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Franz König

Pro Oriente

„Pro Oriente“-Gedenken an den verstorbenen Generalsekretär und Präsidenten Alfred Stirnemann

Zugleich wird am 18. Mai auch der emeritierte armenisch-apostolische Erzbischof Mesrob Krikorian geehrt

Wien, 15.05.15 (poi) Die Stiftung „Pro Oriente“ gedenkt am Montag, 18. Mai, ihres langjährigen Generalsekretärs und späteren Präsidenten Alfred Stirnemann, der vor 15 Jahren gestorben ist. „Pro Oriente“-Vizepräsident Prof. Rudolf Prokschi zelebriert um 18 Uhr den Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael im 1. Bezirk in unmittelbarer Nähe zum Sitz von „Pro Oriente“ in der Wiener Hofburg. Im Anschluss an den Gedenkgottesdienst ehrt „Pro Oriente“ bei einem Empfang um 19.15 Uhr im Refektorium von St. Michael den emeritierten armenisch-apostolischen Erzbischof Mesrob Krikorian, der mit Alfred Stirnemann eng verbunden war. Die Laudatio für Erzbischof Krikorian, der seit 25 Jahren Ehrenmitglied der Stiftung „Pro Oriente“ ist, hält der Vorsitzende der Salzburger „Pro Oriente“-Sektion, Prof. Dietmar W. Winkler.

Alfred Stirnemann, ausgebildeter Politologe, kirchlich und politisch vielfach interessiert und engagiert, war der erste Generalsekretär der 1964 begründeten Stiftung „Pro Oriente“. 1993 wurde er Präsident der Stiftung. Ihm gelang es – auch durch eine umfangreiche Reise-tätigkeit – ein nachhaltiges Netzwerk aufzubauen, das heute „Pro Oriente“ mit nahezu allen orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen verbindet. Darüber-hinaus konnte er viele fachkundige Expertinnen und Experten – vor allem Theologen und Historiker – zur Mitarbeit gewinnen. Durch die von ihm initiierte Publikationstätigkeit legen die „Pro Oriente“-Bände heute Zeugenschaft ab für die großartige Veränderung, die mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Verhältnis zwischen katholischer Kirche und den Ostkirchen in Gang gesetzt wurde. Die Versöhnung der Kirchen und die Überwindung religiöser und ethnischer Konflikte waren für Alfred Stirnemann zentrales Anliegen.

Mesrob Krikorian, der aus Aleppo stammende armenisch-apostolische Priester und Theologe, prägte die Arbeit von „Pro Oriente“ seit den Anfängen entscheidend mit. Auf dem Hintergrund seiner Erfahrungen im Dialog zwischen byzantinischer Orthodoxie und orientalisch-orthodoxen Kirchen gab er die Anregung, einen inoffiziellen Dialog zwischen katholischen und orientalisch-orthodoxen Theologen zu beginnen, der 1971 zur vieldiskutierten „Wiener Christologischen Formel“ führte, die einen Durchbruch im Verhältnis von katholischer Kirche und orientalisch-orthodoxen Kirchen ermöglichte. Im Rahmen der „Lainzer Dialoge“ konnten trennende Hindernisse ausgeräumt und entscheidende Schritte zum Miteinander gesetzt werden. Erzbischof Krikorian leistete – auch auf Grund seiner wissenschaftlichen Arbeit – wichtige Beiträge für die Entwicklung der ökumenischen Bewegung und des ökumenischen Klimas in Österreich und darüber hinaus. (ende)