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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Habemus Papam!

PRO ORIENTE ist glücklich über die Wahl des neuen Papstes Benedikt XVI. und hat dazu ihre besonderen Gründe:

Kardinal Joseph Ratzinger war unserem Stiftungsgründer, Kardinal Franz König, stets besonders verbunden. In einer Hommage zum 90. Geburtstag des Wiener Kardinals betonte er, wie sehr die religionswissenschaftlichen Bücher Königs ihm in den 50er Jahren wertvolle Anregungen gegeben hätten. Kardinal Ratzinger erinnerte sich an eine weitere Begegnung mit König 1974, anlässlich des „ersten ekklesiologischen Kolloquiums zwischen orthodoxen und katholischen Theologen“, von PRO ORIENTE unter dem Titel Koinonìa veranstaltet. Ratzinger bezeichnete die Stiftung PRO ORIENTE als „einen Ort der Begegnung, der für das Zueinanderfinden von Ost und West eine einzigartige Bedeutung gewonnen hat“. Aus den vielen Begegnungen entstand, trotz mancher Divergenzen, eine fruchtbare Freundschaft zwischen beiden Kardinälen.

Anlässlich eines PRO ORIENTE-Symposiums 1976 – veranstaltet mit der Theologischen Fakultät der Universität Graz und dem Ökumenischen Arbeitskreis in der Steiermark – hielt Ratzinger den Vortrag „Prognosen für die Zukunft des Ökumenismus“. Seine darin geäußerten grundsätzlichen Gedanken über Kirchenspaltungen haben auch heute nichts an Gültigkeit verloren. Seinen Aufsatz lässt er mit folgenden Worten schließen: „Christentum beruht ja insgesamt auf dem Sieg des Unwahrscheinlichen, auf dem Abenteuer des Heiligen Geistes, der den Menschen über sich hinausführt und ihn gerade so zu sich selber bringt. Weil wir auf diese Kraft des Heiligen Geistes vertrauen, darum hoffen wir auf die Einheit der Kirche und stellen uns dem Ökumenismus des Glaubens zur Verfügung.“

Kardinal Ratzinger hat über zwei seiner Studenten, Stylianos Harkianakis und Damaskinos Papandreou (beide inzwischen Metropoliten der orthodoxen Kirche) seine tiefe Liebe zur orthodoxen Kirche - zu ihrer Liturgie, ihrer Theologie, ihrer Geschichte und ihrem Leben – entdeckt. Ratzinger damals wörtlich: „In dieser Begegnung tat sich mir eine neue Welt auf, in die ich mich unter solcher brüderlicher Führung immer mehr hineinarbeiten durfte.“

PRO ORIENTE freut sich über diese geglückte Wahl auch wegen der engen Beziehungen des neuen Papstes zu unserem Wiener Kardinal Schönborn, Vorsitzenden des PRO ORIENTE-Kuratoriums, und zu Österreich. Kardinal Ratzinger war es auch, der 2004 das Requiem für den verstorbenen Kardinal König im Wiener Stephansdom konzelebriert hat.

In seiner ersten Predigt als Papst Benedikt XVI., bezeichnete er am 20. April 2005 in der Sixtinischen Kapelle in Rom die Einheit der Christen und den Dialog mit anderen Religionen als seine wichtigsten Aufgaben. „Dafür reicht es nicht, guten Willen zu demonstrieren. Konkrete Taten sind notwendig“, so der neue Pontifex. Das bestätigt die Wichtigkeit unserer Arbeit. Wir erwarten von ihm wegweisende Impulse für unsere weitere Tätigkeit.


Wortlaut der Gratulation der Stiftung PRO ORIENTE an S.H. Papst Benedikt XVI.

Wien, am 20. April 2005

Heiliger Vater!

Ihre Wahl zum Pontifex Maximus unserer geliebten Kirche erfüllt die Stiftung PRO ORIENTE mit großer Freude und Dankbarkeit. Wir danken dem Heiligen Geist, dass er Sie mit Hilfe des Kardinalskollegiums auf den Stuhl Petri berufen hat. Wir beten zu Gott, dass er seine Gnade in Fülle über Sie ausgieße und Ihnen alle Kräfte und Gesundheit zur Leitung Ihres Amtes und zum Zeugnis vor der Welt verleihe.

Heiliger Vater! Dankbar erinnern wir uns bei diesem Anlass an Ihre Begegnungen mit unserem Stifter Franz Kardinal König, dem Sie sowohl als Wissenschafter als auch in den gemeinsamen Anliegen für die sichtbare Einheit der Christen verbunden waren und den Sie nach einem feierlichen Requiem im Dom zu St. Stephan auf seinem letzten Weg begleitet haben.

Wir dürfen uns an Ihre Teilnahme an unserem ersten ekklesiologischen Kolloquium Koinonia im Jahre 1974 und an der Ökumenischen Akademie 1976 in Graz erinnern, wo Sie einen richtungsweisenden Vortrag über „Prognosen für die Zukunft der Ökumene“ gehalten haben.

