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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Ökumenischer Patriarch Bartholomaios I. in Jerusalem

Der Patriarch sitzt der schlichten Segenszeremonie vor, mit der die Grabkapelle (“Aedicula”) über dem leeren Grab Jesu nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wiedereröffnet wird

Jerusalem, 21.03.17 (poi) Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., ist am Dienstag auf Einladung des orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theophilos III., in die Heilige Stadt gereist. Bartholomaios I. wird am Mittwoch der schlichten Segenszeremonie vorsitzen, mit der die Grabkapelle (“Aedicula”) über dem leeren Grab Jesu nach den umfangreichen Restaurierungsarbeiten der letzten Monate wiedereröffnet wird. Mit Bartholomaios I. werden Theophilos III., der armenisch-apostolische Patriarch Nourhan Manougian und der Apostolische Administrator des lateinischen Patriarchats, Erzbischof Piero Pizzaballa, zusammenwirken. Der Ökumenische Patriarch wurde auf der Reise nach Jerusalem u.a. vom Altmetropoliten von Chalkedon (Kadiköy), Athanasios (Papas), begleitet; am Donnerstag wird er nach Konstantinopel zurückkehren.

P. Francesco Patton, der Franziskaner-Obere des Heiligen Landes, bezeichnete die Restaurierung und Wiedereröffnung der „Aedicula“ als historischen Moment. "Das Abkommen dreier christlicher Konfessionen in Sachen Restaurierung wurde möglich, weil die Kirchenoberhäupter im Dialog stehen und gute Beziehungen pflegen. Es ist von historischer Bedeutung, weil die ‚Aedicula‘ die wichtigste Stätte für alle Christen ist", sagte P. Patton in einem Interview mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA am Dienstag.

Auch der Zeitplan der Arbeiten sei eingehalten worden, was durchaus nicht selbstverständlich sei. Auf der Ebene der Kirchenoberhäupter habe man während der Arbeiten "einen echten Austausch und brüderlichen Dialog erlebt", so P. Patton. Diese Beziehung sei in gewisser Weise sogar wichtiger als die physische Restaurierung. "Wo Freundschaft und Brüderlichkeit herrschen, gehen wir einen wichtigen Schritt voran“, so der Franziskaner.

"Etwas Prophetisches" habe auch der Zeitpunkt der Wiedereröffnung der „Aedicula“: "In diesem Jahr feiern wir, trotz zweier verschiedener Kalender, am selben Tag Ostern. In hoffentlich nicht allzu ferner Zeit werden wir nicht nur am selben Tag, sondern gemeinsam feiern. Wir müssen nur der Vorsehung Gottes folgen“. "Ich hoffe, dass Jerusalem in Zukunft ein Zeichen der Einheit für die ganze Kirche werden wird", so P. Patton im Gespräch mit der KNA. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen christlichen Gemeinschaften auf höchster Ebene bezeichnete er als sehr gut und offen. Gemeinsam könnten die Christen eine brückenbildende Funktion zwischen Juden und Muslimen haben, die einen Weg zum Frieden eröffnet.

Heiliger Stuhl beteiligt sich an Kosten

Eine Schenkung in Höhe von einer Million US-Dollar ist der Beitrag des Heiligen Stuhls zur Restaurierung der Geburtsbasilika in Betlehem und der Grabeskirche („Anastasis“) in Jerusalem, wie die Franziskaner-Kustodie des Heiligen Landes am Samstag mitteilte. Was die Geburtsbasilika betrifft, sei ein wichtiger Teil der Arbeiten schon verwirklicht worden, und man hoffe, das Projekt in Kürze zu Ende zu bringen, heißt es in der Pressemitteilung. Der Heilige Stuhl habe dazu eine Spende von 500.000 US-Dollar beigetragen. Der Vatikan wolle sich auch an der Restaurierung der Grabeskirche in Jerusalem beteiligen und habe deshalb eine weitere Spende in Höhe von 500.000 US-Dollar für die Wiederherstellung der „Aedicula“ überreicht. (ende)