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PRO ORIENTE: Ökumenische Nahost-Jugendworkshops werden ausgebaut

22. January 2026

Bei Treffen mit jungen Christinnen und Christen in Jordanien wurden die nächsten Schritte der ökumenischen Jugendinitiative geplant

Workshop Amman

Amman/Wien, 22.01.26 (poi) Wie kann die seit drei Jahren laufende ökumenische Nahost-Jugendinitiative von PRO ORIENTE ausgebaut und weiterentwickelt werden? - Unter anderem mit dieser Frage beschäftigte sich kürzlich ein Workshop in Amman. Vom 15. bis 18. Jänner versammelten sich in der jordanischen Hauptstadt elf junge engagierte Christinnen und Christen aus fünf Ländern des Nahen Ostens, gemeinsam mit den Projekt-Verantwortlichen. Die bisherige Arbeit wurde evaluiert, außerdem wurde eine strategische Planung der weiteren Ausrichtung des Projekts vorgenommen. 

An dem Treffen nahm neben der PRO ORIENTE-Projektverantwortlichen Viola Raheb auch der Präsident der Stiftung, Clemens Koja, sowie fünf Mitglieder der Gruppe "We Chose Abundant Life" teil. Die Teilnehmenden blicken bereits auf eine mehrjährige Zusammenarbeit in verschiedenen ökumenischen Formaten zurück, was eine tiefe und konstruktive Reflexion der bisherigen Ergebnisse ermöglichte, wie Viola Raheb berichtete. 

In Arbeitsgruppen wurden die inhaltlichen Schwerpunkte für die nächste Phase definiert. Besonders die Fragen nach der eigenen Identität in einer komplexen Region, die Vertiefung der Ökumene und die Stärkung des "Gemeinsamen Unterwegsseins" (Synodalität) seien als zentrale Säulen identifiziert worden, so Raheb: "Die jungen Erwachsenen haben betont, dass Kirche nur durch gemeinsames Gehen und aktives Zuhören zukunftsfähig bleibt." 

Präsident Koja zog am Ende des Treffens folgendes Fazit: "Der konkrete menschliche Austausch der jungen Christinnen und Christen aus verschiedenen Kirchen und Ländern des Nahen Ostens war sehr beeindruckend und hat meine Überzeugung gestärkt, dass PRO ORIENTE diesen Weg eines kontinuierlichen Engagements weiter beschreiten soll." 

Von Bagdad bis in die digitalen Netzwerke 

Ein wichtiges Ergebnis des Treffens war auch die Weiterentwicklung der Arbeitsmethoden. Neben den bewährten lokalen und regionalen Workshops sollen künftig verstärkt Treffen zwischen zwei unterschiedlichen Regionen stattfinden, um den Austausch über Landesgrenzen hinweg zu intensivieren. Der nächste Workshop ist bereits in der irakischen Hauptstadt Bagdad geplant. Neben Teilnehmenden aus dem Zentralirak werden auch junge Christinnen und Christen aus der nordirakischen Autonomen Region Kurdistan eingeladen. Ein weiterer gemeinsamer Workshop wird die Regionen Libanon und Syrien zusammenführen. 

Die Teilnehmenden in Amman unterstrichen aber auch die Notwendigkeit, die ökumenische Arbeit stärker in den digitalen Raum zu tragen. Durch die Nutzung von Sozialen Medien und innovativen Kommunikationsformaten soll die Reichweite unter Gleichaltrigen erhöht werden. Ziel sei es, so Raheb, die Themen Identität und Zusammenarbeit für junge Menschen im Nahen Osten sichtbarer und zugänglicher zu machen. 

Die PRO ORIENTE-Projektkoordinatorin zeigte sich zum Abschluss des Treffens dankbar für das Engagement und die Bereitschaft der jungen Menschen, aktiv mitzuarbeiten: "Eine große Hoffnung besteht darin zu sehen, wie die jungen Menschen durch die verschiedenen Workshops mehr Verwurzelung, Offenheit und Stärke erlangt haben. Das zeigt die Relevanz und die Bedeutung dieser Arbeit vor Ort", so Raheb.