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Franz König

Pro Oriente

Moskauer Patriarch nach Ungarn eingeladen

Kyrill I. würdigt im Gespräch mit dem ungarischen Staatssekretär Miklos Soltesz die Präsenz christlicher Politiker in der Budapester Regierung

Moskau-Budapest, 09.01.17 (poi) Der ungarische Staatssekretär für Kirchen und Minderheiten, Miklos Soltesz, hat den Moskauer Patriarchen Kyrill I. zu einem Besuch Ungarns eingeladen. Bei einer Begegnung mit dem ungarischen christdemokratischen Politiker im Facettenpalast (Granowitaja Palata) im Kreml sagte der Patriarch laut „Interfax-Religion“ wörtlich: „Ich nehme diese Einladung sehr gerne an. Ich liebe Ungarn, ein Abschnitt meines Lebens ist mit Ungarn verbunden. In der heutigen Zeit haben die Russen eine besondere Vorliebe für Ungarn; ich hoffe zu Gott, dass sich unsere Beziehungen noch vertiefen werden“.

Soltesz würdigte im Gespräch mit dem Patriarchen die Tätigkeit des für Ungarn zuständigen russisch-orthodoxen Bischofs Tichon (Zaitsew). Der (auch als Administrator der russisch-orthodoxen Eparchie Wien und Österreich tätige) Vikarbischof des Patriarchen für die nordöstliche Pastoralzone der russischen Hauptstadt habe die Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und dem ungarischen Staat auf ein neues Niveau gebracht und dabei „greifbare Resultate“ erzielt.

Der Staatssekretär teilte mit, dass sich der ungarische Staat auch an den Kosten für die Restaurierung der orthodoxen Marienkathedrale in Budapest beteilige (um die Eigentumsrechte an dieser Kathedrale hatte es eine langdauernde juristische Auseinandersetzung zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel gegeben). Soltesz zeigte sich beeindruckt von der Patriarchalliturgie in der Kathedrale der Entschlafung der Gottesmutter im Kreml, an der er am Sonntagmorgen teilgenommen hatte. Als Katholik müsse er sagen, dass er das Fest der Epiphanie noch nie in „einer solchen mystischen Tiefe“ erlebt habe wie bei dem Gottesdienst in der Kreml-Kathedrale.

Patriarch Kyrill bezeichnete es als „wunderbar“, dass es in der ungarischen Regierung christlich engagierte Politiker wie Soltesz gebe. Er habe tiefen Respekt vor dem ungarischen Ministerpräsidenten, dessen unabhängiger Politik und seiner Standfestigkeit, „auch bei der Verteidigung christlicher Werte“.

Gedenken an den Heiligen Martin

Bischof Tichon hatte am 27. Dezember in Konzelebration mit dem slowakischen orthodoxen Erzbischof Juraj (Stransky) von Michalovce und Kosice in der Budapester Marienkathedrale einen festlichen Gottesdienst zum 1.700-Jahr-Gedenken des Heiligen Martin gefeiert. An dem Gottesdienst nahmen auch junge russisch-orthodoxe Gläubige aus Wien teil, die sich auf einer Pilgerfahrt zu den orthodoxen Heiligen Stätten in Ungarn befanden.

Erzbischof Juraj unterstrich das großartige Beispiel des Heiligen Martin für die orthodoxen Christen „nicht nur in Ungarn und in der Slowakei, sondern in der ganzen Welt“. (ende)