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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

PRO ORIENTE Summer Course 2018 (Juli)

World Council of Churches. Commemorating 70 Years of Ecumenical Dialogue

Der diesjährige Summer Course fand von 9.-12. Juli in Wien statt. Das 70-jährige Bestehen des Weltkirchenrats bot Anlass, dieses Jubiläum auch auf wissenschaftlicher Ebene zu würdigen, daher arbeiteten rund 40 Personen vier Tage zum Thema „World Council of Churches (WCC). Commemorating 70 Years of Ecumenical Dialogue“.

Mar Theophilose Kuriakose aus Kerala, IndienGruppenfoto anlässlich des Ecumenical Dinner Prof Dr Fr William Henn, OFM Cap vom Collegio San Dr. habil Katharina Kunter aus Frankfurt, DeutschlProf. Dr. Annemarie Mayer von der Universität LeuvBeim gemeinsamen Morgengebet in der Syrischen TradMag. Georg Nuhsbaumer, Leiter des ProgrammbereichsTeilnehmerInnen, die ausgewählt worden waren, beimMag. Esther Handschin, Wien(v.li.) Olav Fykse Tveit mit Dr. Augustin, Dr. May

Mit einem ökumenischen Dinner auf Einladung des Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung PRO ORIENTE, Kardinal Christoph Schönborn, zu Ehren des Eröffnungsvortragenden, Generalsekretär des Weltkirchenrates, Pastor Olav Fykse Tveit, sowie Gästen der Wiener Ökumene wurde der Kurs eröffnet.
Die Hauptvorträge hielten Dr. Olav Fykse Tveit zum Thema „World Council of Churches – 70 Years on the Way to Church Unity”, Prof. Dr. Fr. William Henn, Professor an der Päpstlichen Universität Gregorian, Mitglied der Kommission „Faith and Order“ des Weltkirchenrates, Konsultor des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen zum Thema „The Church – Towards a Common Vision“ und Prof. Dr. Annemarie Mayer, Professorin an der Katholischen Universität Löwen/Belgien, Mitglied der Joint Working Group between the Roman Catholic Church and the World Council of Churches zum Thema “The Joint Working Group between the Roman Catholic Church and the World Council of Churches (JWG)”.
Pastor Tveit fokusierte in seinem Vortrag auch die engen Beziehungen zur Katholischen Kirche sowie den Besuch von Papst Franziskus im Juni in Genf. Er ermutigte die jungen ForscherInnen, ökumenische Erfahrungen zu sammeln, denn die Zukunft liege in ihren Händen. Der Vortrag von Prof. Henn thematisierte neben dem Inhalt des oben genannten Dokuments auch die komplexen Entstehungsprozesse von ökumenischen Dokumenten. Am Ende zeigte er sich besonders beeindruckt von dem hohen theologischen Niveau der Teilnehmenden. Prof. Mayer ging besonders auf den historischen Kontext der Arbeitsgruppe ein und ließ die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen an Texten der JWG arbeiten.
Wie jedes Jahr fanden auch drei Workshops statt, die von folgenden ExpertInnen gehalten wurden: Dr. Theophilose Kuriakose, Metropolit der Malankara Syrisch Orthodoxen Kirche und Leiter des Theologischen Seminars, Mitglied der Kommission „Faith and Order“ des Weltkirchenrats, Mitglied des PRO ORIENTE Froum Syriacum und der Commission for Ecumenical Encounter between the Oriental Orthodox Churches and the Catholic Church, Kerala/India zum Thema „Oriental Orthodox Churches and the World Council of Churches”, Dr. habil. Katharina Kunter, Evangelische Theologin und Historikerin, Frankfurt/Main zum Thema „New Realities in the Global South: Pentecostal and Evangelical Churches challenging the Ecumenical Agenda” und Esther Handschin, Pastorin der Evangelisch-Methodistischen Kirche in Wien, Mitglied des Ökukmenischen Rats der Kirchen in Österreich, Nationalkoordinatorin des Ökumenischen Forums Christlicher Frauen in Österreich, Wien zum Thema „Local and national ecumenical work. Insights in twenty years experiences“. Letzterer war am Ende vor allem unter dem Stichwort „Coffeebreak Ecumenism“ bekannt.

Weiters konnten acht NachwuchswissenschaftlerInnen im Rahmen des von Renovabis unterstützten Summer Courses ihre Forschungsprojekte vorstellen. Die Bandbreite war groß und verdeutlichte einmal mehr, dass ökumenische Arbeit in allen theologischen Fächern relevant ist.
Die Teilnehmenden zeigten sich am Ende des Kurses sehr zufrieden und waren dankbar für die vielen neuen Erfahrungen. Die Förderung des Ost-West-Dialogs ist für PRO ORIENTE seit Gründung zentrale Aufgabe. Im Rahmen der ökumenischen Nachwuchsförderung ist es PRO ORIENTE aber auch wichtig, den Nord-Süd-Austausch zu fördern. Es ist in diesem Jahr gelungen Teilnehmende von Weißrussland bis Nigeria zu gewinnen. Immer wieder machen die Veranstalter die Erfahrung, dass viele der Teilnehmenden die „anderen“ Konfessionen ausschließlich, aus z. T. immer noch polemisch verfassten, Fachbüchern kennen. Ein Teilnehmer fasste zusammen: „In meiner Heimat (Indien) gibt es keine Orthodoxen, daher bin ich sehr dankbar hier gewesen zu sein, denn nun habe ich ein besseres Verständnis der byzantinischen Tradition gewonnen.“ Eine andere meine: „Jetzt habe ich auch Freunde aus den Protestantischen Kirchen.“
Prof. Dietmar W. Winkler war bei der Konzeption des Kurses beteiligt. Er betonte am Ende, es sei ihm kein derartiges Format in Europa bekannt, welches Christen und Christinnen aus Ost und West, aus Nord und Süd auf diese Art und Weise vereine. Besonders beeindruckt zeigte er sich, dass es möglich ist, in wenigen Tagen eine ökumenische Gemeinschaft zu bilden, die versucht, den anderen ernsthaft zu verstehen. Die jungen ForscherInnen seien hoch motiviert und somit sei die Zukunft des ökumenischen Dialogs in guten Händen. „Bleiben Sie dran!“, so Winkler zu den Teilnehmenden am Ende des Kurses.


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