Ökumene: Orthodoxe Kreuzverehrung im Stift Heiligenkreuz
19. März 2026
Pilgerfahrt der Rumänisch-orthodoxen Kirche am "Sonntag der Kreuzverehrung" in das Zisterzienserstift im Wienerwald
Foto: Stift Heiligenkreuz
Wien, 19.03.26 (poi) Rumänisch-orthodoxe Pilgerinnen und Pilger aus ganz Ostösterreich sind am vergangenen Sonntag ins Stift Heiligenkreuz gekommen, um in der Stiftskirche die Kreuzreliquie zu verehren. Der dritte orthodoxe Fastensonntag wird in der Orthodoxie als "Sonntag der Kreuzverehrung" begangen. Die rumänische Pilgerfahrt nach Heiligenkreuz am "Sonntag der Kreuzverehrung" hat bereits Tradition. Die Gläubigen feierten am Sonntagnachmittag in der Stiftskirche eine feierliche Liturgie mit Gebeten und Gesängen. Den Abschluss der Feier bildete eine Prozession im Klosterhof.
Der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura stand der Feier vor und hob in diesem Zusammenhang auch die ökumenische Verbundenheit mit dem Zisterzienserstift hervor. Er stellte die Verbindung zwischen Kreuz und Auferstehung in den Mittelpunkt seiner Predigt und dankte den Priestern für ihre seelsorgliche Begleitung während der Fastenzeit sowie den Gastgebern des Klosters für ihre Unterstützung.
Die Bedeutung der Wallfahrt wird auch dadurch deutlich, dass insgesamt gleich elf Geistliche die Wallfahrer begleiteten. Das Evangelium wurde auf Rumänisch und Deutsch vorgetragen, ergänzt durch Litaneien und ein besonderes Friedensgebet.
Immer wieder ist das Stift Heiligenkreuz Ziel orthodoxer Gläubiger, die die Kreuzreliquie verehren. Im Jahre 1182 brachte Herzog Leopold V. - "der Tugendhafte" - aus Jerusalem ein handgroßes Stück des heiligen Kreuzes mit. 1188 vermachte er diese Reliquie dem Kloster Heiligenkreuz. Diese Reliquie ist bis heute erhalten und spielt in der ökumenischen Verbundenheit zwischen dem Kloster und der Orthodoxen Kirche in Österreich eine wichtige Rolle.