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Ohne den Heiligen Geist
blieben die Worte des
Evangeliums tote
Buchstaben.

Alterzbischof Otcenasek

Pro Oriente

Satzung

Auf Grund des Stiftungsbriefes vom 4. November 1964, mit dem der Erzbischof von Wien, Franz Kardinal König, gemäß Kanon 1489 CIC aus 1917 einen Stiftungsfonds eingerichtet hat, wird die am 9. November 1969, am 18. November 1971, am 29. Oktober 1979, am
16. September 1985, am 27. Jänner 1987, am 6. November 1989, am 28. November 2001 und am 23. November 2005 abgeänderte Fassung der Satzung der Stiftung mit Wirkung vom 2. Dezember 2005 wie folgt neu vereinbart:


§ 1 Name und Sitz
Die Stiftung führt den Namen „Stiftung PRO ORIENTE“. Sie ist eine Institution der Erzdiözese Wien.

§ 2 Die Sektionen
Diözese Sektionen der Stiftung können mit Zustimmung des Kuratoriums und des Vorstandes vom jeweiligen Ortsordinarius errichtet werden.

§ 3 Zweck der Stiftung
1. Die Stiftung PRO ORIENTE hat die Aufgabe, die ökumenischen Beziehungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen, prä-chalzedonensischen und prä-ephesinischen Kirchen zu pflegen und zu fördern, die ökumenische Gesinnung unter den Christen zu vertiefen und ökumenische Aktivitäten zu unterstützen.
2. Sie erstrebt dies durch zwischenkirchliche Kontakte, volksbildnerische Tätigkeit und die Zusammenarbeit mit ähnlichen, auch ausländischen Institutionen.
3. Maßnahmen zur Erreichung des Stiftungszweckes sind insbesondere auch die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen und der Austausch von Wissenschaftern; die Herausgabe von Publikationen und Förderung ihres Vertriebes; die Durchführung von Forschungsprojekten; die Ausschreibung und Vergabe von Förderungspreisen und Stipendien und allenfalls auch die Schaffung von unselbständigen Einrichtungen der Stiftung zur Durchführung ihrer Tätigkeiten.

§ 4 Vermögen der Stiftung
1. Das Stammvermögen der Stiftung ist mündelsicher anzulegen.
2. Die Finanzierung erfolgt aus den Erträgen des Vermögens, sowie aus Subventionen und anderen Zuwendungen von natürlichen und juristischen Personen, sowie aus sonstigen Einkünften.

§ 5 Organe der Stiftung
1. Das Kuratorium
2. Der Vorstand

§ 6 Das Kuratorium
1. Das Kuratorium besteht aus dem Erzbischof von Wien und den von ihm ernannten Mitgliedern (Kuratoren). Bei der Ernennung sind die Sektionen zu berücksichtigen.
2. Den Vorsitz führt der Erzbischof von Wien. Er wird hierin im Falle der Verhinderung vom ersten bzw. vom zweiten von ihm zu bestimmenden stellvertretenden Kuratoriumsvorsitzenden vertreten.
3. Das Mandat einer Kuratorin/eines Kurators gilt für fünf Jahre und kann vom Erzbischof von Wien jeweils erneuert werden.*
4. Kuratoren können vom Erzbischof von Wien, im Falle der Sedisvakanz vom Diözesanadministrator, abberufen werden.
5. Ein Finanzkomitee unter dem Vorsitz des dafür zuständigen Vorstandsmitglieds wird vom Kuratorium als ständiger Ausschuss für Fragen der laufenden Finanzierung bestellt.
6. Die Arbeitsweise des Kuratoriums wird in der Geschäftsordnung näher festgelegt.

§ 7 Aufgaben des Kuratoriums
Dem Kuratorium obliegen:
1. Wahl, Entlastung und Abberufung des Vorstandes oder einzelner seiner Mitglieder.
2. Wahl, Entlastung und Abberufung der Rechnungsprüfer und die Entgegennahme der jährlichen Rechnungsprüferberichte.
3. Feststellung des Jahresvoranschlages und Genehmigung des jährlichen Rechenschaftsberichtes des Vorstandes und des Rechnungsabschlusses.
4. Sicherung einer vorausschauenden Finanzierung der Stiftung und Wahl der Mitglieder des Vorstandes im Einvernehmen mit dem jeweiligen Diözesanbischof.
5. Zustimmung zur Errichtung von Sektionen und zu deren Regulativen auf Vorschlag des Vorstandes im Einvernehmen mit dem jeweiligen Diözesanbischof.
6. Beschlussfassung über Vorschläge des Erzbischofs von Wien für die Verleihung des Titels „Protektor der Stiftung PRO ORIENTE“ an verdiente kirchliche Persönlichkeiten durch den Erzbischof von Wien (siehe § 11).
7. Beschlussfassung über Vorschläge des Erzbischofs von Wien für die Verleihung des Titels „Ehrenmitglied des Kuratoriums der Stiftung PRO ORIENTE“ durch den Erzbischof von Wien (siehe § 12).
8. Beschlussfassung über Vorschläge des Vorstandes zur Ernennung und Abberufung der Konsultoren durch den Erzbischof von Wien (siehe § 10).
9. Beschlussfassung über die „Geschäftsordnung für die Organe und die Arbeitsweise der Stiftung“.
10. Abänderung der Satzung.
11. Aufhebung der Stiftung oder einzelner Sektionen auf Vorschlag des Vorstandes gemäss § 14/2.

