Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Maronitische Kirche begeht ein „Jahr des Martyriums und der Märtyrer“

Auftakt am 9. Februar aus Anlass des Festes des Heiligen Maron – Am 24. Juni wird in Fatima ein „Tag für den Libanon“ gefeiert

Beirut, 05.02.17 (poi) Die maronitische Kirche begeht ein „Jahr des Martyriums und der Märtyrer“. Auftakt des Jahres ist der 9. Februar, Fest des Heiligen Maron. Der Eremit des 5. Jahrhunderts wird als der Begründer der maronitischen Tradition gesehen. Das Gedenkjahr für die Märtyrer wird bis zum 2. März 2018, Fest des Heiligen Johannes Maron, des ersten maronitischen Patriarchen im 7. Jahrhundert, dauern. Der heutige Patriarch, Kardinal Bechara Boutros Rai, betonte in einer Botschaft die „Aktualität und Opportunität“ des Themas angesichts der Tatsache, dass die Kirche heute an vielen Orten, vor allem im Nahen Osten, der Verfolgung ausgesetzt sei. Das Gedenkjahr für die Märtyrer wird zahlreiche spirituelle und kulturelle Veranstaltungen umfassen.

Am kommenden 24. Juni wird das Marienheiligtum in Fatima – das heuer sein 100-Jahr-Jubiläum begeht - einen “Tag für den Libanon” feiern. Den Schlussgottesdienst in der Marienbasilika zelebriert der maronitische Patriarch, Kardinal Rai, an dem Ort, an dem im Jahr 1917 den Hirtenkindern Lucia dos Santos, Jacinta Marto und Francisco Marto die Marienerscheinungen zuteil wurden. Bei der Messfeier werden mit dem maronitischen Patriarchen auch die anderen katholischen Patriarchen aus dem Nahen Osten die Weihe des Libanons an Maria erneuern. Aus dem Libanon werden am 24. Juni große Pilgerströme erwartet. Für die Teilnahme an der Wallfahrts-Initiative zum „Tag für den Libanon“ wurde ein eigenes Büro im libanesischen Marienort Harissa eingerichtet.

Forderung nach neuem Wahlrecht

Die Versammlung der maronitischen Bischöfe hat bei ihrem letzten Monatstreffen am 1. Februar ein neues Wahlrecht für den Libanon eingefordert, das eine gerechte Repräsentation aller sozialen und religiösen Komponenten der libanesischen Gesellschaft garantiert. In einer gemeinsamen Verlautbarung unterstrichen die Bischöfe auch die Notwendigkeit “der Beschleunigung der Debatte über das neue Wahlrecht”. In den letzten Monaten hatten vor allem der syrisch-katholische und der syrische-orthodoxe Patriarch – auch in Gesprächen mit dem maronitischen Patriarchen - auf eine parlamentarische Repräsentation der von ihnen vertretenen Gemeinschaften gedrängt, die bisher nicht gegeben war.

Präsident Michel Aoun hat kürzlich in einer Ansprache an libanesische Diplomaten die Parteien aufgefordert, “nach einer Formel zu suchen, die nicht nur den jeweils eigenen Maßstäben entspricht”, sondern Gleichberechtigung und eine angemessene Vertretung aller Komponenten der libanesischen Bevölkerung garantiert. (ende)