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Rom: Ostkirchen-Konferenz nahm junge Menschen in den Fokus

Rund 30 junge Frauen und Männer aus 14 Ländern und den unterschiedlichsten Kirchen konnten bei jüngster ROACO-Konferenz ihre Anliegen vorbringen - PRO ORIENTE-Projektreferentin Viola Raheb hielt Vortrag

POI 230628

Fotos: PRO ORIENTE

Rom, 28.06.23 (poi) Erstmals haben sich an einer Konferenz des Dachverbandes der Hilfswerke für die katholischen Kirchen im Nahen Osten und in Osteuropa (ROACO) auch junge Menschen beteiligen können. Die Stiftung PRO ORIENTE war bei dieser Premiere in Rom mit dabei, bei der die Lage der jungen Menschen in den ROACO-Schwerpunktländern im Mittelpunkt stand.

Die ROACO ("Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali") ist ein loser Zusammenschluss von 28 Hilfswerken. Sie wurde 1968 gegründet und ist angegliedert an das Dikasterium für die Orientalischen Kirchen. Zwei Mal im Jahr kommen die Mitgliedsorganisationen - aus dem deutschsprachigen Raum gehören dazu der Ritterorden vom Hl. Grab zu Jerusalem, der Deutsche Verein vom Heiligen Lande, das Erzbistum Köln, der Deutsche Caritasverband, Misereor, Missio, Renovabis, Kirche in Not, die Kinderhilfe Bethlehem aus der Schweiz und die Catholica Unio, die in Österreich den Namen Andreas-Petrus-Werk trägt - in Rom zu einer Konferenz zusammen.

Zu den Themen der jüngsten ROACO-Konferenz zählten die Lage der Christinnen und Christen im Heiligen Land, in der Ukraine, der Türkei und in Äthiopien. Zusätzlich waren rund 30 junge Frauen und Männer aus 14 Ländern und verschiedenen Kirchen nach Rom gekommen. Zuerst berieten die jungen Leute intern, im Anschluss präsentierten sie ihre Überlegungen in der ROACO-Konferenz. Unter den 18- bis 30-Jährigen waren Angehörige der Maronitischen, der Armenisch-, Syrisch- und der Griechisch-katholischen Kirche.

PRO ORIENTE-Projektreferentin Viola Raheb hielt bei der Konferenz einen Vortrag zum Thema "Der Beitrag der Ökumene zum Gemeinwohl", in dem sie das ökumenische Jugendprojekt vorstellte, das die Stiftung mit ihrem Kooperationspartner, der Gruppe "We choose abundant life", seit nunmehr bald eineinhalb Jahren betreibt.

PRO ORIENTE und "We choose abundant life" organisierten 2022 im Nahen Osten sechs Jugendworkshops. Mehr als 150 junge Christinnen und Christen konnten an diesen Veranstaltungen in Ägypten, dem Irak, Israel, Jordanien, dem Libanon und Palästina teilnehmen. Einige der Teilnehmenden kamen schließlich im Februar 2023 nach Österreich, um sich zu vernetzen und an den Themen der Workshops weiterzuarbeiten. Heuer sind wieder eine Reihe von Workshops in Ländern des Nahen Ostens geplant, die in ein überregionales Treffen im Herbst münden sollen.

Die zentrale Fragestellung bzw. das Anliegen, das dem gesamten Projekt zugrunde liegt: Wie erleben die jungen Menschen die politische, ökonomische, gesellschaftliche und kirchliche Situation in ihren Heimatländern, was würden sie gerne ändern und wie? Konkret ging es in den Workshops etwa um Fragen der Ökumene, des interreligiösen Zusammenlebens in den Nahost-Ländern, ebenso aber auch um die Stärkung des Konzepts der Staatsbürgerschaft bzw. von gleichen Rechten und Pflichten für alle Bürgerinnen und Bürger eines Landes.

Zu den jungen Leuten, die nun bei der ROACO-Konferenz in Rom mit dabei waren, gehörten auch drei Jugendliche, die zuvor an PRO ORIENTE-Workshops teilgenommen hatten. Sie stammen aus dem Irak, dem Libanon und aus Palästina.

Ein erstes Ergebnis der Konferenz war, dass vier Hilfswerke zugesagt haben, eine Online-Plattform mit Aus- und Fortbildungsangeboten für christliche Führungskräfte zu ermöglichen. Das war ein expliziter Wunsch der jungen Menschen.

Zum Abschluss des ROACO-Treffens wurden die Teilnehmenden von Papst Franziskus empfangen, der ihnen seinen Dank für ihre Arbeit aussprach. Er rief u.a. zur Hilfe und Solidarität mit der Ukraine, dem Heiligen Land, mit den Erdbebenopfern in der Türkei und Syrien, sowie mit den Menschen in Eritrea und dem Iran auf.