Linz: PRO ORIENTE und ICO setzen Zeichen gegen Christenverfolgung
16. März 2026
Gottesdienst zum Gedenken an verfolgte Glaubensgeschwister am Sonntag, 22. März, im Alten Dom in Linz - Bischof Scheuer, Linzer PRO ORIENTE-Vorsitzender Pühringer und ICO-Obmann Dadas fordern mehr Bewusstsein für weltweit bedrohte Religionsfreiheit - Bis zu 360 Mio. Christen weltweit diskriminiert und verfolgt - Hochkarätiger PRO ORIENTE-Vortrag am 24. März in Linz
Linz, 16.03.26 (poi) Die österreichischen Bischöfe haben den 5. Fastensonntag ("Passionssonntag") zum Gebetstag für die verfolgten Christinnen und Christen erklärt. Das greifen die Linzer PRO ORIENTE-Sektion, die Diözese Linz und das Hilfswerk "Initiative Christlicher Orient" (ICO) auf und laden am kommenden Sonntag, 22. März, um 18.15 Uhr zu einem Gottesdienst in den Alten Dom in Linz (Ignatiuskirche), der ganz im Zeichen des Gedenkens an die verfolgten und diskriminierten Glaubensgeschwister in aller Welt steht. Dem Gottesdienst wird ICO-Obmann Slawomir Dadas vorstehen. Der Vorsitzende der Linzer PRO ORIENTE-Sektion, Altlandeshauptmann Josef Pühringer, wird ebenfalls das Wort ergreifen.
Im Vorfeld findet bereits am Dienstag, 17. März, in Linz ein Pressegespräch zum Thema Christenverfolgung statt, das Bischof Scheuer, Obmann Pühringer und Bischofsvikar Dadas bestreiten werden (12 Uhr, Festsaal des Bischofshofs, Herrenstraße 19, 4020 Linz).
Nicht nur die Demokratie scheine weltweit auf dem Rückzug zu sein, auch Verfolgung aufgrund religiöser Überzeugungen nehme in vielen Regionen der Welt deutlich zu, so eine Aussendung im Vorfeld der Pressekonferenz. Die Zahl der Menschen, die wegen ihres christlichen Glaubens benachteiligt, unterdrückt oder verfolgt werden, steige kontinuierlich. Genaue Zahlen gebe es nicht, die Zahl der diskriminierten und verfolgten Christinnen und Christen weltweit werde aber von verschiedenen internationalen NGOs, die diese besorgniserregenden Trends dokumentieren, auf rund 360 Millionen von ca. 2,3 Milliarden Christinnen und Christen weltweit geschätzt. Das sei sowohl relativ als auch in absoluten Zahlen der höchste dokumentierte Wert in der 2.000-jährigen Geschichte des Christentums.
Beim Pressegespräch wie auch im Rahmen des Gottesdienstes wird (neben dem Gebet) auch auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam gemacht und Hintergründe erläutert. Zudem werden Scheuer, Pühringer und Dadas über mögliche Wege der Solidarität und Unterstützung informieren.
Mehr Aufmerksamkeit für die weltweite Problematik der Christenverfolgung haben zuletzt auch Österreichs Bischöfe eingemahnt. Die Bischöfe hatten sich vergangene Woche zum Auftakt ihrer Frühjahrsvollversammlung in St. Johann bei Herberstein im Rahmen eines Studientages intensiv mit dem Thema Christenverfolgung auseinandergesetzt. Sie mahnten zum Abschluss der Vollversammlung in einer Erklärung mehr Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christinnen und Christen weltweit ein. Ihre Forderung richtet sich sowohl an die Politik wie auch an Verantwortliche in Kirche, Religionen und Gesellschaft. Das Unrecht zu benennen, sei der erste Schritt, um es zu überwinden, so die Bischöfe. Gefordert seien das Gebet und konkrete Unterstützung, etwa durch Hilfswerke und Projekte für verfolgte Christinnen und Christen. Es brauche mehr Bewusstsein für dieses globale Problem.
Kirchen und Diplomatie
Bereits zwei Tage nach der Solidaritätsaktion mit verfolgten und bedrängten Christinnen und Christen lädt die Linzer PRO ORIENTE-Sektion am Dienstag, 24. März, zu einem Vortrag zum Thema "Die Rolle der Kirchen in der diplomatischen Friedensarbeit". Referent ist Botschafter Emil Brix, Direktor der Diplomatische Akademie Wien von 2017 bis 2025, einer der erfahrensten Diplomaten Österreichs. Die um 19 Uhr beginnende Veranstaltung im Festsaal der Elisabethinen (Eingang Fadingerstraße 1, 4020 Linz) wird mit einem Grußwort von Bischof Manfred Scheuer eröffnet.