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Metropolit Arsenios: Schule muss wissen, Werte und Haltungen vermitteln

01. April 2026

Grußwort des Metropliten bei internationalem Schulkongress in Wien

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Wien, 01.04.26 (poi) Für eine Schule, die neben Wissen vor allem auch Werte und Haltungen vermittelt, hat der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamkis) plädiert. In einer Welt, die sich rasch und oft mit Unsicherheit verändert, sei die Schule aufgerufen, ihre Rolle neu zu definieren. Die bloße Vermittlung von Wissen genüge nicht mehr, so Kardamakis, vielmehr bedürfe es der "Förderung von Ethos, Werten und geistiger Reife, die es jungen Menschen ermöglichen, verantwortungsbewusst und selbstbewusst in der Gesellschaft zu bestehen". 

Der Metropolit äußerte sich in einem Grußwort bei einem internationalen Schülerkongress, der am Sonntag in Wien zu Ende gegangen ist. Rund 100 Schülerinnen und Schüler hatten sich zu einer mehrtägigen Veranstaltung im Wiener Austria Center versammelt. Unter dem Generalthema "Die neue Schule" wurden Überlegungen zu neuen Formen von Schule und Bildung diskutiert, die die Kinder und Jugendlichen fit für das 21. Jahrhundert machen. 

An dem Kongress nahmen vor allem Schuldelegationen und Bildungsexpertinnen und -experten aus Griechenland, Rumänien, Moldau, Lettland und Kroatien teil. Veranstalter war die gemeinnützige Stiftung "Synthesis", die griechisch-orthodoxe Metropolis von Austria fungierte als Schirmherr des Kongresses. 

Themen der Tagung waren etwa der kreative Einsatz von KI im Unterricht, die Herausforderung der mentalen Gesundheit, die Integration von Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Schulprojekte, interkulturelle Bildungsprojekte und internationale Austauschprogramme oder auch der Umgang in Schulen mit Formen von Autismus oder ADHS. 

Der Kongress solle ein Ort der Kreativität, des Dialogs und der Inspiration bzw. eine hoffnungsvolle Botschaft für die Zukunft der Bildung sein, so Metropolit Arsenios. Er plädierte für eine Schule, "die kritisches Denken fördert, die Zusammenarbeit stärkt und die Individualität jedes Schülers respektiert". Zugleich brauche es eine "Schule, die sich nicht von der Tradition abwendet, sondern aus ihr Kraft und Sinn schöpft, um ihren Weg in die Zukunft zu gehen". 

Die aktive Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an diesem Prozess bewege ihn besonders, so der Metropolit. Er bezeichnete die Jugendlichen als "Hauptakteure der Bildungswirklichkeit". "Durch den Dialog und den Austausch von Ideen werdet ihr zu Mitgestaltern einer besseren Schule", ermutigte der Metropolit die Schülerinnen und Schüler. 

Die Kirche bleibe zugleich stets eine Wegbegleiterin im Bereich der Bildung und unterstütze jede Bemühung, die die ganzheitliche Entwicklung des Menschen fördert, so Metropolit Arsenios und er fügte hinzu: "Wissen ohne Ethos und geistige Orientierung läuft Gefahr, seinen Zweck zu verlieren; deshalb ist die Verbindung von Bildung mit zeitlosen Werten heute so wichtig."