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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Termine

Dezember 2009

Donnerstag
10. Dezember 2009
10:00 - 19:30
Stoppt Christenverfolgungen!
Aktionstag
  • Datum10. Dezember 2009, 10:00 - 19:30 Uhr
  • SektionWien
  • Statusöffentlich

Programm

    Am 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) plant die Plattform "Solidarität für verfolgte Christen" mit einem großen Info-Stand in Wiens Stock-im-Eisen-Platz (Stephansplatz Ecke Kärntnerstrasse) von 10 bis 18 Uhr einen:

    AKTIONSTAG:

    "CHRISTENVERFOLGUNG STEIGT - EUROPA SCHWEIGT!",


    um die Öffentlichkeit mit einer Power-Point-Präsentation und dokumentierten Unterlagen über dieses gravierende Thema näher zu informieren und sensibilisieren.
    Direkt Betroffene und Flüchtlinge werden aus erster Hand über ihre Schicksale berichten.

    18 Uhr: Wortgottesdienst im Stephansdom mit Weihbischof Dr. Franz Scharl und Chorepiskopos Dr. Emanuel Aydin (Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Wien).

    Abschließend: Lichterkette mit Fackeln um den Dom.

    WARUM WIR UNS ENGAGIEREN:

    80% aller religiös Verfolgten weltweit sind Christen. In über 50 Ländern erleiden sie:

    Mord, Vergewaltigung, Folter, systematische Vertreibung, Entführung, Zwangskonversion und andere Formen der Gewalt. Etwa 250 Millionen Christen rund um den Globus werden wegen ihres Glaubens diskriminiert.


    Aufgrund des Weltverfolgungsindexes 2009 mehrerer Menschenrechtsorganisationen geschieht dies vor allem in zahlreichen islamischen Staaten wie Saudi-Arabien, Iran, Somalia, Jemen, Pakistan, Ägypten, aber auch in kommunistischen Staaten, wie etwa Nordkorea, Vietnam oder in der VR China. In den letzten Monaten wurde über schwerste Gewalttaten gegen Christen – vor allem aus Irak, Ägypten, China und Nigeria – berichtet. Oft wird Gewalt gegen christliche Minderheiten staatlich unterstützt oder stillschweigend toleriert.

    Die Liste der Länder in denen Christen diskriminiert, unterdrückt, verfolgt, getötet werden ist lang.
    Den Missständen hat das österreichische Parlament 2008 einen Entschließungsantrag als Ausgangspunkt zur aktiven Bekämpfung einstimmig beschlossen.

    Diese Initiative der Plattform „Solidarität für verfolgte Christen“ wird unterstützt von:
    Dr. Mario Mauro (Vizepräsident des Europ. Parlaments)



    * * * * * * *

    EINLEITUNGSSTATEMENT von Dr. Johann Marte (Präsident der Stiftung
    PRO ORIENTE) anlässlich der PRESSEKONFERENZ in Wien am 3.12.2009


    Einige Stichworte zu Beginn:

    Irak, Herbst 2009: Neue Terrorserie mit Ermordung von Christen und Bombenattentaten!

    Somalia, März 2009: Einführung der Scharìa. Seitdem werden Christen mit dem Ziel, das Land von ihnen zu säubern, laufend eingesperrt und ermordet. Ein religiöser Genozid, wenn Sie so wollen (s. Bagdader Stadtviertel Dora).

    Pakistan: Ermordung von Christen und Brandschatzungen ihrer Einrichtungen nehmen zu. Handhabe: das Blasphemie-Gesetz.

    Ägypten, Mitte November 2009: Gewalt und Brandschatzung gegen ein koptisches Stadtviertel in Alexandrien. Die Polizei erzwingt die Wiederauslieferung eines Mädchens an ihre Entführer, die sie davor vergewaltigt, zwangskonvertiert hatten und die nun im 6. Monat schwanger ist.

    Ja, die Christenverfolgung steigt – und Europa schweigt!



    Dazu der irakische Bischof Najim am 30. November: „Warum lässt man uns so im Stich? Ich kann es nicht fassen, wie die internationale Gemeinschaft einfach nur dasteht und zuschaut, wie die Kirche in Irak langsam stirbt…“.

    Daher treten 20 Organisationen, mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, am 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, erneut vor die Öffentlichkeit, um auf die Lage der Christen weltweit aufmerksam zu machen. Wir vergessen aus diesem Anlass nicht der Frauen, der Kinder, der Flüchtlinge und vieler Minderheiten in aller Welt, die unter Gewalt und Menschenrechtsverletzungen leiden. Besonders schutzbedürftig sind jene, die wegen ihres Glaubens diskriminiert und verfolgt werden. Denn Glaubens- und Gewissensfreiheit ist doch das Herzstück der Menschenrechte, weil sie mit dem Innersten, der Würde des Menschen, zutiefst verbunden ist.

