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Die Ostkirchen
   
DIE OSTKIRCHEN

Die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils haben in Artikel 14 ihres Dekrets über den Ökumenismus Unitatis redintegratio im Jahr 1964 folgendes feierlich verkündet:

„Die Kirchen des Orients und des Abendlandes sind Jahrhunderte hindurch je ihren besonderen Weg gegangen, jedoch miteinander verbunden in brüderlicher Gemeinschaft des Glaubens und des sakramentalen Lebens…

Das von den Aposteln übernommene Erbe aber ist in verschiedenen Formen und auf verschiedene Weise übernommen, und daher schon von Anfang an in der Kirche hier und dort verschieden ausgelegt worden, wobei auch die Verschiedenheit der Mentalität und der Lebensverhältnisse eine Rolle spielten. Dies alles hat, neben äußeren Gründen, auch infolge des Mangels an Verständnis und Liebe füreinander zu der Trennung Anlass geboten.

Deshalb ermahnt das Heilige Konzil alle, besonders diejenigen, die sich um die so erwünschte Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft zwischen den orientalischen Kirchen und der katholischen Kirche bemühen wollen, dass sie diese besonderen Umstände der Entstehung und des Wachstums der Kirchen des Orients sowie die Art der vor der Trennung zwischen ihnen und dem Römischen Stuhl bestehenden Beziehungen gebührend berücksichtigen und sich über dies alles ein rechtes Urteil bilden. Die genaue Beachtung dieser Frage wird zu dem beabsichtigten Dialog im höchsten Maße beitragen.“


Die Stiftung PRO ORIENTE weiß sich diesem Dialog-Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils verpflichtet und möchte daher mit der folgenden kleinen „Online-Konfessionskunde“ den Christen des Westens ein wenig die faszinierende Welt der östlichen Kirchen näher bringen. Der Schwerpunkt der Darlegung liegt dabei vor allem auf dem Aspekt der geschichtlichen Entwicklung der einzelnen Kirchen. Selbstverständlich ist es kaum möglich in einem kurzen Text die bewegte Geschichte jeder einzelnen Kirche bis ins Detail nachzuzeichnen; vieles in der Darstellung wird daher bruchstückhaft bleiben müssen.

Das folgende Zitat aus Unitatis redintegratio 14 fasst zusammen, was für die Stiftung PRO ORIENTE bei ihren Kirchenbeschreibungen leitend gewesen ist; es kann als Überschrift über jeder der einzelnen Kirchen stehen:
„Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Kirchen des Orients von Anfang an einen Schatz besitzen, aus dem die Kirche des Abendlandes in den Dingen der Liturgie, in ihrer geistlichen Tradition und in der rechtlichen Ordnung vielfach geschöpft hat. Auch das darf in seiner Bedeutung nicht unterschätzt werden, dass die Grunddogmen des christlichen Glaubens von der Dreifaltigkeit und von dem Wort, das aus der Jungfrau Maria Fleisch angenommen hat, auf ökumenischen Konzilien definiert worden sind, die im Orient stattgefunden haben. Jene Kirchen haben für die Bewahrung dieses Glaubens viel gelitten und leiden noch heute.“

Die Beschreibungen der einzelnen Kirchen stammen allesamt – soweit sie nicht noch in Bearbeitung sind – aus der Feder von Nikodemus C. Schnabel OSB, Mönch und Bibliothekar der Benediktinerabtei Dormitio Beatæ Mariæ Virginis in Jerusalem.

 


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