvernehmen mit dem Erzbischof von Salzburg mit Zweidrittelmehrheit Änderungen des Regulativs. An den Sitzungen des Komitees können außer den genannten Mitgliedern aufgrund ihres Amtes teilnehmen: der Präsident, der Generalsekretär und der Vorsitzende des Finanzkomitees der Stiftung, sowie die Mitglieder des Arbeitsausschusses der Sektion.

7. Der Arbeitsausschuss wird vom Erzbischof von Salzburg für eine Periode von fünf Jahren bestellt. Ihm gehören an: der Vorsitzende der Sektion und mindestens sieben Personen: ein verantwortlicher Mitarbeiter des Katholischen Bildungswerkes, ein verantwortlicher Mitarbeiter des Bildungshauses St. Virgil, ein Vertreter der Theologischen Fakultät, der Ökumene-Referent der Erzdiözese Salzburg, ein Sachverständiger für Öffentlichkeitsarbeit, der Vorsitzende des Finanzausschusses der Sektion und der Generalsekretär der Stiftung. Die Aufgabe des Arbeitsausschusses ist die Ordnung der Aktivitäten der Sektion, insbesondere die Planung, der Beschluss und die Durchführung von ökumenischen Veranstaltungen - wie von Gottesdiensten, Akademien, Exkursionen, Symposien und kulturellen Veranstaltungen. Bei der Programmerstellung sind die Gegebenheiten der Ortskirche und die Jahresplanung der Stiftung zu berücksichtigen. Der Arbeitsausschuss entsendet ein Mitglied in den Finanzausschuss der Sektion und ein Mitglied (oder dessen Stellvertreter im Falle einer Verhinderung) in den Vorstand der Stiftung. Der Arbeitsausschuss wählt aus seinem Kreis einen Leiter, welcher zu den Sitzungen einlädt, die mindestens zweimal im Jahr stattfinden. Eine Sitzung muss einberufen werden, wenn drei Mitglieder dies wünschen.

8. Der Finanzausschuss besteht aus dem Vorsitzenden der Sektion, mindestens sechs Personen aus dem Kreis des Komitees, die vom Erzbischof ernannt werden, einem Mitglied des Arbeitsausschusses und dem Vorsitzenden des Finanzkomitees der Stiftung. Die Aufgabe des Finanzausschusses ist die Aufbringung von Mitteln, die Erstellung eines Jahresvoranschlages für die Sektion, die finanzielle Beratung des Arbeitsausschusses und die Genehmigung des Rechnungsabschlusses der Sektion. Der Finanzausschuss wählt aus seinem Kreis einen Vorsitzenden. Der Vorsitzende des Finanzausschusses nimmt an den Sitzungen des Arbeitsausschusses teil und wird zu den Sitzungen des Finanzkomitees der Stiftung eingeladen. Der Finanzausschuss wird von seinem Vorsitzenden einberufen und tritt mindestens zweimal im Jahr zusammen.

9. Die Geschäftsordnung der Stiftung ist in ihrer jeweils geltenden Fassung auch für die Organe der Sektion Salzburg maßgebend und sinngemäß anzuwenden.

10. Änderungen dieses Regulativs werden vom Komitee mit Zweidrittelmehrheit beschlossen und vom Erzbischof von Salzburg nach Zustimmung des Kuratoriums auf Vorschlag des Vorstandes der Stiftung in Kraft gesetzt.

11. Der Erzbischof von Salzburg kann die Sektion Salzburg im Einvernehmen mit dem Kuratorium der Stiftung auflösen. In diesem Fall sind die vorhandenen Einnahmen der Sektion Salzburg der Stiftung zuzuführen. Im Falle der Auflösung der Stiftung gilt auch die Sektion Salzburg als aufgelöst. Vorhandene Einnahmen der Sektion Salzburg fallen der Erzdiözese Salzburg zu, bleiben aber für ökumenische Aufgaben zweckbestimmt.

Salzburg, 25.11.1991

Dr. Georg Eder
Erzbischof von Salzburg


Sektion: Wien