Österreicherin übernimmt Kirchengeschichte-Professur an Uni Regensburg
24. February 2026
PRO ORIENTE-Vorstandsmitglied Andrea Riedl zur Professorin für Mittlere und Neue Kirchengeschichte ernannt
Wien/Regensburg, 24.02.26 (poi) Am 16. Februar 2026 wurde Andrea Riedl zur Professorin für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg ernannt. Mit der Ernennung der Österreicherin erhält die Regensburger Fakultät einen profilierten Schwerpunkt in Theologischer Mediävistik bzw. Kirchengeschichte des Mittelalters sowie in Ostkirchenkunde, die Riedl in Forschung und Lehre seit vielen Jahren betreibt. Sie war bereits seit März 2024 als Vertretungsprofessorin in Regensburg tätig. Ein besonderes Anliegen war und ist Riedl auch die Förderung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Beginn ihrer akademischen Laufbahn.
Die Ernennung Riedls ist auch für PRO ORIENTE ein Grund zur Freude. Riedl ist Mitglied im Vorstand der Stiftung PRO ORIENTE und wissenschaftliche Leiterin der neuen Initiative PO-ES (PRO ORIENTE Emerging Scholars), vormals "Summer Course". PRO ORIENTE-Präsident Clemens Koja beglückwünschte Riedl anlässlich ihrer Ernennung als Professorin: "Als Stiftung PRO ORIENTE gratulieren wir unserem Vorstandsmitglied Andrea Riedl sehr herzlich. Wir wünschen ihr ein erfolgreiches Wirken als Lehrstuhlinhaberin und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit."
Ähnlich äußerte sich auch PRO ORIENTE-Vizepräsident Prof. Rudolf Prokschi, früher Vorstand des Instituts für Theologie und Geschichte des christlichen Ostens an der Wiener Katholisch-theologischen Fakultät. In den Jahren der Zusammenarbeit an der Fakultät habe er Andrea Riedl sehr schätzen gelernt. Durch ihre Mitarbeit bei der Stiftung PRO ORIENTE in Wien werde der Kontakt auch in Zukunft weiter lebendig bleiben. Das sehe er als einen Gewinn für den Einsatz von PRO ORIENTE, so Prokschi.
Andrea Riedls Schwerpunkte liegen in der Kirchen- und Theologiegeschichte des Mittelalters, besonders in Fragen der Beziehungen zwischen Lateinern und Griechen entlang der kirchlich-theologischen Ost-West-Achse. Sie betont das notwendige Aufbrechen einer Europa-zentrierten kirchengeschichtlichen Skizze zugunsten des Einbezugs des christlichen Ostens, d.h. der heutigen orthodoxen, orientalisch-orthodoxen, assyrischen und katholischen Ostkirchen. Riedl beschäftigt sich außerdem mit Jenseitstheologien des Mittelalters in Ost und West und engagiert sich auf diese Weise im Regensburger Masterstudiengang "Perimortale Wissenschaften", der 2020 neu an der Universität Regensburg gegründet wurde.
Darüber hinaus forscht sie zur Geschichte von Orden und religiösen Gemeinschaften, darunter in erster Linie zur Theologie und Geschichte des Dominikanerordens und – in internationaler Kooperation – zu den zweiten Generationen von Orden und religiösen Gemeinschaften.
Riedl beschäftigt sich auch mit den literarischen und theologischen Koordinaten historischer Kontroverstheologie im Sinne eines Auslotens von Chancen und Grenzen, von Aussageabsicht und Aussagegehalt der in der Christentumsgeschichte weit verbreiteten polemischen Textgattung. Vor diesem Hintergrund sind auch die Anliegen der Stiftung PRO ORIENTE in ihrer Forschung und Lehre präsent, indem sie sich mit Ökumene in der Geschichte der Kirchen auseinandersetzt und selbst auch im inoffiziellen ökumenischen Irenäus-Arbeitskreis sowie als Beraterin der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz tätig ist. Mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement möchte sie ökumenisch-historische Forschung für den gegenwärtigen Dialog der Kirchen fruchtbar machen.