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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Vorsitzender der Superiorenkonferenz betont Notwendigkeit der Ökumene

Abt-Präses Haidinger in Erklärung zur „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“: „Getrennte Christen müssen einander besser kennen lernen“

Wien, 11.01.17 (örkö/poi) „Mehr und mehr erleben wir es als einen himmelschreienden Skandal, dass gerade die Christenheit gespalten und uneins ist. Zugleich sind wir aber dankbar für die großen Bemühungen um die Einheit aller Christen, die in den letzten Jahrzehnten unternommen wurden“: In diese Spannung sieht der Vorsitzende der Superiorenkonferenz, Abt-Präses Christian Haidinger, die „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25 Jänner) eingebettet. In einer auf der Website der Orden am Mittwoch veröffentlichten Erklärung stellte Haidinger (der auch Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Pro Oriente“ ist) fest: „Auf alle Christen, auch wenn sie noch getrennt sind in verschiedene Konfessionen, scheint wirklich das Licht Christi. Das ist eine Zusage, aber auch ein Auftrag, der uns gerade in der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen wieder klar vor Augen gestellt wird“. Heute sei der Auftrag Jesu, „dass alle eins sind“, in allen christlichen Traditionen verankert. Der Abt-Präses würdigte die Arbeit des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ): „Viele gemeinsame Initiativen wurden bisher unternommen, die letztlich die noch ausstehende Einheit fördern und wachsen lassen. Dazu gehört beispielsweise das Sozialwort der christlichen Kirchen Österreichs, das im Jahr 2003 veröffentlich wurde und das auf breites öffentliches Interesse gestoßen ist. Auch die gemeinsamen Bemühungen um den arbeitsfreien Sonntag sind ein zentrales Anliegen aller Christen. Nur wenn wir eins sind, können wir glaubhaft das Evangelium bezeugen“.

Haidinger verweist auf eine wesentliche Voraussetzung des Eins-Werdens, die auch am Beginn der Ökumene steht: „Um sich zu vereinigen, muss man sich lieben, um sich zu lieben, muss man sich kennen, und um sich kennen zu lernen, muss einer dem anderen entgegengehen. Mich berührt diese einfache Formel, darin steckt viel Wahrheit. Vielleicht tauchen deswegen im Bemühen der Christen, einander näher zu kommen, immer wieder Probleme auf, weil wir uns zu wenig kennen, weil wir zu wenig voneinander wissen. Und vor allem, was uns fremd ist, haben wir gewisse Ängste. Doch immer wieder erfahren wir, dass genau Fremdes bereichert“. Der Vorsitzende der Superiorenkonferenz plädiert dafür, einander offen und neugierig zu begegnen, voneinander zu lernen: „In der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen geht es darum, dass wir uns bewusst darum bemühen, mehr von anderen christlichen Kirchen zu wissen, denn nur was wir kennen, können wir lieben. Und um uns besser kennen zu lernen, müssen wir aufeinander zugehen und füreinander offen sein – in großer Wertschätzung und Anerkennung der je eigenen kirchlichen Tradition“.

Raum geben für Begegnungen auf Augenhöhe

Haidinger verweist darauf, dass gerade Ordenshäuser oft eine gute Voraussetzung schaffen für diese „wertschätzende offene Begegnung auf Augenhöhe“. Er sieht eine gute Basis und viele Möglichkeiten darin, dass Ordensleute eine wache Sensibilität und Geduld entwickeln, um auf andere Christen zuzugehen. Gerade Papst Franziskus ermutige alle zu diesem Aufeinanderzugehen, nicht nur durch Worte, sondern auch durch viele Zeichen und Gesten. In seinen vielfältigen pastoralen Tätigkeitsfeldern hat Haidinger immer wieder Raum für ökumenische Begegnung geschaffen: „Ich bin sehr dankbar für geschwisterliche und freundschaftliche Beziehungen mit Christinnen und Christen aus verschiedenen christlichen Kirchen. Deshalb: Öffnen wir uns und beten wir um diese Einheit“. (ende)