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Ökumene: PRO ORIENTE wird mit dem Klaus-Hemmerle-Preis ausgezeichnet

20. January 2026

Preisverleihung am 23. Jänner in Aachen - PRO ORIENTE-Präsident Koja: Preis ist Ansporn, "auf dem Weg des Dialogs und der Annäherung zwischen den Angehörigen der Schwesterkirchen in Ost und West weiter voran zu gehen"

Mitglieder des PRO ORIENTE Teams mit Kardinal Kurt Koch 2025 Foto PRO ORIENTE Team mit Kardinal Koch c PRO ORIENTE

Aachen/Wien, 20.01.26 (poi) Die Stiftung PRO ORIENTE wird am Freitag, 23. Jänner, mit dem renommierten Klaus-Hemmerle-Preis 2026 ausgezeichnet. Mit dem Preis ehrt die Fokolar-Bewegung Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich als Brückenbauer verdient gemacht haben und in besonderer Weise den Dialog zwischen den Kirchen, Religionen und unter verschiedenen Weltanschauungen fördern. Der Preis erinnert an den früheren Aachener Bischof Klaus Hemmerle (1929-1994). 

Die Preisverleihung findet am 23. Jänner 2026 im Aachener Dom statt. Laudator wird Metropolit Job von Pisidien vom orthodoxen Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel sein. Metropolit Job (Getcha) ist gemeinsam mit Kardinal Kurt Koch Co-Vorsitzender der Gemeinsamen Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der Römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche. 

Für die Stiftung wird Präsident Clemens Koja den Preis entgegennehmen. Er hält im Vorfeld der Verleihung fest: "Durch die Tatsache, dass die Jury erstmals entschieden hat, den Klaus-Hemmerle-Preis nicht an eine Einzelpersönlichkeit, sondern an eine Organisation zu verleihen, und dass die Wahl dabei auf PRO ORIENTE gefallen ist, fühlen wir uns sehr geehrt." Dass mit Metropolit Job von Pisidien der orthodoxe Ko-Präsident der offiziellen internationalen orthodox-katholischen Dialogkommission, also sozusagen der höchste Ökumene-Verantwortliche der Orthodoxen Kirche als Laudator gewonnen werden konnte, sei eine weitere hohe Auszeichnung für PRO ORIENTE. "Für beides sind wir zutiefst dankbar", so Koja. 

Die Stiftung wolle die Auszeichnung aber auch als Ansporn verstehen, "auf dem Weg des Dialogs und der Annäherung zwischen den Angehörigen der Schwesterkirchen in Ost und West weiter voran zu gehen". Man bemühe sich darum auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen regionalen Kontexten, insbesondere durch die Arbeit mit jungen Menschen aus diesen Kirchen - "als weitere wichtige Bausteine zu Versöhnung und Frieden, weit über den unmittelbaren kirchlichen Kontext hinaus", so Präsident Koja. 

Neben Koja werden u.a. auch sein Vorgänger im Präsidentenamt, Alfons Kloss, Generalsekretär Bernd Mussinghoff und Projektkoordinatorin Viola Raheb nach Aachen reisen. Sie werden auch im Vorfeld der Preisverleihung in der Citykirche St. Nikolaus die Arbeit von PRO ORIENTE vorstellen. 

In der Begründung der Jury heißt es, die Stiftung PRO ORIENTE habe immer wieder starke Impulse zu Versöhnungsprozessen in verschiedenen Regionen der Welt gegeben. Besonders beeindruckt habe ihr gesamtgesellschaftlicher Beitrag für Verständigung und Kooperation, gerade auch im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen. Gerade für junge Menschen würden Räume für Diskussion und Austausch geschaffen - in den Ländern des Nahen Ostens, aber auch in Ost- und Westeuropa. 

Der Klaus-Hemmerle-Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist undotiert. Bisherige Preisträger waren unter anderen der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel (2008), die Lepraärztin Ruth Pfau (2014), die muslimische AIDS-Ärztin Noorjehan Abdul Majid aus Mosambik (2016) und der inzwischen verstorbene frühere deutsche Landesrabbiner Henry Brandt (2018). Im Jahr 2020 wurde das im vorigen Jahr verstorbene frühere Oberhaupt der Orthodoxen Kirche Albaniens, Erzbischof Anastasios (Yannoulatos) ausgezeichnet, 2022 die ehemalige polnische Ministerpräsidentin Hannah Suchocka und zuletzt 2024 der kanadisch-tschechische Kurienkardinal Michael Czerny. 

Die Fokolar-Bewegung gehört zu den neuen geistlichen Aufbrüchen, die in den letzten 80 Jahren in den christlichen Kirchen entstanden sind. Ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 1943 in Trient zurück. Mittlerweile ist sie in mehr als 180 Ländern der Welt vertreten. Ihr Ziel ist, den Geist der Einheit und Geschwisterlichkeit verstärkt in Kirche und Gesellschaft und in alle Bereiche des menschlichen Lebens hineinzutragen.