PRO ORIENTE zum Tod von Bischof Aichern: Trauer und Dankbarkeit
02. Februar 2026
Stiftung würdigt den unermüdlichen Einsatz des am 31. Jänner verstorbenen Linzer Altbischofs für das gemeinsame Zeugnis der Christinnen und Christen in der Welt
Hermann Wakolbinger
Wien/Linz, 02.02.26 (poi) Die Stiftung PRO ORIENTE trauert um Bischof Maximilian Aichern. Neben seinen vielen anderen Verdiensten wolle PRO ORIENTE vor allem auch das "herausragende ökumenische Engagement" von Bischof Maximilian hervorheben, wie es in einem Kondolenzschreiben von Präsident Clemens Koja und dem Vorsitzenden der Linzer PRO ORIENTE-Sektion, Altlandeshauptmann Josef Pühringer, heißt. Aichern hat als Bischof von Linz im Oktober 1987 die bis heute im gesamten Bundesland Oberösterreich aktiv wirkende Linzer Sektion der Stiftung PRO ORIENTE errichtet. Als einer der entscheidenden Protagonisten war er zudem maßgeblich an der Entstehung und Verabschiedung des Sozialworts des Ökumenischen Rates der Kirchen Österreichs im Jahr 2003 beteiligt.
Im Kondolenzschreiben wird weiter ausgeführt, dass Bischof Maximilian im Jahr 2018 in Würdigung seines unermüdlichen Einsatzes für das gemeinsame Zeugnis der Christinnen und Christen in der Welt von heute, für eine sozial gerechte Gesellschaft und für mehr Menschlichkeit in Gesellschaft und Kirche, sowie auch zwischen den Kirchen, die Ehrenmitgliedschaft im Kuratorium von PRO ORIENTE verliehen wurde.
Bis ins hohe Alter habe Bischof Maximilian mit großem Interesse und hoher innerer Zuwendung die Aktivitäten von PRO ORIENTE begleitet, sowohl jene der Linzer Sektion als auch der Gesamtstiftung. Er sei auch im Ruhestand ein gern gesehener und geschätzter Teilnehmer an den Veranstaltungen von PRO ORIENTE gewesen. "PRO ORIENTE wird Bischof Maximilian Aichern ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren", so Koja und Pühringer in ihrem Schreiben.
Ordensmann und Bischof
Maximilian Aichern wurde am 26. Dezember 1932 als Sohn eines Fleischhauers in Wien geboren. Sein Vater stammte aus Kärnten, die Mutter aus Niederösterreich. 1954 trat er in das Benediktinerkloster St. Lambrecht (Steiermark) ein. Er studierte an der Universität Salzburg und an der Päpstlichen Hochschule Sant'Anselmo in Rom. 1959 wurde er in der Abtei Subiaco bei Rom zum Priester geweiht. 1964 erfolgte die Wahl zum Abtkoadjutor. Die Abtweihe empfing Maximilian Aichern am 12. Juli 1964. 1977 wurde er, nach dem Tod seines Vorgängers, Abt von St. Lambrecht. Ein Jahr später wurde er auch zum Abtpräses der österreichischen Benediktinerkongregation gewählt.
Am 15. Dezember 1981 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum zwölften Bischof von Linz. Die Bischofsweihe am 17. Jänner 1982 führte trotz der arktischen Temperaturen rund 10.000 Gläubige in den Linzer Mariendom. Die Weihe wurde von Kardinal Franz König gemeinsam mit Bischof Franz Zauner und Bischof Dr. Alois Wagner gespendet. Als bischöflichen Wahlspruch wählte sich Maximilian Aichern "In caritate servire" (In Liebe dienen). Sein persönlicher Lebensstil war auch als Bischof stets von Einfachheit und Bescheidenheit geprägt. Am 31. Jänner 2026 ist Maximilian Aichern verstorben.