PRO ORIENTE mit Florian-Kuntner-Preis 2026 ausgezeichnet
27. März 2026
Wiener Erzbischof Grünwidl überreicht am Freitag den Preis für das Projekt "Ökumenische Jugend im Nahen Osten"
Foto: Erzdiözese Wien / Stephan Schönlaub
Wien, 27.03.26 (poi) Die Stiftung PRO PRIENTE wurde für ihr Projekt "Ökumenische Jugend im Nahen Osten" mit dem Florian-Kuntner-Preis 2026 ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit der Erzdiözese Wien vergeben und ehrt Initiativen für weltkirchliche Partnerschaft und Entwicklungszusammenarbeit. PRO ORIENTE wurde in der Kategorie "Junges Engagement" prämiert.
Für PRO ORIENTE nahmen am Freitagnachmittag Präsident Clemens Koja, Generalsekretär Bernd Mussinghoff und Programmdirektorin Viola Raheb an der Preisverleihung im Curhaus am Stephansplatz teil. Viola Raheb, die das Projekt gemeinsam mit der ökumenischen Gruppe "We choose abundant life" (Wir wählen das Leben in Fülle) entwickelt hat und leitet, stellte das Projekt vor. Überreicht wurde der Preis von Erzbischof Josef Grünwidl.
"Diese Auszeichung ist ein Funke Hoffnung gerade jetzt in Zeiten des Krieges", sagte Viola Raheb bei der Vorstellung des Projekts. Ziel des Projektes ist es, die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ökumenischen Workshops aus verschiedenen Kirchen und Ländern des Nahen Ostens untereinander zu vernetzen, und gemeinsam Möglichkeiten eines verstärkten kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Engagements in den Ländern des Orients auszuloten. Der Kuntner-Preis sei bereits die dritte Auszeichnung für das 2022 gestartete Projekt; nach dem Intercultural Achievement Award des Außenministeriums und dem Klaus-Hemmerle-Preis der Fokolar-Bewegung.
Das Projekt liege ihr sehr am Herzen, "weil es die jungen Menschen in den Mittelpunkt stellt und ihnen wirklich Hoffnung gibt - auf ein Leben in Würde in ihrer Heimatregion, in der die Menschen an vielen Orten derzeit so sehr leiden", so Raheb. Die Arbeit von PRO ORIENTE sei für die jungen Leute enorm wichtig "und deshalb verstehen wir die Auszeichnung auch als Auftrag, das Projekt nicht nur weiterzuführen, sondern noch auszubauen", so Raheb.
Präsident Koja unterstrich, dass die Auszeichnung zuallererst den mehr als 400 jungen Christinnen und Christen aus allen Kirchen in der Nahost-Region gebühre, die inzwischen an dem Projekt mitgewirkt haben, "und für die es wirklich ein Lichtstrahl in dunkler Zeit ist". Gleichzeitig sei der Florian-Kuntner-Preis aber auch eine wichtige Anerkennung der exzellenten Arbeit von Programmdirektorin Viola Raheb und den Partnern vor Ort, der ökumenischen Gruppe "We choose abundant life". Ohne diese Partner wäre PRO ORIENTE nicht in der Lage, das Projekt durchzuführen, so Koja.
Für die Jury ergriff bei der Verleihung Ingrid Schwarz, Leiterin von Südwind NÖ und Lehrbeauftragte am Institut für Geographie und Regionalforschung an der Universität Wien sowie an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, das Wort. Die Jury habe am Projekt besonders die stärkende Perspektive für Jugendliche beeindruckt. Mit dem Aufbau von Kommunikationsstrukturen über Ländergrenzen und Konfessionsgrenzen hinweg schaffe das Projekt einen Beitrag für die Stärkung von zivilgesellschaftlichem Engagement unter besonders schwierigen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, so Schwarz. Das Besondere für die Jury sei "das stetig wachsende Netzwerk junger Menschen, die als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Wege aus der Hoffnungslosigkeit finden und sich für Frieden im Nahen Osten einsetzen", so Schwarz.
Der Florian-Kuntner-Preis wurde 2026 bereits zum zwölften Mal vergeben. Das Preisgeld beträgt 18.000 Euro für insgesamt neun ausgezeichnete Projekte. Benannt ist der Preis nach dem 1994 verstorbenen Wiener "Weltkirche- und Friedensbischof", Weihbischof Florian Kuntner.