    Diese haben es besonders schwer in Staaten, in denen eine Staatsideologie alle abweichenden Meinungsäußerungen unterdrückt sowie in Staaten, in denen ein mit staatlicher Zwangsgewalt ausgestattetes Religionsgesetz die alleinige Quelle allen Rechts ist.

    Hauptschauplätze: kommunistische Diktaturen und islamische Staaten


    Es ist daher kein Zufall, dass das Christentum mit seiner befreienden, mit großer sozialer Sprengkraft ausgestatteten Botschaft schon von den Gründervätern des Marxismus-Leninismus zum Erzfeind und Hauptkonkurrenten erklärt wurden und heute noch ist. Es ist kein Zufall, dass sich daher unter jenen Ländern in denen Christenverfolgung besonders arg ist, alte Einparteiendiktaturen, wie Nordkorea, Vietnam, China aber auch das neo-marxistische Eritrea befinden.

    Und es ist auch kein Zufall, dass Christen in Staaten, in denen „alles Recht und alle Freiheiten den Verfügungen der Scharìa unterworfen sind“, wie es in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Islam (1990 in Kairo von der OIC - Organisation der islamischen Konferenz - beschlossen) heißt, in dem Maße Probleme bekommen, in dem die Scharìa - das Religionsrecht des Islam - exekutiert wird. Der Einzelne ist dort nur dann voll berechtigter Träger von Rechten und Pflichten, wenn er der Islamischen Religionsgemeinschaft, der UMMA angehört. Alle Anderen sind Menschen, bzw. BürgerInnen 2. Klasse. Alle unsäglichen Diskriminierungen religiöser, kultureller, gesellschaftlicher und beruflicher Art - und letztlich auch die Verfolgungshandlungen – leiten sich daraus ab. Hier liegt ein Grundübel sehr vieler islamischer Staaten: der Schulterschluss zwischen Staat und Religion – er ist die gefährlichste Vermischung, die es gibt – sagte schon Kardinal König.

    Zum Glück für Andersdenkende wird die Scharìa nicht in allen islamischen Staaten mit derselben Härte exekutiert. Die Heiligen Schriften des Islam sind ambivalent. Es gibt neben christenfeindlichen auch christenfreundliche Aussagen. Beide Haltungen sind im Islam offensichtlich legitim. In vielen islamischen Ländern werden christenfeindliche Aussagen nicht, oder nur teilweise, angewandt. Dort aber wo sie angewandt werden, von Staaten oder in islamischen Mehrheitsgesellschaften, mit Billigung der Behörden – Tendenz steigend - leiden christliche Minderheiten sehr, so sehr, dass der Exodus der letzten Verbliebenen droht, wenn, wie etwa es die neue irakische Verfassung vorsieht, die Scharìa eingeführt wird.

    Wie wirkt sich das islamische Religionsgesetz in der Praxis aus? Ein Beispiel: Ein zum Christentum konvertierter Ägypter stellte einen Antrag auf Registrierung seines Religionswechsels. Dieser wurde in allen 3 Instanzen unter ausdrücklichem Bezug auf die Scharìa abgelehnt. Nach Todesdrohungen und einer entsprechenden Fatwa (=Urteil) musste er mit seiner Familie untertauchen. In 9 islamischen Staaten steht die Androhung der Todesstrafe für Konversion sogar im Gesetz!

    Der Gerechtigkeit halber ist hinzuzufügen, dass auch Muslime, wie Schriftsteller, Wissenschaftler und besonders reformfreudige Kräfte, unter dem Fehlen der Meinungsfreiheit leiden. So gilt allein der Zweifel an der buchstäblichen Offenbarung des Koran als todeswürdiges Verbrechen, wie im Fall des Dozenten der Kairoer Universität Nasr Hamid Abu Zaid.

    Wir haben im vergangenen Jahr auf die Diskriminierung von rund 250 Millionen Christen und ihre Verfolgung in 50 Ländern der Welt hingewiesen. Seither hat sich die Situation insgesamt – und in manchen Staaten sogar erheblich -verschlechtert.

