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Moldau: Oberhaupt der Rumänisch-orthodoxen Kirche hat Rücktrittsgesuch eingereicht

01. June 2026

Metropolit Petru (79) macht Alter und gesundheitliche Gründe geltend - Patriarch Daniel ernennt Metropoliten von Iasi zum Administrator der rumänischen Kirchenprovinz in der Republik Moldau

Petru Paduraru

Chisinau/Bukarest, 01.06.26 (poi) Metropolit Petru (Paduraru) von Bessarabien, Oberhaupt der Rumänisch-orthodoxen Kirche in der Republik Moldau, hat beim Bukarester Patriarchat sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Laut Mitteilung des Patriarchats machte der Metropolit dafür Altersgründe bzw. gesundheitliche Probleme geltend. Laut einer Erklärung des Patriarchats wurde der Antrag am 27. Mai eingereicht und soll nun auf einer Sitzung des Synods der Kirche am 3. bzw. 4. Juni behandelt werden. Dabei dürfte es sich aber nur mehr um eine Formsache handeln, denn Patriarch Daniel hat bereits Metropolit Teofan, Erzbischof von Iasi, zum Administrator der Metropolie von Bessarabien ernannt. Er übt dieses Amt aus, bis die Kirchenleitung einen neuen Metropoliten wählt. 

In der Orthodoxen Kirche gibt es keine Bestimmung, wonach Metropoliten bzw. Bischöfe mit einem gewissen Alter ihren Rücktritt bei der Kirchenleitung einreichen müssen. Grundsätzlich sind sie auf Lebenszeit im Amt, können aber auf eigene Initiative hin aus dem Amt scheiden. Metropolit Petru vollendet am 24. Oktober sein 80. Lebensjahr. 

Laut der Volkszählung von 2024 bekennen sich 95 Prozent der moldauischen Bevölkerung zum orthodoxen Christentum. Es gibt allerdings zwei parallele orthodoxe Hierarchien auf dem gleichen Territorium, von denen eine zur Russisch-orthodoxen und die andere zur Rumänisch-orthodoxen Kirche gehört. Die Orthodoxie in der Republik Moldau ist tief gespalten. 

Nach einer wechselvollen Geschichte des Gebiets der heutigen Republik Moldau, in der sich Zeiten russischer und rumänischer Beeinflussung bzw. Herrschaft und entsprechender kirchlicher Zugehörigkeiten abwechselten, gab es zuletzt während der Zugehörigkeit Moldaus zur Sowjetunion ab 1944 nur noch eine zur Russisch-orthodoxen Kirche gehörende Hierarchie, während die zuvor bestehenden Strukturen der Rumänisch-orthodoxen Kirche in dieser Zeit verboten waren. 

Nach der Unabhängigkeit der Republik Moldau hat die Rumänisch-orthodoxe Kirche im Jahr 1992 die orthodoxe Metropolie von Bessarabien mit Sitz in der Hauptstadt Chisinau wiedererrichtet, der sich ca. ein Fünftel der orthodoxen Kirchengemeinden anschloss. Seitdem bestehen in Moldau die Strukturen der zur Russisch-orthodoxen Kirche gehörenden Moldauischen Orthodoxen Kirche unter Metropolit Vladimir und diejenigen der zur Rumänisch-orthodoxen Kirche gehörenden Metropolie von Bessarabien unter Metropolit Petru parallel zueinander. 

Wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der Positionierung des russischen Patriarchen Kyrill hierzu sind besonders in letzter Zeit viele Priester der Moldauischen Orthodoxen Kirche zur Metropolie Bessarabien übergetreten - eine Entwicklung, die von der proeuropäischen Regierung Moldaus unterstützt wird.