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Franz König

Pro Oriente

Pastoralreise von Patriarch Kyrill I. nach Taschkent verschoben

Moskauer Patriarch hätte von 21. bis 25. April nach Usbekistan reisen sollen

Moskau-Taschkent, 18.04.17 (poi) Die Pastoralreise des Moskauer Patriarchen Kyrill I. nach Usbekistan wird wahrscheinlich erst im Mai/Juni stattfinden. Dies verlautete aus diplomatischen Kreisen in Moskau, wie „Interfax-Religion“ berichtet. Die Pastoralreise hätte ursprünglich von 21. bis 25. April stattfinden sollen, wurde aber jetzt „auf Grund besonderer Umstände“ auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.

In Usbekistan gibt es an die 50 russisch-orthodoxe Pfarrgemeinden und drei Klöster. Die Hauptstadt Taschkent ist Sitz eines Metropoliten – derzeit Wikentij (Morar) -, der für die ganze Metropolitanregion Zentralasien zuständig ist. Die orthodoxe Kirche kann im heutigen Usbekistan auf eine lange Tradition zurückblicken. Zwar waren die meisten Christen in Zentralasien vor der bürokratisch durchorganisierten Ausrottungskampagne von Timur-Lenk („Tamerlan“) Angehörige der Apostolischen Kirche des Ostens oder der syrisch-orthodoxen Kirche. Es gab aber bereits in der Spätantike auch orthodoxe Gemeinden in den großen Städten Zentralasiens. Diese Gemeinden wurden später durch orthodoxe Christen verstärkt, die von den muslimischen Machthabern aus Syrien nach Zentralasien transferiert wurden. Über viele Jahrhunderte (bis zum Ende des 14. Jahrhunderts) bestand ein eigenes orthodoxes Katholikosat von „Romagyris“, das dem orthodoxen Patriarchat von Antiochien zugeordnet war. Sitz dieses Katholikosats war Taschkent. Die orthodoxen Christen, die zu diesem Katholikosat gehörten, waren einerseits Einheimische (die sogdisch, eine indo-arische zentralasiatische Sprache verwendeten), andererseits Nachfahren der Zwangsemigranten aus dem oströmischen Orient sowie Alanen (die mit dem heutigen Volk der Osseten identisch sind). Durch Tamerlan erlosch das Christentum im Gebiet des heutigen Usbekistan, kehrte aber durch die russische Präsenz im 19. Jahrhundert zurück. Nach der Unabhängigkeit Usbekistans haben allerdings viele orthodoxe Christen die zentralasiatische Republik verlassen und sind in die Russische Föderation übersiedelt. (ende)