PRO ORIENTE brachte Kirchen der syrischen Tradition zusammen
24. July 2026
Neues Video gibt Einblicke in 7. "Colloquium Syriacum" und PRO ORIENTE-Jugendworkshop, die beide gemeinsam im Stift Klosterneuburg stattfanden
Wien, 24.07.26 (poi) Vom 29. Juni bis 3. Juli war das Stift Klosterneuburg Schauplatz einer Premiere: Zum einen tagte im Stift das 7. "Colloquium Syriacum" der Stiftung PRO ORIENTE, das Bischöfe, Theologinnen und Theologen sowie weitere Fachleute aus den Kirchen der syrischen Tradition zum Austausch zusammenbrachte. Parallel dazu fand ein PRO ORIENTE-Workshop mit Jugendlichen aus diesen Kirchen statt. Beide Veranstaltungen standen unter dem Generalthema "In Europa zu Hause – im Dialog mit den Herkunftsländern".
Eine derartige Doppelveranstaltung gab es bisher noch nicht. Beide Foren profitierten davon. An manchen Einheiten nahmen die Jugendlichen und die Mitwirkenden des Colloquiums gemeinsam teil, was von beiden Seiten als sehr bereichernd wahrgenommen wurde. Das kommt auch sehr deutlich in einem Video zum Ausdruck, das auf dem Youtube-Kanal von PRO ORIENTE abrufbar ist. Es gibt Einblicke in die Arbeit der beiden Foren und die positive Atmosphäre dieser Tage im Stift Klosterneuburg.
Im Fokus der gesamten Woche stand die aus verschiedenen Perspektiven beleuchtete Frage, welche Rolle die Liturgie bzw. die verschiedenen Liturgien für die gemeinsame Identität der syrischen Christinnen und Christen der verschiedenen Kirchen spielen können. Das Colloquium zählte rund 30 Teilnehmende, zum Jugendworkshop kamen knapp 20 junge Erwachsene aus den verschiedenen Kirchen der syrischen Tradition. Was u.a. in den Stellungnahmen der Teilnehmenden im Video deutlich wurde: Die Jungen können von den Älteren lernen und umgekehrt, so eine der positiven Erkenntnisse aus Klosterneuburg.
Gebete, Diskussionen, Musikworkshops und Gruppenaktivitäten standen auf dem Programm des Jugendworkshops, bei denen die syrische Tradition und die Zugehörigkeit im Mittelpunkt standen. Es gab Vorträge und Workshops zur syrischen Geschichte, zu liturgischen Traditionen und kirchlichen Strukturen, bei denen gleichzeitig ergründet wurde, was es bedeutet, als syrische Christinnen und Christen in der Diaspora den Glauben und die jeweilige kulturelle Identität zu bewahren. Ein Höhepunkt war der Workshop zur syrischen Musik, bei dem auch gesungen und musiziert wurde.
Ein gemeinsamer inhaltlicher Höhepunkt war die gemeinsame Sitzung zum Thema "Unser Zeugnis in der Welt von heute", bei der beide Formate in gemischten Gruppen gearbeitet haben und sich über Perspektiven austauschen konnten.
Eine erfolgreiche Bilanz der Tagung zogen auch die Teilnehmenden des "Colloquium Syriacum": Die Diskussionen hätten gezeigt, dass die Liturgie einen der wichtigsten Bereiche für den ökumenischen Dialog zwischen den syrischen Kirchen darstellt, hieß es im Abschlusskommuniqué. Während sich die Kirchen auf unterschiedlichen historischen Wegen entwickelten, seien ihre liturgischen Traditionen tief miteinander verbunden geblieben und zeugten weiterhin von einem gemeinsamen theologischen und spirituellen Erbe. Die Vielfalt der Riten dürfe nicht als Hindernis für die kirchliche Einheit verstanden werden, sondern sei vielmehr legitimer Ausdruck des Reichtums des einen apostolischen Glaubens.
Link zum PRO ORIENTE-Video: https://youtu.be/T0r28W6bhHQ