Katholisch-orthodoxer Dialog: Kommunique von Pannonhalma veröffentlicht
26. Juni 2026
Koordinierungsausschuss der Gemeinsamen Internationalen Kommission für den Theologischen Dialog zwischen der Römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche tagte in ungarischer Abtei - Thema der Unfehlbarkeit bedarf noch weiterer Untersuchungen
Foto: Andras D. Hajdu
Budapest, 26.06.26 (poi) Vom 15. bis 19. Juni tagte in der ungarischen Benediktinerabtei Pannonhalma der Koordinierungsausschuss der Gemeinsamen Internationalen Kommission für den Theologischen Dialog zwischen der Römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche. Kürzlich wurde das Abschlusskommunique zur Tagung veröffentlicht, das zwar keine Details über die inhaltlichen Beratungen enthält, aber doch zwei Aspekte deutlich machte: Zum einen finden die Arbeiten des Ausschusses in einer wertschätzenden und konstruktiven Atmosphäre statt, zum anderen gestaltet sich die thematische Arbeit an einem gemeinsamen Text über historische und theologische Fragen im Zusammenhang mit der Unfehlbarkeit als anspruchsvoll.
So heißt es im Kommunique wörtlich: "Die Mitglieder des Ausschusses führten eine intensive und fruchtbare Diskussion über den Text. Es wurde beschlossen, dass einige Elemente des Textes einer weiteren Überarbeitung und Klarstellung bedürfen, bevor er auf einer Plenarsitzung der Kommission behandelt werden kann." Daher ist eine weitere Sitzung des Koordinierungsausschusses vorgesehen, die im Juni 2027 stattfinden soll.
Der Erzabt von Pannonhalma, Cirill Tamás Hortobágyi, kündigte am Rande der Tagung bei einem offiziellen Empfang die Veröffentlichung von Dokumenten und Texten des katholisch-orthodoxen Dialogs erstmals in ungarischer Übersetzung an. Die Publikation wird mit dem Titel "Az Igazság Párbeszéde" (Dialog der Wahrheit) erscheinen. Auch diese Initiative wird im Kommunique lobend erwähnt. Die Benediktiner-Erzabtei Pannonhalma ist neben der Domstadt Esztergom das wichtigste spirituelle Zentrum Ungarns und gilt seit Jahrzehnten auch als bedeutender Ort für den ökumenischen Dialog der christlichen Kirchen.
Die katholischen und orthodoxen Delegierten tagten in Pannonhalma unter dem Vorsitz des Präfekten des vatikanischen Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, und des Metropoliten Job von Pisidien vom orthodoxen Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Die beiden teilen sich den Vorsitz in der seit 1980 bestehenden offiziellen Dialogkommission. In mehrjährigen Abständen finden Vollversammlungen des aus je 30 katholischen bzw. orthodoxen Mitgliedern bestehenden Gremiums statt, zuletzt 2023 in Alexandria (Ägypten). Zwischen den Vollversammlungen findet die Arbeit im Rahmen des Koordinierungsausschusses statt, der die Vollversammlungen inhaltlich vorbereitet. Dem Koordinierungsausschusses gehört von katholischer Seite u.a. auch die Theologin und Ökumene-Expertin Prof. Theresia Hainthaler an, die zugleich u.a. auch PRO ORIENTE-Ehrenmitglied und -Konsultorin ist.