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Erzbischof Alfons Nossol (Oppeln)

Pro Oriente

Termine

Mai 2005

Dienstag
10. Mai 2005 - Donnerstag
12. Mai 2005
Zweite Internationale Studientagung

Christus in unserer Mitte – Die Bedeutung der Liturgie für das tägliche Leben

Konferenz
  • Datum10. Mai 2005 -
    12. Mai 2005
  • Ort
      Orthodoxes Klosterzentrum Durau / Rumänien
  • SektionWien
  • StatusNicht öffentlich

Gespräch mit Patriarch TeoctistOrthodoxe LiturgieTeilnehmer an der 2. Internationalen Konferenz in


COMMUNIQUE

Vom 9. bis 13. Mai 2005 hat die Stiftung PRO ORIENTE in Durau (Rumänien) eine Studientagung mit dem Thema: „Christus in unserer Mitte – die Bedeutung der Liturgie für das tägliche Leben in der Gesellschaft von heute“ durchgeführt. Nach der Tagung „Illuminismus und Hesychasmus“, die im Jahre 2001 am selben Ort stattgefunden hat, war dies schon die zweite Tagung, die auf Einladung und in Zusammenarbeit mit der Metropolie von Iasi durchgeführt wurde. Vor Beginn der Tagung haben Kardinal Christoph Schönborn, der Apostolische Nuntius Jean-Claude Perisset, der Österreichische Botschafter in Bukarest, Christian Zeileissen, und die Delegation von PRO ORIENTE den rumänisch-orthodoxen Patriarchen Teoctist einen Höflichkeitsbesuch abgestattet, der in einer herzlichen Atmosphäre verlief.

Die Tagung wurde von Kardinal Schönborn und Metropolit Daniel von Iasi eröffnet, die sich auch rege an den Diskussionen beteiligten. An der Eröffnung nahmen ferner der österreichische Botschafter in Bukarest, Christian Zeileissen, und ein Vertreter des Kulturministeriums statt, das die Tagung gefördert hat.

Tagungsteilnehmer

Es referierten österreichische und rumänische Literaturwissenschaftler:
Auf österreichischer Seite der international und vor allem auch in Rumänien bekannter Grazer Liturgiewissenschaftler, Prof. Dr. Philipp Harnoncourt, der Grazer Liturgiewissenschaftler Prof. Erich Renhart und der Fribourger Patrologe Prof. Franz Mali (ausgebildeter Liturgiewissenschaftler).
Auf rumänischer Seite: Bischof Laurentiu Streza von Caransebes, Professor Nicolae Necula aus Sibiu und Professor Viorel Sava von der Orthodoxen Fakultät in Iasi.

Zielpublikum waren Fachleute auf den Gebieten der Liturgie und Liturgiewissenschaft, darunter die rumänisch-orthodoxen Bischöfe Laurentiu Streza von Caransebes und Casian von Galati, die römisch-katholischen Bischöfe Petru Gerghel von Iasi und Anton Cosa von Chisinau und der griechisch-katholische Bischof Virgil Bercea von Oradea, Liturgiewissenschaftler, Äbte und Äbtissinen aus der Moldau-Region, Mönche, Nonnen und auch Laien, insgesamt bis zu 60 Personen.

Neue Herausforderungen für die rumänisch-orthodoxe Kirche


Das Thema der Tagung wurde von Metropolit Daniel vorgeschlagen, der gleichzeitig einer der bedeutendsten, wenn nicht der bedeutendste Theologe der rumänischen Orthodoxie der Gegenwart ist. Kardinal Schönborn ist mit Metropolit Daniel seit seiner Zeit als Professor für Ostkirchenkunde an der Universität Fribourg befreundet. Im Jahre 2000 wurde Kardinal Schönborn mit dem Ehrendoktorat der orthodoxen Fakultät der Universität Bukarest ausgezeichnet.
Die rumänisch-orthodoxe Kirche leidet noch heute unter den Folgen der kommunistischen Zeit und sieht sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, denen sie unter anderem mit einer Erneuerung der Liturgiepastoral zu begegnen sucht. Sie legt dabei besonderen Wert auf einen verantwortungsbewussteren Vollzug der Liturgie durch die Zelebranten und die Gläubigen. Die Liturgie soll daher, wenn überhaupt, nur mit größter Behutsamkeit verändert werden, da es ja vor allem sie war, die die rumänische orthodoxe Kirche über die kommunistische Zeit hinweg gerettet hat. Metropolit Daniel sieht die Gefahr eines Bruches zwischen Liturgie und dem täglichen Leben. Es geht ihm vor allem um die Frage, wie man die Liturgie in das heutige Leben übersetzen kann.

Gegenseitiger Erfahrungsaustausch äußerst wertvoll und wichtig



Aus all dem folgt das grosse Interesse der rumänisch-orthodoxen Kirche an der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils und den Erfahrungen, die die katholische Kirche damit gemacht hat. Der Erfahrungsaustausch in den Arbeitskreisen und in persönlichen Gesprächen wurde von beiden Seiten als sehr wertvoll bezeichnet. Auf katholischer Seite wies man auch auf die großen Defizite in der Kenntnis der östlichen Liturgie hin. Kardinal Schönborn unterstrich die Komplementarität der spirituellen Erfahrung zwischen den beiden großen Kirchen und erwähnte bei dieser Gelegenheit das Buch des früheren Leiters der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger: „Der Geist der Liturgie. Eine Einführung“. „Das Prinzip der Teilnahme am Heil durch bedenkende und bedankende Vergegenwärtigung des Christusgeheimnisses ist Ost und West gemeinsam“ (Prof. Harnoncourt). Es gibt in der rumänischen Orthodoxie zwar beharrende Tendenzen, es gibt aber auch neue überraschende und beachtenswerte Wege in der Katechese, die auf die neue Situation im Land eingehen. Man bedient sich mit viel Geschick und Engagement aller moderner Medien.

Konstruktive Tagung in herzlicher Atmosphäre


Während der Tagung wurde die in Iasi gedruckte Publikation der Beiträge der ersten Studientagung über Illuminismus und Hesychasmus vorgestellt. Auch die Beiträge der zweiten Tagung sollen ebenfalls in Bälde sowohl in rumänischer, wie in deutscher Sprache erscheinen. Die Tagung verlief in einer konstruktiven und überaus herzlichen Atmosphäre. Viele Kontakte wurden vertieft und neue geknüpft. Beide Seiten wünschen sich eine Fortsetzung des Erfahrungsaustausches, insbesondere in der Frage der Liturgiepastoral.

Kardinal Schönborn reiste nach der Tagung nach Chisinau (Republik Moldau) weiter, wo er das Grundstück für den Bau eines Obdachlosenheimes segnete. Das ist der erste Besuch eines Kardinals in dieser einst zur Sowjetunion gehörenden Republik.Weitere Informationen

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    Orthodoxe Metropolie von Iasi

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