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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Katholische Bischöfe aus zwölf Ländern besuchen das Heilige Land

Das 17. Internationale Bischofstreffen dient der Unterstützung der Christen in Israel und Palästina – Auftakt mit Pastoralbesuchen in Pfarrgemeinden in der Gegend von Bethlehem

Jerusalem, 10.01.17 (poi) Am kommenden Samstag, 14. Jänner, beginnt das 17. Internationale Bischofstreffen zur Unterstützung der Christen im Heiligen Land. Vertreter von zwölf Bischofskonferenzen aus Europa, Nordamerika und Südafrika werden bis zum 19. Jänner das Heilige Land besuchen, Termine sind u.a. in Bethlehem, Jerusalem, Tel Aviv vorgesehen. Auf dem Programm stehen Gespräche mit dem Apostolischen Administrator des lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, und weiteren Vertretern der katholischen Ortskirche. Außerdem begegnen die Bischöfe israelischen und palästinensischen Politikern, internationalen Diplomaten sowie Repräsentanten lokaler und internationaler katholischer Hilfswerke, die im Heiligen Land tätig sind.

Auftakt des Treffens sind Pastoralbesuche in verschiedenen Pfarrgemeinden in der Gegend von Bethlehem. Dabei steht das Gebet mit den einheimischen Christen im Mittelpunkt. Bei Begegnungen mit christlichen und muslimischen Studierenden und Lehrenden der katholischen Universität Bethlehem werden die Bischöfe Eindrücke vom Leben im Westjordanland erhalten. Eine ökumenische Begegnung mit Vertretern der örtlichen Kirchen endet in einem Abendgebet, das anlässlich der weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen stattfindet.

Bei Zusammenkünften mit Vertretern der Zivilgesellschaft in Israel und Palästina werden u.a. in Hebron und Ostjerusalem aktuelle Probleme beleuchtet. Einerseits werden die zum Teil gravierenden Beschneidungen und Einschränkungen des täglichen Lebens für die Palästinenser verdeutlicht. Andererseits soll der Zusammenhang dieser Entwicklungen mit dem Wachstum israelischer Stadtteile und Dörfer sowie die Relevanz der dadurch geschaffenen Fakten („facts on the ground“) für die Zukunft eines sicheren und demokratischen israelischen Staates erläutert werden. Bei den Begegnungen und Besuchen soll geprüft werden, wie beide Seiten Hindernisse auf dem Weg zu einem gerechten Frieden ausräumen können.

Das Internationale Bischofstreffen verfolgt seit 17 Jahren das Ziel, die Christen im Heiligen Land zu stärken und zu ermutigen. Durch die mit dem Treffen bezeugte internationale Solidarität sollen die Kirchen als gerechtigkeits- und friedensdienliche gesellschaftliche Größe stärker wahrnehmbar werden.

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsansprache „Urbi et orbi“ seinen Friedenswunsch für alle Menschen im Heiligen Land bekräftigt: „Friede den Frauen und Männern des geschätzten Heiligen Landes, das von Gott erwählt und geliebt ist“. Er wünschte Israelis und Palästinensern, dass sie „den Mut und die Entschlossenheit haben“ mögen, „eine neue Seite der Geschichte zu schreiben, in der Hass und Vergeltung den Platz räumen gegenüber dem Willen, gemeinsam eine Zukunft gegenseitigen Verständnisses und Einklanges zu schaffen“. (ende)