§ 8 Der Vorstand
1. Der Vorstand wird vom Kuratorium auf Vorschlag des Erzbischofs von Wien für eine Funktionsperiode von vier Jahren bestellt. Darüber hinaus entsendet jede Sektion ein Mitglied in den Vorstand.
2. Der Vorstand besteht aus einem/r Präsidenten/in, einem/r Vizepräsidenten/in, je einem/r Vertreterin aus den einzelnen Sektionen und weiteren für bestimmte Aufgabenbereiche zuständigen Mitgliedern.
3. Der/die Präsident/in oder bei dessen Verhinderung der/die Vize-Präsident/in vertreten die Stiftung nach außen. Die Koordination der den einzelnen Vorstandsmitgliedern gemäß §2 Pkt. 4 der Geschäftsordnung zugewiesenen Aufgabenbereiche obliegt dem/der Präsident/in oder bei dessen Verhinderung dem/der Vize-Präsident/in.
4. Mindestens ein theologisch fachkundiges Vorstandsmitglied wird vom Erzbischof von Wien mit der besonderen Wahrnehmung der theologischen Belange beauftragt.

§ 9 Aufgaben des Vorstandes
1. Dem Vorstand obliegt die Leitung der Stiftung nach den vom Kuratorium beschlossenen Richtlinien, insbesondere Vollzugsmaßnahmen zur Realisierung des Stiftungszweckes, die Erstellung des Jahresvoranschlages und des Rechnungsabschlusses sowie des jährlichen Rechenschaftsberichtes an das Kuratorium, die Durchführung der Beschlüsse des Kuratoriums sowie die Durchführung aller für das Wirken der Stiftung erforderlichen Maßnahmen. Der Vorstand kann eine(n) Generalsekretär/in sowie weitere erforderliche Dienstnehmer der Stiftung bestellen.
2. Die Arbeitsweise des Vorstandes wird durch die Geschäftsordnung geregelt.

§ 10 Die Konsultoren der Stiftung
1. Auf Vorschlag des Vorstandes und Beschluss des Kuratoriums ernennt der Erzbischof von Wien Einzelpersonen für vier Jahre zu „Konsultoren der Stiftung PRO ORIENTE“ zur Beratung des Vorstandes. Ihr Mandat kann jeweils erneuert werden.
2. Diese Beratung kann durch Stellungnahme einzelner Konsultoren, auf deren eigene Initiative, auf von ihnen erbetenen Rat oder durch Ad-hoc-Kommissionen und durch Ständige Kommissionen erfolgen.

§ 11 Die Protektoren
Auf Vorschlag des Vorstandes und Beschluss des Kuratoriums kann der Erzbischof von Wien verdiente kirchliche Würdenträger zum „Protektor der Stiftung PRO ORIENTE“ ernennen.

§ 12 Die Ehrenmitglieder
Auf Vorschlag des Vorstandes und Beschluss des Kuratoriums kann der Erzbischof von Wien verdiente Persönlichkeiten zu „Ehrenmitgliedern des Kuratoriums der Stiftung PRO ORIENTE“ ernennen.

§ 13 Abänderung der Satzung
Eine Abänderung erfolgt durch das Kuratorium auf Grund eines mit Zweidrittelmehrheit gefassten Beschlusses der anwesenden oder durch einen Bevollmächtigten vertretenen Kuratoren im Einvernehmen mit dem Erzbischof von Wien.

§ 14 Aufhebung der Stiftung oder einzelner Sektionen
1. Der Erzbischof von Wien kann die Stiftung und der Ortsordinarius die in seinem Bereich niedergelassene Sektion aufheben.
2. Eine Aufhebung der Stiftung kann auch durch das Kuratorium auf Grund eines mit Zweidrittelmehrheit gefassten Beschlusses der anwesenden oder durch einen Bevollmächtigten vertretenen Kuratoren im Einvernehmen mit dem Erzbischof von Wien erfolgen. Im Falle der Aufhebung einer Sektion findet diese Bestimmung entsprechend § 7/11 sinngemäß Anwendung.
3. Im Falle der Aufhebung der Stiftung fällt das vorhandene Vermögen der Erzdiözese Wien zu.

§ 15 Ausfertigung der Satzung
Die Satzung wird in drei Ausfertigungen beim Ordinariat der Erzdiözese Wien hinterlegt, sowie in einfacher Ausfertigung bei den Ordinariaten jener Diözesen hinterlegt, in denen Sektionen von PRO ORIENTE bestehen.

Wien, am 2. Dezember 2005

Christoph Kardinal Schönborn
Erzbischof von Wien

Dr. Walter Mick
Kanzler

* § 6.3 wurde entsprechend des Beschlusses der Kuratoriumssitzung vom 26. März 2010 dahin geändert, dass die Dauer eines Mandats eines Kurators/einer Kuratorin auf 5 Jahre herabgesetzt wurde (Protokoll XLVI/2010).