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Franz König

Pro Oriente

Vor fünf Jahren wurde Metropolit Arsenios zum Bischof geweiht

„Pro Oriente“-Präsident Marte dankt dem Wiener Metropoliten für dessen „ökumenische Aufgeschlossenheit“

Wien, 29.11.16 (poi) Vor fünf Jahren – am 30. November 2011 – wurde der Wiener orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) in der Georgskathedrale in Konstantinopel vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. zum Bischof geweiht. Wenige Tage später, am 4. Dezember 2011, wurde er in der Wiener orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale in sein Amt als Metropolit von Austria und Exarch von Ungarn und Mitteleuropa eingeführt. „Pro Oriente“-Präsident Johann Marte hat dem Metropoliten in herzlichen Worten zu dessen Jubiläum „und seiner überaus erfolgreichen bischöflichen Tätigkeit“ gratuliert. Marte würdigte die „ökumenische Aufgeschlossenheit“ des Metropoliten und dessen Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Kirchen. Wörtlich stellte der „Pro Oriente“-Präsident weiter fest: „Mit Sympathie begleiten wir Ihre steten Bemühungen um die Stärkung des Zeugnisses der orthodoxen Kirche in Österreich, u.a. durch die Schaffung von neuen Gemeinden, die Ausweitung des Religionsunterrichts und die Intensivierung des pastoralen Engagements in vielen Bereichen. Ihren Einsatz für die innere Einheit der Orthodoxie in Österreich erachten wir als einen überaus wertvollen Beitrag für die Sache der Einheit der Christen in unserem Land“.

Der Metropolit wurde 1973 in Iraklion auf Kreta geboren. 1998 wurde er Mönch und empfing die Diakonsweihe. Nach Abschluss seiner Studien in Athen, Straßburg und Saloniki wurde er zum 2002 zum Priester geweiht. Von 2002 bis 2004 wirkte er in der Pfarrseelsorge in Karlsruhe, von 2004 bis 2011 war er Generalvikar der Metropolie des Ökumenischen Patriarchats in Frankreich. Von 2005 bis 2011 wirkte Kardamakis auch als Sekretär des “Nationalen Rates der Kirchen in Frankreich”. In dieser Zeit war er auch in der “Konferenz Europäischer Kirchen” (CEC) aktiv. Nach dem Tod von Metropolit Michael Staikos (18. Oktober 2011) wurde Kardamakis am 3. November 2011 vom Heiligen Synod des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel zum neuen Metropoliten von Austria und Exarchen von Ungarn und Mitteleuropa gewählt.

Bei seiner Bischofsweihe am Hochfest des Apostels Andreas in der Georgskathedrale im Phanar war auch der damalige Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser als Repräsentant der katholischen Kirche in Österreich anwesend. In einem von Erzbischof Kothgasser überbrachten Grußwort unterstrich Kardinal Christoph Schönborn bereits damals seine Zuversicht im Hinblick auf eine gute Zusammenarbeit. Kardinal Schönborn betonte dann bei der Amtseinführung von Metropolit Arsenios in der Wiener Dreifaltigkeitskathedrale, dass die Orthodoxie eine wachsende Glaubensgemeinschaft in Österreich ist; es sei wichtig, dass sie „eine starke Stimme“ habe. Arsenios Kardamakis bringe alle Voraussetzungen mit, um „für die orthodoxen Christen und für uns alle“ diese „glaubwürdige starke Stimme“ zu sein. Zugleich versicherte der Kardinal damals dem neuen Metropoliten, dass die anderen Kirchen ihm zur Seite stehen, „wenn es um die großen Anliegen der orthodoxen Christen im Bereich der Schule, der Gesetzesvorhaben oder der Fragen der Immigration geht“.

Die Metropolie des Ökumenischen Patriarchats in Österreich ist heute durchaus multinational, auch wenn die meisten Gläubigen aus der griechischen Tradition kommen. Gemeinden der Metropolie bestehen in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt, Leoben, Innsbruck, Bregenz und Kufstein. Im burgenländischen St. Andrä am Zicksee entsteht das erste (derzeit noch provisorisch untergebrachte) orthodoxe Kloster Österreichs, mit dem Neubau des Klosters soll bald begonnen werden. Dieses Kloster soll nach dem Willen des Metropoliten eine „Brücke zwischen Ost und West“ werden. Er bemühe sich um lebendige Pfarrgemeinden, die nicht nur nach innen wirken, sondern sich auch um Solidarität mit allen Mitbürgern bemühen, ungeachtet deren Nationalität oder Religion, so der Metropolit in einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress“.

In seiner bischöflichen Tätigkeit setzt sich Metropolit Arsenios nicht nur für die innere Einheit der Orthodoxie in Österreich, sondern auch für die ökumenische Gemeinsamkeit der christlichen Kirchen ein. Mehr als einmal hat er seine Hoffnung artikuliert, dass es zwischen orthodoxer und katholischer Kirche zur Wiederherstellung der vollen kirchlichen Gemeinschaft kommt.

Metropolit Arsenios ist auch Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz für Österreich, in der jene sieben orthodoxen Kirchen vertreten sind, die in Österreich Seelsorgestrukturen haben (Patriarchate von Konstantinopel, Antiochien, Moskau, Belgrad, Bukarest, Sofia,Tiflis). (ende)