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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Zwei ukrainische Ex-Präsidenten bei Patriarch Bartholomaios I.

Hinter den Kulissen gehen die Bemühungen um die gespaltene ukrainische Orthodoxie weiter

Istanbul, 04.09.16 (poi) Hinter den Kulissen gehen die Bemühungen um die gespaltene ukrainische Orthodoxie weiter. Aus dem Monatsbericht des Ökumenischen Patriarchats geht hervor, dass zwei ukrainische Ex-Präsidenten – Leonid Krawtschuk (im Amt 1990-1994) und Wiktor Juschtschenko (im Amt 2005-2010) – am 31. August gemeinsam von Patriarch Bartholomaios I. empfangen wurden. Laut Kommunique dauerte die Begegnung zwei Stunden. Ihre Bedeutung wurde dadurch erhöht, dass zwei führende Metropoliten des Ökumenischen Patriarchats - der Altmetropolit von Pergamon (Bergama), Ioannis (Zizioulas), und der Metropolit von Paris (und Vorsitzende der französischen orthodoxen Bischofskonferenz), Emanuel (Adamakis) – an der Begegnung teilnahmen.

Die orthodoxe Kirche in der Ukraine ist in drei Strömungen gespalten: Die autonome ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats, das sogenannte „Kiewer Patriarchat“ („Patriarch“ Filaret war in den sechziger Jahren russisch-orthodoxer Bischof von Wien und Österreich) und die sogenannte „autokephale ukrainisch-orthodoxe Kirche“. Von der Weltorthodoxie wird nur die autonome ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats anerkannt. Seitens der ukrainischen Politik gibt es in den letzten Jahren verstärkte Bestrebungen zur Gründung einer landesweiten ukrainischen orthodoxen Kirche, der vom Ökumenischen Patriarchen die Autokephalie verliehen werden soll, was dramatische Auswirkungen auf die kirchlichen Beziehungen zwischen Konstantinopel und Moskau haben müsste. (ende)