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Franz König

Pro Oriente

Wien: Priesterweihe in der orthodoxen Georgskirche

Metropolit Arsenios weihte Nikolaus Rappert zum Priester – Er wird für Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge in Wien zuständig sein - „Ich bete, dass wir die Einheit der christlichen Kirchen erleben dürfen“

Wien, 25.09.16 (poi) „Ich bete, dass wir die Einheit der christlichen Kirchen erleben dürfen“: Dies betonte Metropolit Arsenios (Kardamakis) am Sonntag bei der Priesterweihe von Nikolaus Rappert in der Wiener orthodoxen Kirche St. Georg. Nikolaus Rappert wird als orthodoxer Priester für die Krankenhausseelsorge und die Gefängnisseelsorge in Wien zuständig sein, später auch für die deutschsprachige Liturgie an der Dreifaltigkeitskathedrale am Fleischmarkt und an der Georgskirche. Beruflich ist er stellvertretender Leiter der Wiener Universitätsbibliothek und des Universitätsarchivs. Bei der Priesterweihe in St. Georg waren auch Präsident und Vizepräsident der Stiftung „Pro Oriente“ – Johann Marte und Prof. Rudolf Prokschi – sowie der Leiter des Kardinal-König-Hauses, P. Christian Marte SJ, anwesend.

Metropolit Arsenios unterstrich bei der Priesterweihe den „Traum von der besseren Welt“, dass alle Menschen Christus kennenlernen, alle Kirchen gemeinsam feiern. Wörtlich sagte der Metropolit: „Beten wir, wirken wir mit Liebe, ohne Hass, beten wir für die Einheit der Kirchen und lassen wir Gott wirken“. Im Hinblick auf die Aufgabe jedes Priesters erinnerte er daran, dass es um den ständigen Dialog mit Gott gehe: „Wir sprechen über Christus und kennen ihn zu wenig, wir sprechen über das Gebet und beten zu wenig“. Wie Petrus im Evangelium müsse auch der Priester seine Fehler bekennen, um anderen den Weg zeigen zu können. Denn die Aufgabe des Priesters sei es, den Menschen in den Sakramenten die Gnade Gottes mitzuteilen, „Licht und Frieden“ zu bringen.

Die Georgskirche ist erst im April nach umfassender Restaurierung vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. neu geweiht worden. Metropolit Arsenios erinnerte am Sonntag daran, dass die letzte Priesterweihe in St. Georg 50 Jahre zurückliegt: Damals wurde am 23. Oktober 1966 der heutige Vikarbischof der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland (und Titularbischof von Aristi,) Vasilios (Tsiopanas), in St. Georg zum Priester geweiht.

Nikolaus Rappert, Jahrgang 1974, hat sein Theologiestudium an den Universitäten Wien und Saloniki absolviert; seine Dissertation galt dem Thema „Das Recht der Kirche von Griechenland in Theorie und Praxis“. Seine Postgraduate-Studien in Kulturmanagement und Library Studies absolvierte er in Wien. Ab 2002 war er am Institut für Theologie und Geschichte des christlichen Ostens der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien wissenschaftlich tätig. Zugleich engagierte er sich in der ökumenischen Arbeit zunächst in seiner Heimatpfarre Pötzleinsdorf, dann auch im Vikariatsrat für Wien-Stadt und in der Wiener Diözesankommission für ökumenische Fragen.

Nach seiner Konversion wurde Rappert – der mit einer orthodoxen Christin verheiratet ist – Ende Mai in der Dreifaltigkeitskathedrale von Metropolit Arsenios zum Diakon geweiht. Konzelebrant war damals der zypriotische Metropolit Chrysostomos (Kykkotis) von Kyrenia, der seit Jahren mit Rappert befreundet ist. Vor seiner Weihe dankte Nikolaus Rappert Metropolit Arsenios für das in ihn gesetzte Vertrauen und seine väterliche Fürsorge, sowie seiner Familie für ihre Unterstützung und ihren Beistand. Rappert betonte, dass Gott in seiner Menschenliebe für jeden Menschen eine individuelle und besondere Berufung habe. Durch den Metropoliten habe Gott ihn jetzt zum Dienst in der orthodoxen Kirche berufen, er hoffe, dieser großen Aufgabe mit Gottes Hilfe gewachsen zu sein.

Die Priesterweihe von Nikolaus Rappert war in diesem Monat bereits die zweite Priesterweihe, die Metropolit Arsenios erteilen konnte. Am 4. September weihte er Zaphirios Koutelieris zum Priester, der jetzt für die griechisch-orthodoxe Gemeinde in Graz zuständig ist. Metropolit Arsenios lud den Neupriester ein, sich zu bemühen, im geistigen Leben auf eine höhere Stufe zu kommen, nicht um sich für etwas Besseres zu halten, sondern um auf Grund der eigenen Erfahrung die Menschen auf ihrem Weg zu Christus begleiten und sie bei der Vertiefung ihrer Beziehung zu Gott unterstützen zu können. Zur Erfüllung dieser Aufgabe müsse der Priester den Menschen ein Vorbild sein, in seinen Worten und seinen Taten und in seiner Nächstenliebe. Am 11. September stellte der Metropolit den Neupriester der Grazer Gemeinde vor. (ende)