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Franz König

Pro Oriente

Metropolit Arsenios mahnt zur Menschlichkeit in der Flüchtlingsfrage

Vollversammlung der Orthodoxen Bischofskonferenz tagte in der Wiener russisch-orthodoxen Nikolauskathedrale

Wien, 13.11.2016 (poi) Zur „Menschlichkeit in der Flüchtlingsfrage“ hat Metropolit Arsenios (Kardamakis) bei der Herbstvollversammlung der Orthodoxen Bischofskonferenz für Österreich am Samstag gemahnt. Die orthodoxen Bischöfe beobachten mit großer Sorge die Situation in den Krisenregionen, beispielsweise drohe die katastrophale Versorgungslage in Aleppo eine neue Fluchtbewegung auszulösen. Die Kämpfe im Nahen Osten hätten auch die Situation der orientalischen Christen zusätzlich verschlechtert.
Die orthodoxen Bischöfe waren sich einig, dass im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise die menschliche Seite nicht ignoriert werden darf. Metropolit Arsenios sagte als Vorsitzender der Bischofskonferenz in diesem Zusammenhang wörtlich: „Hinter den Zahlen stehen immer konkrete Menschen“.

Bei der Vollversammlung der orthodoxen Bischöfe – die in der russisch-orthodoxen Nikolauskathedrale stattfand – bildete das Thema Bildung einen weiteren Schwerpunkt. Der orthodoxe Religionsunterricht und seine Weiterentwicklung wurden intensiv diskutiert. Im Hinblick auf den neuen Studiengang „orthodoxe Religionspädagogik“ an der Universität Wien sprachen sich die Bischöfe dafür aus, einen Abschluss als „Master of Education“ anzuvisieren, der den Studenten einen zusätzlichen Anreiz geben würde.

Der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) berichtete über die Große und Heilige Synode auf Kreta im Juni, an der er als Delegierter des serbischen Patriarchats teilgenommen hatte. Die positiven persönlichen Eindrücke, die Bischof Andrej von der Synode mitgenommen hatte, wurden von den übrigen Mitgliedern der Bischofskonferenz mit großer Freude aufgenommen. Die Bischöfe waren sich in der Einschätzung einig, dass die Einheit der Orthodoxie durch die Fortführung des Dialogs bei den nächsten Synoden gefestigt werden wird.

Der orthodoxe Militärseelsorger Erzpriester Alexander Lapin berichtete vor den Bischöfen über seine Teilnahme an der dritten internationalen Konferenz der orthodoxen Militärseelsorger in Warschau. Im Oktober hatte der polnisch-orthodoxe Militärbischof Jerzy Pankowski 35 orthodoxe Militärseelsorger aus 13 Staaten zu einer Konferenz mit dem Thema „Das Flüchtlingsproblem und die Arbeit der Militärseelsorger“ eingeladen. Mit Erzpriester Alexander Lapin war auch Brigadier Roman Fischer Teil der kleinen orthodoxen Militärdelegation aus Österreich. Besondere Wertschätzung wurde Brigadier Fischer – der selbst orthodox ist - von den polnischen Gastgebern zuteil, da er der Hauptinitiator für die orthodoxe Militärseelsorge in Österreich war.

Mit großer Freude würdigten die Bischöfe auch den Bericht von Erzpriester Emanuel Nutu und Diakon Athanasios Buk über das jüngste panorthodoxe Jugendtreffen am 1. Oktober . Bei diesem 5. Panorthodoxen Jugendtreffen hatte Metropolit Arsenios in seiner Predigt betont: „Was die Kirche verkündet, ist nicht immer ‚in‘, aber es ist die Wahrheit“. Als Termin für das 6. Panorthodoxe Jugendtreffen wurde der 7. Oktober 2017 bestimmt. (ende)