Bagdad: Amtseinführung des neuen chaldäischen Patriarchen am 29. Mai
20. April 2026
Patriarch Paul III. Nona am 12. April zum neuen Oberhaupt der Chaldäischen Kirche gewählt, die mit Rom in Kirchenunion steht – In Österreich gibt es rund 1.000 chaldäische Christinnen und Christen
Foto: Vatican News
Bagdad, 20.04.26 (poi) Die feierliche Amtseinführung des neuen chaldäisch-katholischen Patriarchen Paul III. Nona findet am Freitag, 29. Mai, in Bagdad statt. Das hat das chaldäische Patriarchat mitgeteilt. Die Liturgie in der chaldäischen Josefskathedrale in der irakischen Hauptstadt beginnt um 10 Uhr (Ortszeit). Amel Shamon Nona (58), chaldäischer Erzbischof von Australien und Neuseeland, war am 12. April zum neuen Kirchenoberhaupt der Chaldäisch-katholischen Kirche gewählt worden. Er hat als Patriarch den Namen Paul III. angenommen und folgt auf Patriarch Kardinal Louis Raphael Sako, dessen Rücktrittsgesuch im März von Papst Leo XIV. angenommen wurde.
Auch in Österreich gibt es chaldäische Christinnen und Christen. Rund tausend sind es im gesamten Bundesgebiet, die meisten leben in Wien. Die chaldäische Gemeinde in Wien ist seit vielen Jahren in der Pfarre St. Benedikt am Leberberg in Wien-Simmering (Am Hofgartel 1, 1110 Wien) beheimatet. Eine kleine chaldäische Gemeinde gibt es auch in Linz.
Die Chaldäisch-katholische Kirche ist seit dem 16. Jahrhundert aus der Assyrischen Kirche des Ostens hervorgegangen. Zu ihr gehören weltweit rund 650.000 Gläubige. Der Sitz des Patriarchen befindet sich in Bagdad (Irak), ein großer Teil der Gläubigen lebt aber in den USA, Westeuropa und Australien. Im Nahen Osten gibt es bedeutende chaldäische Gemeinden im Irak, in Syrien, dem Libanon und im Iran. In Europa leben die meisten Chaldäer in Schweden (bis zu 30.000), Deutschland (ca. 18.000) und Frankreich (ca. 14.000).
Patriarch Paul III. Nona
Patriarch Paul III. Nona wurde 1967 im nordirakischen Alqosh geboren und 1991 in Bagdad zum Priester geweiht. Er studierte Theologie unter anderem an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom. Nach pastoralen Aufgaben in seiner Heimatdiözese Alqosh promovierte er 2005 und wirkte als Dozent und Professor für Anthropologie am Babel College sowie in leitenden Funktionen innerhalb der Chaldäischen Kirche. Als Nona 2010 mit 42 Jahren zum Bischof geweiht wurde, war er der jüngste chaldäische Bischof weltweit. Als Erzbischof von Mosul folgte er auf Erzbischof Paulos Faraj Rahho, der von Islamisten im Jahr 2008 ermordet worden war.
2014 erlebte Nona die dramatische Vertreibung der Christinnen und Christen durch die Terrormiliz Islamischer Staat hautnah mit und wurde wie alle Angehörigen der christlichen Gemeinschaften der Ninive-Ebene ins Exil gezwungen. Seit 2015 leitete er die chaldäische Erzdiözese von Australien und Neuseeland mit Sitz in Sydney. In seinen Ämtern setzte er sich wiederholt für die verfolgten Christinnen und Christen im Nahen Osten ein und prägte mit eindringlichen Stellungnahmen zur Lage in der Region die internationale Debatte mit.