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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Termine

Dezember 2010

Freitag
10. Dezember 2010
12:00 - 19:00
Christenverfolgungen 2010

Aktionstag in Wien der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen"

Aktionstag
  • Datum10. Dezember 2010, 12:00 - 19:00 Uhr
  • Ort
      Wien
  • SektionWien
  • Statusöffentlich

Christenverfolgungen nehmen überall dramatisch zu. Rund 80% aller religiös Verfolgten weltweit sind Christen. In über 50 Ländern erleiden sie systematische Vertreibung, Entführung, Zwangskonversion, Vergewaltigung, Folter und andere Formen der Gewalt bis zum Mord.

Mehr als 200 Millionen Christen rund um die Welt werden wegen ihres Glaubens diskriminiert.

Mit dem Motto "Stopp Christenverfolgung" möchte die PLATTFORM SOLIDARITÄT MIT VERFOLGTEN CHRISTEN (*) - zu der auch PRO ORIENTE gehört - am 10. Dezember (UN-Tag der Menschenrechte) auf die zunehmende Diskriminierung und Verfolgung von Christen in mehr als 50 Ländern der Welt aufmerksam machen.


(*) Mitglieder der Plattform:

Aktion für verfolgte Christen und Notleidende (AVC) - Christian Solidarity International (CSI Österreich) - Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen Christen - Dominikanerorden - Erzdiözese Wien (Kategoriale Seelsorge) - Institut für Ehe und Familie (IEF) - Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) - Iustitia et Pax Österreich - Kirche in Not - Koptisch-Österreichische Freundschaft - Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV) - Open Doors - Österreichischer Cartellverband (ÖCV) - Österreichische Evangelische Allianz - Österreichischer Akademikerbund - Pro Oriente - Union orientalischer Christen - Verband Christlicher Studentinnen (CVS) - Verband farbentragender Mädchen (VfM) - Verein für Ägyptische Familien (VÄF) - Wiener Akademikerbund

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Beitrag der Stiftung PRO ORIENTE beim Orientalischen Presse-Frühstück am 6.12.2010:

Ein religiöser Genozid im Gange?
Die Gefahr der Auslöschung der Christen im Nahen Osten


Im Namen der Plattform „Solidarität mit verfolgten Christen“ danke ich Ihnen für Ihre Teilnahme an diesem Presse-Frühstück, das uns orientalische Gemeinden servieren. Noch mehr Organisationen als im vergangenen Jahr, nämlich 21, werden am 10. Dezember, dem UN-Tag der Menschenrechte, im Zentrum Wiens gegen Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung von Christen in über 50 Staaten der Welt öffentlich protestieren. In vielen Ländern, wie im Irak, Ägypten, Iran und Pakistan hat die Gewalt gegen Christen in letzter Zeit weiter an Härte zugenommen. Von 100 Menschen, die weltweit wegen ihres Glaubens ermordet werden, sind 75 Christen, so wie es der OSZE-Beauftragte gegen Rassismus und Diskriminierung, der EU-Abgeordnete Mario Mauro betont. Angesichts der systematischen Säuberungen von Christen ganzer Stadtviertel in Bagdad und anderen Städten des Irak sprechen Menschenrechtsexperten der UNO sogar von religiösem Genozid. Im Fokus unserer Proteste am 10. Dezember steht das Blutbad, das ein Selbstmordkommando radikaler Moslems am 31. Oktober (Vorabend von Allerheiligen) mit dem Ruf: „Allu Akhbar“ in einer Kirche und ein paar Tage später auch in Häusern von Christen in Bagdad verursacht hat.

Die Verfolgung Andersgläubiger im Namen Gottes
Wir vergessen nicht, dass es Diskriminierungen und Verfolgungen von Christen heute auch noch unter den verbliebenen kommunistischen Regimen – besonders in Nordkorea – und in anderen Teilen der Welt gibt, auch in Indien und überall dort, wo die Botschaft Christi Machtinteressen im Wege steht und als Ärgernis empfunden wird – nicht zuletzt auch in unseren eigenen Ländern. Aber besonders schmerzlich und schlechthin blasphemisch ist die Verfolgung Andersgläubiger im Namen Gottes. In höchstem Maße blasphemisch und doppelt verbrecherisch ist sie auch deshalb, weil damit sehr oft, in heuchlerischer Weise, keine religiösen, sondern rein weltliche Ziele verfolgt werden. Die blutige Verfolgung geschieht außerdem im Namen einer Religion, mit der uns gemeinsame Wurzeln verbinden, wie das 2. Vatikanische Konzil sagt. Auch deshalb ist gerade die Religionsfreiheit so fundamental für gesunde Beziehungen zwischen Muslimen und Christen, so die päpstliche Sondersynode für den Nahen Osten im vergangenen Oktober. Sie ist der Lakmustest für alle anderen Rechte, sagte Papst Johannes Paul II.

