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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Kardinal Koch besuchte PRO ORIENTE-Generalsekretariat (Oktober)

Würdigung der Arbeit der Stiftung für den Dialog zwischen der katholischen Kirche und den östlichen Kirchenfamilien

Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, war am Mittwoch im Generalsekretariat der Stiftung PRO ORIENTE in der Wiener Hofburg zu Gast, wo er mit Präsident Alfons M. Kloss, Vizepräsident em. Prof. Rudolf Prokschi und weiteren Vorstandsmitgliedern zusammentraf. Kardinal Koch würdigte in herzlichen Worten die Arbeit der Stiftung PRO ORIENTE, die für den Dialog zwischen der katholischen Kirche und den östlichen Kirchenfamilien von großer Bedeutung sei.

v.li.: E. Leitenberger, R. Prokschi, A. Kloss, K.

Im Gespräch mit dem PRO ORIENTE-Leitungsteam skizzierte der Kardinal die verschiedenen Dialogvorgänge mit den östlichen Kirchen. Die 2004 begründete Kommission für den Dialog mit den orientalisch-orthodoxen Kirchen (in der auch der Vorsitzende der Salzburger PRO ORIENTE-Sektion, Prof. Dietmar W. Winkler, Mitglied ist) zeichne sich durch eine sehr gute, familiäre Atmosphäre aus. Durch die 1971 bei einer Theologentagung erstellte „Wiener Christologische Formel“ habe PRO ORIENTE eine wichtige Vorarbeit für diese Kommission geleistet. Auch der Dialog mit der heute als „assyrische Kirche“ bezeichneten Apostolischen Kirche des Ostens gehe voran.

Eingehend schilderte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen die verschiedenen Phasen des 1980 begonnenen offiziellen theologischen Dialogs mit den orthodoxen Kirchen. Die Tagung der Dialogkommission in Ravenna 2007 (an der auch Kardinal Christoph Schönborn teilnahm) habe einen „Durchbruch“ bedeutet, weil erstmals von Katholiken und Orthodoxen gemeinsam die Notwendigkeit eines Primats (in ausgewogenem Verhältnis zur Synodalität) auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens, von der lokalen Ebene über die regionale Ebene bis zur universalen Ebene anerkannt wurde. Derzeit werde in der Dialogkommission – die naturgemäß von den aktuellen Spannungen in der Orthodoxie betroffen ist – an einem Dokument über die Erfahrungen mit Synodalität und Primat im zweiten Jahrtausend gearbeitet. Kardinal Koch sprach sich dafür aus, im katholisch-orthodoxen Dialog auch offene theologische Fragen anzusprechen, die sensibel sind, wie etwa das Verhältnis von Kirche und Staat, im Hinblick auf das es in den Kirchen des Ostens und des Westens unterschiedliche Entwicklungen gegeben habe.

Große Bedeutung maß Kardinal Koch der „ökumenischen Bildung“ bei. Denn an Hand der Lösung historisch bedingter zwischenkirchlicher Konflikte könnten auch Lehren für die Behandlung von Konflikten in der eigenen Kirche in der Gegenwart gezogen werden.

Nach der Begegnung im PRO ORIENTE-Generalsekretariat traf Kardinal Koch im Erzbischöflichen Palais zu einem Mittagessen mit Kardinal Christoph Schönborn zusammen. Am Mittwochabend IST der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen Gast der PRO ORIENTE-Sektion Salzburg, am Donnerstagabend Gast der PRO ORIENTE-Sektion Linz.



Sektion: Wien

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