Ninive-Ebene: Symbolträchtige Feierstunde im syrisch-katholischen Mar Behnam-Kloster
09. Juni 2026
Weiterer Restaurierungsschritt des von der IS-Terrormiliz zerstörten Klosters abgeschlossen - Christen kämpfen um ihre Präsenz im Irak
Foto: syriacpress.com
Bagdad, 09.06.26 (poi) In der nordirakischen Ninive-Ebene fand dieser Tage eine symbolträchtige Feier statt. Der örtliche syrisch-katholische Bischof Mar Benedictus Younan Hanno hat ein frisch restauriertes Wandrelief des Mar Behnam-Klosters geweiht. Das Kloster wurde von der Terrormiliz IS 2014 eingenommen und teilweise zerstört. Nach der Rückeroberung der Region wurde es ab 2017 wieder aufgebaut. Über die Feierlichkeiten berichtete u.a. das Infoportal "SyriacPress".
Das Kloster in der Nähe der Stadt Karakosch ist ein bedeutendes kirchliches Zentrum, das Grabmal des Heiligen Behnam wurde über die Jahrhunderte auch von Muslimen gerne aufgesucht. Die IS-Terroristen zerstörten das Grabmal und verwüsteten die Klosterkirche, darunter auch das besagte Gemälde. Das symbolträchtige Relief zeigt den hl. Behnam und seine Schwester Sarah, zwei Märtyrer, die in den Orient-Kirchen sehr verehrt werden.
In einem Kraftakt haben die örtlichen Kirchen und ausländische Partner Kloster, Kirche und Grabmal wieder hergestellt. Schon 2018 konnten wieder die ersten Liturgien gefeiert werden. Bis zuletzt wurden aber noch Arbeiten durchgeführt. Das neu geweihte Relief sei insofern ein weiterer Meilenstein im Restaurierungsprozess und eine sichtbare Bestätigung der anhaltenden Präsenz von Christinnen und Christen in der Region, die schon seit Jahrzehnten Verfolgung, Gewalt und Vertreibung trotzen würden, hieß es auf "SyriacPress".
Als der IS 2014 die nordirakische Ninive-Ebene überrannte, mussten die rund 100.000 Christinnen und Christen fliehen, um ihr Leben zu retten. Beobachter schätzen, dass bislang im besten Fall die Hälfte in ihre alte Heimat zurückgekehrt ist.