Heiliger Vater! Wir haben uns daher außerordentlich gefreut, dass Sie in Ihrer ersten Predigt die Einheit der Christen und den Dialog mit anderen Religionen als wichtigste Aufgaben Ihres Pontifikats bezeichnet haben. Diese Ihre Worte bestätigen uns die Wichtigkeit der Arbeit unserer Stiftung PRO ORIENTE und erfüllen uns mit Mut und Zuversicht.

Für das Präsidium der Stiftung PRO ORIENTE
Dr. Johann Marte
Geschäftsführender Präsident


Bei PRO ORIENTE erschienene Beiträge von Joseph Ratzinger:

"Verantwortung für Kirche und Welt in dieser Zeit. Hommage an Kardinal König"
http://www.pro-oriente.at/dokumente/RatzingerKoenig.doc
77,5 kb, word-doc
Quelle: „30 Jahre PRO ORIENTE: Festgabe für den Stifter Franz Kardinal König zu seinem 90. Geburtstag“, PRO ORIENTE Band XXVII., Tyrolia, Innsbruck-Wien-München, 1995, ISBN 3-7022-1991-9, S. 42-44

"Prognosen für die Zukunft des Ökumenismus"
http://www.pro-oriente.at/dokumente/RatzingerPrognose.doc
209 kb, word-doc
Vortrag bei der Ökumenischen Akademie der Stiftung PRO ORIENTE mit der Theologischen Fakultät der Universität Graz über „Prognosen für die ökumenische Zukunft“ in Graz, 25. bis 26. Januar 1976
Quelle: „Ökumene, Konzil, Unfehlbarkeit“, PRO ORIENTE Band IV., Tyrolia, Innsbruck-Wien-München, 1979, ISBN 3-7022-1328-7, S. 208-215

"Anathema – Schisma. Die ekklesiologischen Folgerungen der Aufhebung der Anathemata"
http://www.pro-oriente.at/dokumente/RatzingerKoinonia.doc
280 kb, word-doc
Vortrag im Rahmen des ersten ekklesiologischen Kolloquiums zwischen orthodoxen und römisch-katholischen Theologen, veranstaltet vom Stiftungsfonds PRO ORIENTE in Wien (1.-7. April 1974) in Zusammenarbeit mit dem Orthodoxen Zentrum des Ökumenischen Patriarchats, Chambésy, und dem Sekretariat für die Einheit der Christen, Rom
Quelle: „Auf dem Weg zur Einheit des Glaubens“, PRO ORIENTE Band II., Tyrolia, Innsbruck-Wien-München, 1976, ISBN 3-7022-1181-0, S. 101-113

Zitate aus seinen Beiträgen:

"Anders gesagt: Rom muss vom Osten nicht mehr an Primatslehre fordern, als auch im ersten Jahrtausend formuliert und gelebt wurde. Wenn Patriarch Athenagoras am 25. Juli 1967 beim Besuch des Papstes im Phanar diesen als Nachfolger Petri, als den ersten an Ehre unter uns, den Vorsitzer der Liebe, benannte, findet sich im Mund dieses großen Kirchenführers der wesentliche Gehalt der Primatsaussagen des ersten Jahrtausends und mehr muss Rom nicht verlangen."

"Denn nicht die Einheit bedarf der Rechtfertigung, sondern die Trennung."

"Kardinal König hatte 1964 PRO ORIENTE als kirchliche Stiftung des erzbischöflichen Stuhls zu Wien ins Leben gerufen und damit einen Ort der Begegnung geschaffen, der für das Zueinanderfinden von Ost und West eine einzigartige Bedeutung gewonnen hat."

"Damit versteht sich endlich der tiefste Gehalt solchen Vergessens: Er heißt Verzeihung."

"Das Symbol der Spaltung ist durch das Symbol der Liebe ersetzt."



Segen Urbi et Orbi
Quelle: http://www.vatican.va

Liebe Schwestern und Brüder!

Nach einem großen Papst, Johannes Paul II., haben die Herrn Kardinäle mich gewählt, einen einfachen, demütigen Arbeiter im Weinberg des Herrn.

Mich tröstet die Tatsache, dass der Herr auch mit unzureichenden Instrumenten zu arbeiten und zu handeln versteht, und vor allem vertraue ich mich euren Gebeten an.

In der Freude des auferstandenen Herrn schreiten wir im Vertrauen auf seine beständige Hilfe voran. Der Herr möge uns helfen. Maria, seine heiligste Mutter, begleitet uns. Danke.

Dear Brothers and Sisters,

After the great Pope John Paul II, the Cardinals have elected me, a simple and humble labourer in the vineyard of the Lord.

The fact that the Lord knows how to work and to act even with inadequate instruments comforts me, and above all I entrust myself to your prayers.

Let us move forward in the joy of the Risen Lord, confident of his unfailing help. The Lord will help us and Mary, his Most Holy Mother, will be on our side. Thank you.