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Franz König

Pro Oriente

Ökumenischer Patriarch Bartholomaios I. wird im April Taize besuchen

Zuvor absolviert der Patriarch von Konstantinopel einen Pastoralbesuch in der Westschweiz im Zeichen des 50-Jahr-Jubiläums des Orthodoxen Zentrums in Chambesy

Lyon-Genf, 30.03.17 (poi) Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., wird am 25. April die Mönchsgemeinschaft von Taize in Frankreich besuchen. In Taize – unweit von Cluny - hatte Frere Roger Schutz (1915-2005) seine ökumenische Bruderschaft begründet, die heute weltweit aktiv ist, vor allem mit dem „Pilgerweg des Vertrauens“. Der Patriarch wird bei seiner Ankunft von Frere Alois, dem derzeitigen Prior der Gemeinschaft, empfangen werden und um 12 Uhr am täglichen gemeinsamen Gebet in der Versöhnungskirche (Eglise de la reconciliation) teilnehmen. Bei diesem Gebet sind immer Jugendliche aus aller Welt versammelt. Am Ende des Gebets wird Bartholomaios I. eine Ansprache halten. Obwohl es sich um den ersten Besuch des Patriarchen in Taize handelt, waren die Beziehungen zwischen Bartholomaios I. und der Gemeinschaft immer sehr tief. Es gab mehrere Begegnungen zwischen dem Ökumenischen Patriarchen und Frere Roger (der am 16. August 2005 im Alter von 90 Jahren von einer jungen Rumänin beim Abendgebet erstochen wurde). Journalisten, die über die Begegnung des Patriarchen mit der Gemeinschaft von Taize berichten wollen, sollen sich bis 22. April anmelden.

Die Pilgerfahrt nach Taize bildet den Abschluss eines Pastoralbesuchs des Patriarchen in der Westschweiz. Im Rahmen dieses Pastoralbesuchs wird der Ökumenische Patriarch an den 50-Jahr-Feiern des Orthodoxen Zentrums von Chambesy bei Genf teilnehmen. Das Ziel des Zentrums ist die Förderung des „ökumenischen Geistes“ und der Aufbau von Kontakten zwischen der Orthodoxie und den anderen christlichen Kirchen im Hinblick auf die Förderung der interorthodoxen und christlichen Einheit. Im Gründungsdokument heißt es, das Zentrum solle die christliche Welt über die orthodoxe Liturgie, die Lehre, die Tradition und die Theologie informieren, aber sich auch dem Studium der Theologie und des spirituellen Lebens der anderen christlichen Kirchen wie auch der anderen Weltreligionen widmen. Mit dem 50-Jahr-Jubiläum des Orthodoxen Zentrums wird auch das 20-Jahr-Jubiläum des Instituts für Höhere Studien in orthodoxer Theologie begangen.

Bartholomaios I. trifft am 21. April in Chambesy ein. Am 22. April wird er um 12 Uhr im Orthodoxen Zentrum einen programmatischen Vortrag halten. Auch der Rektor des Instituts für Höhere Studien in orthodoxer Theologie, Prof. Vlassios Phidas, der Schweizer Metropolit Jeremias (Caligiorgis), der Vertreter des Ökumenischen Patriarchats beim Weltkirchenrat in Genf, Metropolit Job (Getcha), sowie Prof. Konstantin Delikostantis (er spricht über den „Patriarchen der ökologischen und sozialen Verantwortung“) werden zu Wort kommen. Am Sonntag, 23. April, feiert Bartholomaios I. die Göttliche Liturgie in der Pauluskirche von Chambesy. Am 24. April wird der Patriarch in Fribourg zunächst in der Nikolauskathedrale begrüßt werden, um die Nikolaus-Reliquien der Westschweizer Kathedrale im Gebet zu verehren, anschließend empfangen ihn die Rektorin der katholischen Universität, Prof. Astrid Epiney, und der Dekan der Theologischen Fakultät, Prof. P. Luc Devillers. Um 18.30 Uhr ist ein öffentlicher Vortrag des Ökumenischen Patriarchen in der Aula der Universität vorgesehen. (ende)