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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Termine

Juni 2006

Donnerstag
1. Juni 2006 - Montag
5. Juni 2006
Jing-Jiao in China and Central Asia
International Conference
  • Datum01. Juni 2006 -
    05. Juni 2006
  • Ort
      Bildungshaus St. Virgil
      Ernst Grein Straße 14, 5020 Salzburg
  • SektionSalzburg
  • Statusöffentlich


Am Pfingstdienstag ging in Salzburg die zweite internationale Tagungung „Forschung über die Kirche des Ostens in China und Zentralasien“ zu Ende. Ein weltweit erstes Treffen von Wissenschaftleren verschiedener Disziplinen aus der ganzen Welt, die in diesem kirchen- und kulturgeschichtlich höchst interessanten Forschungsbereich tätig sind, hatte in Salzburg schon vor drei Jahren stattgefunden. Die Ergebnisse konnten nun in einem 700 Seiten starken Band vorgestellt werden.

Es ist noch immer viel zu wenig bekannt, dass sich das Christentum schon in den ersten Jahrhunderten über Indien und Innerasien bis nach China ausgebreitet hat, dass sich die Kirche in China bereits 635 mit Unterstüzung des chinesischen Kaiser organisiert hat und dass es bei den Turkvölkern und Chinesen im Mittelalter eine enwickelte kirchliche Struktur gab. Kirchliches Oberhaupt des Christentums in Asien war der Katholikos von Seleucia-Ktesiphon bzw. später Bagdad.

Von der Kirche des Römischen Reiches wurde die Kirche Asiens als häretisch diffamiert, sodass man fälschlicherweise noch immmer von „Nestorianern“ spricht. Die Schreckensherrschaft des zum Isalm bekehrten Mongolenkhans Timur Lenk (Tamerlan) und konsequente Verfolgungen in China führten im 14. und 15. Jahrhundert zur vollständigen Vernichtung dieser Kirche in Inner- und Ostasien.

Die Thomaschristen in Indien und kleine Reste in manchen Randgebieten wurden seit dem 16. Jahrhundert von der katholischen Mission übernommen. In China fanden die Jesuiten hingegen keinen einzigen Christen mehr vor. Umso erstaunlicher sind die Schriftzeugnisse und immer zahlreicheren Bodenfunde, deren Deutung im Einzelnen noch viele Rätsel aufgibt.

Die beiden bisherigen Tagungen wurden von dem Kirchenhistoriker und PRO ORIENTE Vorstandsmitglied Peter Hofrichter (Salzburg) und dem Sinologen P. Roman Malek SVD (Sankt Augustin / Bonn) geleitet. Die auch diesmal wieder etwa 30 Wissenschaftlern kamen zu einem Drittel aus Festlandchina, die übrigen aus Australien, aus Indien, aus der Mongloei, aus den USA, Deutschland, England, Frankreich, Italien, und Österreich.

Im Rahmen der allgemeinen Religionsgeschichte ist die Erforschung des „Jingjiao“, wie das frühe Christentum auf Chinesisch heißt, auch im kommunistischen China akademisch etabliert und anerkannt. Die nächste Tagung wurde für 2009 in Aussicht genommen.Weitere Informationen

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    Monumenta Serica Institute, St. Augustin (Germany)

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