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Franz König

Pro Oriente

Brückenschlag zwischen den orthodoxen Kirchen Russlands und Zyperns

Metropolit Hilarion weihte erste „russische“ Kirche der Insel in Episkopi – Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats traf mit Erzbischof Chrysostomos II. und mit dem zypriotischen Präsidenten Nicos Anastasiadis zusammen

Nicosia, 28.03.17 (poi) Brückenschlag zwischen den orthodoxen Kirchen Russlands und Zyperns: Der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), hat in Episkopi auf der geteilten Insel die erste „russische Kirche“ geweiht, die aber kirchenrechtlich der autokephalen orthodoxen Kirche von Zypern untersteht. Metropolit Hilarion verwies darauf, dass sich in den letzten Jahren viele Russen mit ihren Familien auf Zypern angesiedelt haben. Ihnen soll die neue Kirche des Heiligen Andreas und aller russischen Heiligen in Episkopi dienen; die Göttliche Liturgie wird dort in kirchenslawischer Sprache zelebriert, die Predigt erfolgt auf russisch und griechisch.

Im Rahmen seines Zypern-Besuchs kam Metropolit Hilarion am Montag sowohl mit dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Zypern, Erzbischof Chrysostomos II., als auch mit dem zypriotischen Staatspräsidenten Nicos Anastasiadis zusammen. Anastasiadis erinnerte daran, dass Russland und Zypern nicht nur durch gute Beziehungen der Politiker verbunden seien, sondern auch durch die viel tiefer gehende Freundschaft zwischen den beiden Völkern und ihren Kirchen. Die Weihe der Andreaskirche in der Metropolie Tamassos – deren Metropolit Isaias (Kykkotis) bei der Begegnung im Präsidentenpalast in Nicosia anwesend war - bedeute eine große Freude für alle Zyprioten. Im Hinblick auf die andauernde Teilung der Insel drückte Metropolit Hilarion seine Hoffnung aus, dass es möglich sein werde, eine gerechte Lösung zu finden, mit der die Identität des Volkes von Zypern bewahrt wird. Präsident Anastasiadis verwies darauf, dass er es im Sinn der historischen Tradition der Insel als Verpflichtung ansehe, für die christliche Präsenz in der ganzen nahöstlichen Region einzutreten. In diesem Zusammenhang sei die Haltung der russisch-orthodoxen Kirche von großer Bedeutung.

Erzbischof Chrysostomos II. erklärte sein besonderes Interesse an der Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit dem Moskauer Patriarchat, vor allem im Bereich von Bildung und Erziehung. Dabei gehe es ihm vor allem um eine Intensivierung des Studentenaustausches und um die Ermutigung der zypriotischen orthodoxen Theologen, sich die Erkenntnisse russischer Theologen im Hinblick auf die drängenden Gegenwartsprobleme zu eigen zu machen.

Die Weihe der Andreaskirche in Episkopi erfolgte durch Metropolit Hilarion am 26. März. In Konzelebration mit Metropolit Isaias (Kykkiotis) und Erzbischof Amvrosij (Jermakow), dem Rektor der Theologischen Akademie St. Petersburg, feierte Metropolit Hilarion die erste Göttliche Liturgie in der neuen Kirche. Bei dem Gottesdienst beteten auch Metropoliten aus Syrien, Serbien, Bulgarien und Griechenland mit. Metropolit Hilarion betonte die besondere Bedeutung Zyperns in der Geschichte der frühen Kirche. Hier seien der Heilige Apostel Paulus und sein Schüler Barnabas, der Heilige Evangelist Lukas und im Verlauf der bewegten Geschichte Zyperns unzählige Heilige und Märtyrer tätig gewesen. Zugleich gebe es auf Zypern zahllose orthodoxe Heiligtümer und Wallfahrtsziele. Die Weihe der Andreaskirche sei ein Zeichen der „eucharistischen und spirituellen Einheit“ zwischen den Kirchen Russlands und Zyperns, stellte der Metropolit fest. Es sei seine Hoffnung, dass es bald weitere „russische“ Kirchen auf der Insel geben werde. In diesem Zusammenhang besuchte Metropolit Hilarion noch am Sonntag die Baustelle der Nikolauskirche in Limassol, die ebenfalls den russischsprachigen Gläubigen dienen wird. (ende)