    Im Weltverfolgungsindex 2009 der internationalen Menschenrechtsorganisation Open Doors steht Nordkorea nach wie vor an der Spitze aller Länder, gefolgt von Saudiarabien und den Iran. Erheblich verschlechtert hat sich die Situation in Afghanistan, Somalia, Eritrea, Ägypten, Nigeria sowie Irak und Pakistan. Von den letzteren 6 Ländern wird noch die Rede sein.

    Es ist äußerst alarmierend, dass sich unter den ersten 40 Ländern, in denen die Verfolgung von Christen am stärksten ist, 30 islamische Länder befinden. Der Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung Günter Nooke stellte jüngst fest, die „weltweit größte Gruppe der aus religiösen Gründen Verfolgten seien Christen“ – nämlich 80% - wie Menschenrechtsorganisationen feststellen.

    Appell an Muslime


    Daher richten wir einen dringenden Appell an alle wohlgesinnten gläubigen Muslime in Österreich und in Europa:
    „Wir bitten Sie, die Sie in unseren Ländern Religionsfreiheit und die Vorteile des Rechts- und Sozialstaates genießen können, ihren ehemaligen christlichen Nachbarn in ihrer Bedrängnis zur Hilfe zu kommen, selbst öffentlich gegen Diskriminierung und Gewalt aufzutreten sowie auf Institutionen und Ihre Verwandten und Freunde in ihren ehemaligen Heimatländern einzuwirken, dass Diskriminierungen und Gewalt gegen christliche Mitbürger/Innen aufhören und Friede einkehrt, wie es die Heiligen Schriften der Muslime und Christen vorschreiben.“

    Aktionstag, 10. Dezember 2009 in Wien


    Unsere Plattform „Solidarität mit verfolgten Christen“ wird sich am 10. Dezember 2009 von 10 bis 18 Uhr auf dem Stock-im-Eisenplatz beim Stephansdom präsentieren. Es wird einen großen Informationsstand geben. Es wird eine laufende Power-Point-Präsentation geben und Gesprächsmöglichkeiten mit Betroffenen und Flüchtlingen sowie orientalische Erfrischungen. Um 18 Uhr wird Weihbischof, Dr. Franz Scharl, gemeinsam mit dem Chorepiskopos der syrisch-orthodoxen Kirche, Dr. Emanuel Aydin, einen ökumenischen Wortgottesdienst halten.
    Den Abschluss bildet eine Lichterkette mit Fackeln rund um den Dom.

    Unsere Aktion wird unterstützt vom Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments Dr. Mario Mauro. (Der Unterstützungsbrief liegt vor.)

    Was wollen wir erreichen?


    Unsere Aktion richtet sich nicht gegen den Islam an sich, schon gar nicht gegen wohlgesinnte, friedfertige und gläubige Muslime, sondern sie setzt sich für gleiche Menschenrechte für Christen - insbesondere für die Glaubens- und Gewissensfreiheit - ein.

    Wir wollen die eskalierende Verfolgung von Christen weltweit der Öffentlichkeit erneut ins Bewusstsein rufen. Wir bitten die Medien nicht zu schweigen, sondern den Opfern eine Stimme zu geben, wie es ein christlicher Musiklehrer aus einem eritreischen Foltergefängnis ruft: „Wer redet für uns? Bitte tut Eure Arbeit. Ihr seid unsere Advokaten solange wir keine Stimme haben“.

    Wir appellieren an die österreichische Bundesregierung und die Europäische Union, sich verstärkt für den Kampf gegen die wohl „größte Christenverfolgung der Neuzeit“ (Papst Benedikt XVI.) einzusetzen, wie es auch eine Entschließung des österreichischen Nationalrates vom 2. Juli 2008 einstimmig gefordert hat.

    Dr. Johann Marte

Partner


    Die PLATTFORM "SOLIDARITÄT MIT VERFOLGTEN CHRISTEN":

  • Erzdiözese Wien - Kategoriale Seelsorge
  • IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte)
  • Kirche in Not
  • CSI (Christian Solidarity International)
  • Österreichische Kommission Iustitia et Pax
  • Wiener Akademikerbund
  • Österreichischer Akademikerbund
  • Österreichische Evangelische Allianz
  • Open Doors
  • Kairos Consulting
  • IEF (Institut für Ehe und Familie)
  • Dominikanerorden
  • Aktion für verfolgte Christen und Notleidende
  • EKV (Europäischer Kartellverband)
  • Union Orientalischer Christen in Österreich
  • Assyrische Demokratische Organisation (Österreich)
  • Integration koptischer und österreichischer Freundschaften
  • Kimi - Koptischer Verein für Menschenrechte (Steiermark)
  • Koptisch-Österreichische Organisation

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