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Syrische Ordensfrau: "Manchmal ist Hoffnung zu schenken wertvoller als materielle Dinge"

13. Oktober 2026

Sr. Samia Jreij seit 20 Jahren in Homs im Einsatz behinderte Menschen und Kriegsopfer - Anhaltende Auswanderung, große Armut und fragile Sicherheitslage die zentralen Herausforderungen in Syrien

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Foto: Georg Pulling

Damaskus/Paris, 13.10.26 (poi) Seit rund 20 Jahren wirkt die syrische Ordensfrau Samia Jreij in der Stadt Homs, wo sich vor allem Menschen mit Beeinträchtigungen angenommen hat. Vor Kurzem berichtete sie laut dem Portal "abouna.org" bei einem Besuch in Frankreich von ihrer Arbeit vor Ort. Die Ordensfrau gründete in ihrem Kloster das Zentrum "Senfkorn", um sich speziell um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen zu kümmern. Im Zentrum würden Kinder ab drei und junge Erwachen bis 30 begleitet, Christen wie Muslime, berichtete Sr. Samia. Es gelte, ihnen dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, die Isolation zu überwinden und sich in die Gesellschaft zu integrieren. 

Inzwischen gebe es auch Angebote für ältere Menschen mit Behinderung, nachdem die Ordensfrau erkannte, dass auch deren Not groß sei; besonders dann, wenn ihre Eltern sterben. Für diese Menschen hat die Ordensfrau ein Wohnheim gegründet: "Ich möchte, dass dieses Heim wie eine richtige Familie ist, mit Menschen, die sie begleiten und ihnen beistehen." 

Schwester Samia Jreij gehört der Kongregation der Heiligen Herzen Jesu und Mariens an. Als 2011 der Krieg in Syrien ausbrach, gerieten das Kloster und das "Senfkorn"-Zentrum mitten in die Kämpfe in Homs. Das Gebäude wurde durch Beschuss beschädigt, die Klostergemeinschaft wurde gezwungen, das Viertel zu verlassen. 

Nach dem Ende der Kämpfe in der Altstadt von Homs im Jahr 2014 kehrte Schwester Samia in ihr Kloster zurück, das in Schutt und Asche lag, und begann einen langen Wiederaufbauprozess, der bis heute andauert. "Jedes Jahr baue ich einen kleinen Teil wieder auf", so die Ordensfrau. Sie habe zudem aber auch ein Projekt zur Restaurierung beschädigter Häuser initiiert, um vertriebenen Familien die Rückkehr in ihre Häuser und den Wiederaufbau ihres Lebens in der Stadt zu ermöglichen. Außerdem beteiligte sie sich am Aufbau einer Klinik, die medizinische Versorgung für die Bedürftigsten bietet. 

Homs stehe auch mehr als zehn Jahre nach dem Ende der Kämpfe vor Ort vor immensen Herausforderungen, so Sr. Samia. Sie sprach von viel zu hohen Lebenshaltungskosten und Schwierigkeiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung bis hin zur fragilen Sicherheitslage. Besonders beunruhige sie die anhaltende Auswanderung junger Menschen und ganzer Familien, die sich außerhalb Syriens eine bessere Zukunft erhofften. 

Die syrische Ordensfrau berichtete weiter, dass das Zuhören ein wesentlicher Bestandteil ihrer Mission sei. Viele Menschen in Not würden zu ihr kommen, um einfach über ihre Sorgen, Ängste und Lebensschwierigkeiten zu sprechen. "Wenn sie reden müssen, bin ich für sie da", so Sr. Samia: "Manchmal ist Hoffnung zu schenken wertvoller als materielle Dinge."