Diskriminierung und Verfolgung geschehen auf mehrfache Weise: durch gesetzliche Diskriminierung, wie z.B. Kriminalisierung von Glaubenshandlungen durch behördliche Schikanen – besonders arg in Ägypten -, Ausschluss von öffentlichen Ämtern, soziale und kulturelle Ghettoisierung, fehlenden Schutz vor Angriffen gegen Leib und Leben, fehlende Verfolgung und Aburteilung von Tätern, was seit Jahrzehnten der Fall ist, etc., etc.
Es geht nicht um Sonderrechte für Christen, sondern um jene universalen Grund- und Freiheitsrechte, die von Millionen Muslimen hierzulande, in unseren Staaten, eingefordert und mit großer Selbstverständlichkeit in Anspruch genommen werden.

Mit Genugtuung haben wir daher den scharfen Protest der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs gegen die blutige Gewalt gegen Gläubige in einer Kirche in Bagdad registriert. Und wir wissen auch, dass es islamische Würdenträger gibt, wie den Großmufti von Syrien, die gegen den Missbrauch der Religion auftreten und sagen: Es gibt keinen Hl. Krieg, nur der Friede ist heilig. Aus welchen Gründen immer, die Lage der Christen in – sage und schreibe - 35 muslimischen Ländern (laut Verfolgungsindex der Menschenrechtsorganisationen und OSZE) bedroht ist – die Gründe sind vielfältig, sie haben sehr viel mit der wörtlichen Interpretation, der für den Islam Heiligen Schriften zu tun - Faktum ist, dass ihre Ohnmacht und ihre Verzweiflung das erträgliche Maß längst überschritten haben. Im Irak aber auch in anderen Regionen kämpfen Christen buchstäblich ums nackte Überleben. Was ihnen bleibt, ist beten, in ihrer Heimat und in Österreich, wohin immer mehr flüchten und demonstrieren gegen das himmelschreiende Unrecht unter dem die Zuhause-Gebliebenen mehr und mehr zu leiden haben. Wir haben mit den Kopten, nicht zum ersten Mal, nach blutigen Anschlägen gebetet und demonstriert und zuletzt – nach den Anschlägen in Bagdad – auch mit den Christen aus dem Irak. Aber nie fiel ein Wort des Hasses, weder gegen Muslime noch gegen den Islam insgesamt.

Ein dringender Appell an alle Muslime und Musliminnen
So wie vor kurzem der Präsident des Päpstlichen Rates für Interreligiösen Dialog und die Katholische Kirche Deutschlands, richtet auch die Plattform „Solidarität mit verfolgten Christen“ hiermit einen dringenden Appell an die in Österreich lebenden Muslimen und Musliminnen, sich in ihren Heimatländern für:
volle Religionsfreiheit und gleiche Rechte für ihre ehemaligen Mitbürgerinnen und Mitbürger einzusetzen, damit auch sie in den Genuss jener Rechte kommen, die Muslime und Musliminnen in unseren demokratischen Staaten so sehr schätzen und auch in Anspruch nehmen. Sie mögen es, bitte, tun – auch im Namen Gottes, den sie doch den Allbarmherzigen nennen.

Aktionstag in Wien am 10. Dezember 2010 (UN-Tag der Menschenrechte)
Die weltweiten Proteste orientalischer Christen, verbunden mit Initiativen der EU und Entschließungen von Parlamenten – wie auch des österreichischen – haben in Einzelfällen Wirkung gezeigt. Wir sind fest davon überzeugt, dass noch mehr beherzte staatliche Initiativen auch auf bilateraler und multilateraler Ebene und besonders eine stärkere Wahrnehmung durch die Medien noch viel mehr erreichen könnten, so wie zur Zeit des Kalten Krieges mediale und staatliche Proteste vielen Andersdenkenden im kommunistisch regierten Osteuropa das Leben gerettet haben. Auch würden sich dann die Christen im Orient nicht mehr so im Stich gelassen fühlen von Europa und der christlichen Welt, wie es derzeit der Fall ist. Wir wollen mit unserem Aktionstag am 10. Dezember 2010 in Wien wachrütteln!

Meine Damen und Herren: Sie haben es in der Hand, mitzuhelfen, Menschenleben zu retten!


Dr. Johann Marte
(Präsident)

Wien, 6. Dezember 2010

Programm

    Die Plattform „ Solidarität mit verfolgten Christen “ fokussiert an diesem Aktionstag besonders auf:

    CHRISTEN OHNE MENSCHENRECHTE im Nahen und Mittleren Osten und gibt Auskunft:

    12 - 17 Uhr: am Informationsstand am Stock-im-Eisen-Platz;

    15 Uhr: Dort, am Podium, werden VIP-Redner anwesend sein, um gemeinsam mit Betroffenen und Zeugen über die teils dramatische Lage der Christen (u. a. in Ägypten und Irak) zu berichten.

    17.15 Uhr: Fackelzug (Treffpunkt: Staatsoper, Ziel: Stephansdom).

    18 Uhr: Wortgottesdienst im Dom (zelebriert von S. E. Weihbischof Dr. Franz Scharl; Kozelebrant: Pater Leo Maasburg, Missio Österreich)

Partner


    Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" (*)

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