Irak: Neuer Patriarch Nona im Dialog mit den Staatsspitzen
15. Juli 2026
Patriarch trifft in Bagdad irakischen Präsidenten und Premierminister - Politiker bekennen sich zur kulturellen und religiösen Vielfalt im Irak - Irakische Regierung will Christen zur Rückkehr in die Heimat motivieren
Bagdad, 15.07.26 (poi) Der neue chaldäisch-katholische Patriarch Paul III. Nona ist dieser Tage sowohl mit dem irakischen Premierminister Ali Falih al-Zaidi, als auch mit dem irakischen Staatspräsidenten Nizar Amedi zusammengetroffen. Laut dem Portal "SyriacPress" bzw. Berichten auf der offiziellen Website des chaldäischen Patriarchats betonten sowohl der Präsident als auch der Premierminister die Bedeutung der Christinnen und Christen für die irakische Gesellschaft. Präsident Amidi bekannte sich demnach zur kulturellen und religiösen Vielfalt im Land und zur Notwendigkeit, diese zu schützen, da sie eine Quelle der Stärke und des Reichtums für die irakische Gesellschaft darstelle.
Die beiden Spitzenpolitiker betonten auch, wie wichtig es sei, ein friedliches Zusammenleben und eine Kultur des Dialogs zu fördern, was für die Stärkung der nationalen Einheit und Wahrung der Stabilität des Landes unabdingbar sei.
Premier al-Zaidi sagte dem Patriarchen zudem die volle Unterstützung der Regierung zu, um die Rückkehr von Christinnen und Christen zu fördern, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vor Krieg, Terror, Verfolgung und Diskriminierung aus dem Land geflohen sind. Er erklärte ihre Rückkehr zu einer nationalen Priorität.
Al-Zaidi kündigte an, dass die Regierung bereit sei, alle notwendigen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen, inklusive der Einbeziehung zurückkehrender Christinnen und Christen in nationale Wohn- und Landzuteilungsprojekte. Er lud auch irakische christliche Unternehmer und Investoren, die im Ausland leben, ein, sich am Wiederaufbau des Landes zu beteiligen, insbesondere im Gesundheits- und Bildungssektor. Und er versprach staatliche Unterstützung für Projekte, die Wirtschaftswachstum und Beschäftigung generieren.
Das Gespräch des Patriarchen mit Premierminister al-Zaidi fand am Samstag statt. Am Montag wurde Patriarch Nona von Präsident Amedi empfangen. Ebenfalls am Montag traf der Patriarch auch mit Parlamentssprecher Hibet Al-Halbousy zusammen.
Politische Beobachter und vor allem auch christliche Politiker im Irak begrüßten die Aussagen der Politiker. Den Worten müssten aber auch Taten folgen, so der Tenor der Kommentare. Eine Rückkehr der Christinnen und Christen hänge vor allem von einer entsprechenden Sicherheitslage, funktionierender Rechtsstaatlichkeit und gleichen Bürgerrechten, einschließlich der Religionsfreiheit, für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Irak ab.