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Franz König

Pro Oriente

Nahost-Kirchen würdigen islamische Initiativen zur Anerkennung der Rolle der Christen im Orient

Schlusserklärung der 11. Generalversammlung des “Middle East Council of Churches” (MECC), die in Amman tagte: „Den Stellungnahmen müssen konkrete Maßnahmen folgen, damit ein neues Modell des Zusammenlebens entsteht“

Amman, 10.09.16 (poi) Die christlichen Kirchen des Nahen Ostens würdigen in einer gemeinsamen Botschaft die Initiativen von muslimischen Religionsvertretern der Region, ‪„die Extremismus und Gewalt ablehnen und die Rolle der christlichen Gemeinden als wesentlicher Bestandteil der arabischen Kultur und der ganzen Region anerkennen“. In der Schlusserklärung der 11. Generalversammlung des “Middle East Council of Churches” (MECC), die in Amman tagte, heißt es wörtlich: ‪„Die Versammlung wünscht sich, dass diesen Stellungnahmen muslimischer Institutionen und Repräsentanten auch konkrete Maßnahmen folgen, damit ein neues Modell der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens entsteht“.

In ihrer Schlussbotschaft präsentieren die Kirchen auch gemeinsame Maßnahmen zur Überwindung der derzeitigen dramatischen Lage im Nahen Osten. Zum Beispiel soll eine gemeinsame Delegation die Länder des Nahen Ostens bereisen und sich dort mit zivilen und religiösen Vertretern treffen. Unter anderem will man auch mit Vertretern der sunnitischen Al-Azhar-Universität und der schiitischen Qom-Universität über gemeinsame Lösungen beraten, die zum Erhalt der christlichen Präsenz in der Region beitragen können. Die Oberhäupter der Kirchen im Nahen Osten bitten schließlich auch die internationale Staatengemeinschaft um ein Eingreifen zur Beendigung des Konflikts in Syrien und zur Unterbindung „des Verkaufs von Waffen an Terroristen“. Dabei dürfe auf keinen Fall ‪„die Einheit Syriens“ und das friedliche Zusammenleben ethnischer und religiöser Gruppen in der syrischen Gesellschaft in Frage gestellt werden.

In der gemeinsamen Erklärung erinnern die Kirchenvertreter die arabischen Länder und die internationale Gemeinschaft an die Verantwortung bei der Aufnahme von Flüchtlingen, wobei jedoch auch eine „möglichst rasche“ künftige ‪„Rückkehr“ der Flüchtlinge in die Heimat gefördert werden soll. Es wird auch an das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat erinnert und eine Beendigung der „anormalen“ Situation auf der Insel Zypern eingefordert.

Abschließend danken die Versammlungsteilnehmer dem jordanischen Königreich für die Gastfreundschaft und dem ägyptischen Parlament für das neue Gesetz zum Bau von Kirchen (ende)