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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

11. Treffen des PRO ORIENTE-Forum Syriacum (Februar)

Treffen der Kirchen syrischer Tradition

Die ökumenischen Verdienste der von Kardinal Franz König begründeten Stiftung PRO ORIENTE hat der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, in einer Grußbotschaft an das 11. Treffen des „Forum Syriacum“ gewürdigt.

Die Teilnehmer des 11. Treffens des Forum SyriacumGruppenfoto nach dem abendlichen Stundengebet, dasTreffen mit Gemeindemitgliedern der Syrisch-orthod

Das „Forum Syriacum“ ist eine Initiative von PRO ORIENTE, die alle Kirchen der syrischen Tradition in regelmäßigen Abständen zum Dialog versammelt. Das am 19. Februar eröffnete 11. Treffen der einzigen Initiative, die alle Kirchen der syrischen Tradition in regelmäßigen Abständen zum Dialog versammelt, fand auf Einladung des für die Niederlande zuständigen Syrisch-Orthodoxen Metropoliten Mor Polycarpus Aydin im niederländischen Glane statt. Dort besteht das Syrisch-Orthodoxe Kloster St. Ephrem, wohin Metropolit Polycarp die Teilnehmer des Dialogs zum diesjährigen Treffen eingeladen hatte.
15 Teilnehmer aus acht Staaten, unter ihnen fünf Bischöfe, waren zusammengekommen. PRO ORIENTE war durch den in Graz lehrenden Ostkirchenfachmann Prof. Pablo Argarate, Generalsekretär Bernd Mussinghoff, Prof. Aho Shemunkasho, der in Salzburg ein Zentrum syrischer Theologie aufbaut, und den Salzburger Ostkirchenexperten und Vorsitzenden der PRO ORIENTE-Sektion Salzburg, Prof. Dietmar W. Winkler, als wissenschaftlicher Leiter des „Forum Syriacum“, vertreten. Der Päpstliche Rat für die Einheit der Christen wurde in Glane durch P. Hyacinthe Destivelle vertreten.

Wie tief die Verbundenheit der Kirchen der syrischen Tradition mit dem „Forum Syriacum“ ist, wurde aus einem Schreiben des Syro-Malabarischen Alterzbischofs von Changanacherry, Joseph Powathil, ersichtlich, der aus Krankheitsgründen in Glane nicht dabei sein konnte. Die Syro-Malabarische Kirche ist eine mit Rom in voller Kirchengemeinschaft stehende Kirche, die aus der Tradition der Apostolischen Kirche des Ostens kommt. Erzbischof Powathil erinnerte an seine Verbindung mit PRO ORIENTE seit 1986. Man habe „ungeheuer viel für die Einheit der Christen bewirkt“. Die gemeinsamen Erklärungen nach den von PRO ORIENTE organisierten Treffen hätten den Weg zu den offiziellen Konsens-Erklärungen über die Christologie und über die Aushilfe in der Seelsorge unter bestimmten Bedingungen gebahnt. Wörtlich stellte der Alterzbischof fest: „Ich werde die tiefe Freundschaft zwischen den Mitgliedern des Forum Syriacum nie vergessen, die meinen ganzen bischöflichen Dienst bereichert hat. Ich verdanke allen sehr viel“.

Es gehört zu den großen Errungenschaften von PRO ORIENTE, dass ab 1994 dem Dialog zwischen den seit vielen Jahrhunderten getrennten Kirchen der syrischen Tradition wesentliche Impulse gegeben wurde. PRO ORIENTE war darum bemüht, für die neun Kirchen der syrischen Tradition auf inoffizieller Ebene eine Plattform der Begegnung und des Austausches aufzubauen. Zunächst geschah das bis 2005 im Rahmen des „Syriac Dialogue“, seither durch das „Forum Syriacum“, das in regelmäßigen Abständen auch das „Colloquium Syriacum“ veranstaltet. Das „Forum Syriacum“ ist gleichsam der „Think tank“, in dem Studienthemen und Forschungsprojekte festgelegt und koordiniert werden. Zugleich ist das „Forum“ auch ein Ort praktisch gelebter Solidarität zwischen den Kirchen der syrischen Tradition, zu denen sowohl selbständige Kirchen als auch mit Rom in voller Kirchengemeinschaft stehende („unierte“) Gemeinschaften gehören. Das “Forum“ besteht aus einem Team von internationalen Experten der Studien über das Christentum der syrischen Tradition aus Europa, dem Nahen Osten, Indien und den USA, in diesem Team sind alle Kirchen syrischer Tradition durch Wissenschaftler vertreten.

In den zu bearbeitenden Themen wurde ein Wechsel vollzogen, der sich in den Aufgabenstellungen der „Colloquia Syriaca“ spiegelt. Es geht nicht mehr um die Fragen der Christologie (wer ist Christus für die Glaubenden) oder der Ekklesiologie (was ist die Kirche, wie definiert sie sich), die im Rahmen der ökumenischen Dialoge von der theologischen Wissenschaft bereits umfassend bearbeitet worden sind. Vielmehr sollen Themen behandelt werden, die die Kirchen der syrischen Tradition in ihrer Existenz heute gemeinsam betreffen.

Das „Forum Syriacum“ ist weltweit das einzige Gremium, das den Dialog zwischen den neun Kirchen syrischer Tradition ermöglicht und pflegt. Die Mitglieder des „Forums“ bestimmen die theologischen und nicht-theologischen Themenkreise, die bei den „Colloquia Syriaca“ behandelt werden sollen. Ziel ist es, das 2.000-jährige Erbe der Kirchen syrischer Tradition und ihre kulturelle Vielfalt zu bewahren und in die Entwicklung der weltweiten Christenheit einzubringen. .

Es war kein Zufall, dass das 11. Treffen des „Forum Syriacum“ in den Niederlanden stattfand: In den Niederlanden gibt es eine große Syrisch-Orthodoxe Diasporagemeinde. Die Seelsorge wurde dort von dem 2005 verstorbenen Metropoliten Julius Isa Cicek, von Glane aus aufgebaut. Dort hatte Mor Julius ein leerstehendes Katholisches Kloster erworben und es zum Syrisch-Orthodoxen Eparchialsitz ausgebaut. Viele Syrisch-Orthodoxe Gläubige in den Niederlanden kommen aus Südostanatolien, vor allem aus dem Tur Abdin. Auch Mor Polycarpus stammt aus Südostanatolien, er wurde 1971 unweit von Nusaybin (Nisibis) geboren, einer für die Geschichte des Christentums Syrischer Tradition überaus bedeutsamen Metropole. Er studierte er am Heythrop College der Universität London, am „Oriental Institute“ der Universität Oxford und am St. Vladimir’s Orthodox Theological Seminary in Crestwood, New York. 2002 wurde er zum Priester geweiht, 2007 zum Metropoliten.

Sektion: Wien

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