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Irak: Kirchenbesuche gehören auch für viele muslimische Familien zur Tradition

Irakisch-kurdischer Sender "Rudaw" macht in Beitrag auf die guten Beziehungen zwischen Christen und Muslimen aufmerksam

POI 230321

Foto: rudawarabia.net

Bagdad, 21.03.23 (poi) Im Irak ist es nicht ungewöhnlich, dass muslimische Familien Kirchen aufsuchen. Auf diese Tradition hat dieser Tage der irakisch-kurdische Sender "Rudaw" in einem Beitrag aufmerksam gemacht. Konkret berichtete der Sender über Formen dieses religiösen Brauchtums in der südirakischen Stadt Basra. Viele muslimische Familien, insbesondere Frauen und Mädchen, besuchten etwa die syrisch-katholische Kirche des Heiligen Herzens Jesu in Basra, hieß es.

Die Interviewten berichteten über langjährige Traditionen in ihren Familien. Man zünde etwa in den Kirchen Kerzen an und bitte Gott um seinen Segen in bestimmten Anliegen. Von christlicher Seite werde man herzlich willkommen geheißen, so der Tenor der befragten Musliminnen und Muslime.

Leider gibt es in der Region Basra nur mehr wenige verbliebene Christinnen und Christen. Fast alle sind seit dem Einmarsch der USA 2003 und dem folgenden Chaos geflohen. Der Verantwortliche der Herz-Jesu-Kirche, Pater Yusef Aziz Yusef, schätzte gegenüber "Rudaw", dass es nur noch 175 christliche Familien in der Gegend gibt.

In den 1970er Jahren soll es noch rund 4.000 christliche Familien in Basra und Umgebung gegeben haben. 17 Kirchen verschiedener Konfessionen zeugten von einem reichen und vielfältigen kirchlichen Leben. Nur mehr einige wenige dieser Kirchen sind derzeit geöffnet.