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Franz König

Pro Oriente

Papst kommt als „Freund, Bote des Friedens und Pilger“ nach Kairo

Videobotschaft von Papst Franziskus im Hinblick auf seinen bevorstehenden Ägypten-Besuch am 28./29. April veröffentlicht

Vatikanstadt-Kairo, 25.04.17 (poi) Papst Franziskus besucht Kairo als „Freund, Bote des Friedens und Pilger“, heißt es in einer Videobotschaft an die Ägypter, die am Dienstag – dem Fest des Heiligen Markus, eines der vier Evangelisten und ersten Patriarchen von Alexandrien – veröffentlicht wurde. In dem Video grüßt Papst Franziskus das „geschätzte ägyptische Volk“ und erinnert daran, dass Ägypten nicht nur die Wiege der Kultur ist, sondern auch einen tiefen biblischen Bezug hat, weil dort „Gott, der Gütige und Barmherzige, der Allmächtige und Eine, seine Stimme hören ließ“. Es sei für ihn eine Ehre, jenes Land zu betreten, das „Fluchtort der Heiligen Familie“ war, so Franziskus. Namentlich bedankt sich der Papst bei Präsidenten Abd-el-Fattah al-Sisi sowie dem koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. für die Einladung. Auch der Großimam der Al-Azhar, Ahmed al-Tayyeb, wird mit Dankesworten erwähnt. Begrüßungs- und Verabschiedungsformel spricht der Papst in dem Video auf arabisch.

Er wolle, dass der Besuch „eine persönliche Geste des Trostes und der Ermutigung für alle Christen im Nahen Osten sei“, so der Papst.. Es gehe ihm um „eine Botschaft der Freundschaft und Wertschätzung an alle Einwohner Ägyptens und der gesamten Region; eine Botschaft der Brüderlichkeit und der Versöhnung an alle Söhne und Töchter Abrahams, insbesondere an die islamische Welt, in der Ägypten eine führende Stellung einnimmt“. Es sei sein Wunsch, „dass dieser Besuch auch ein wirksamer Beitrag zum interreligiösen Dialog mit der islamischen Welt sowie zum ökumenischen Dialog mit der verehrten und geliebten koptisch-orthodoxen Kirche sei“.

Im Hinblick auf die allgemeine politische Situation stellt Papst Franziskus fest: „Unsere Welt, die von blinder Gewalt zerrissen wird, die auch das Herz eures geschätzten Landes getroffen hat, braucht Frieden, Liebe und Barmherzigkeit; sie braucht Menschen, die Frieden stiften, und solche, die frei sind und befreien; mutige Menschen, die von der Vergangenheit lernen können, um eine Zukunft aufzubauen, ohne sich in Vorurteilen zu verschließen; sie braucht Brückenbauer des Friedens, des Dialogs, der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit und Menschlichkeit“.
Abschließend formulierte der Papst: „Liebe ägyptische Brüder und Schwestern, junge und alte Menschen, Frauen und Männer, Muslime und Christen, Reiche und Arme …, ich umarme euch herzlich und bitte den allmächtigen Gott, euch zu segnen und euer Land vor jedem Übel zu beschützen. Bitte betet für mich! Shukran wa Tahiai Misr! (Danke und es lebe Ägypten)“.

„Der wahre Freund kommt in der Not“

Dass der Papst ein Freund Ägyptens ist, merke man daran, dass er – wie es bei Freunden üblich ist – „in Notsituationen zu Besuch kommt“. Das sagt der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaak Sidrak am Dienstag im Gespräch mit „Radio Vatikan“. Die Katholiken des Landes erwarteten „ihren“ Papst mit Freude, so der koptisch-katholische Patriarch. Es sei ein wichtiger Moment, denn nach den jüngsten Anschlägen bräuchten alle Christen am Nil konkrete Unterstützung - die Solidarität des Papstes sei deshalb „sehr willkommen“. Wörtlich meinte der Patriarch: „Es ist ein sehr schwieriger Moment. Wir brauchen hier Dialog und Unterstützung, um den Frieden zu sichern. Allen terroristischen Anschlägen zum Trotz gibt es so viele Menschen, die für den Frieden arbeiten. Der Heilige Vater vertritt genau jene, die sich in Kairo dann um ihn scharen werden“.

Große Erwartungen hegt der Patriarch im Hinblick auf die interreligiöse Friedenskonferenz in Kairo, bei der auch Papst Franziskus das Wort ergreifen wird: „Ich kann die Dinge nicht vorhersagen, aber ich kann mir nur wünschen, dass diese Konferenz einen Anfang setzt, damit noch weitere konkrete Friedensschritte gemacht werden. Wir brauchen aber nicht nur Kongresse, um Frieden zu schaffen. Was wir also am Freitag erleben werden, ist ein Aufruf an die Welt, gemeinsam für den Frieden einzustehen“.

Nach den jüngsten islamistischen Anschlägen hätten sich die Christen in Ägypten weiter für Versöhnung und Dialog ausgesprochen, „ohne ihre innere Wut zu leugnen“, sagte Ibrahim Isaak Sidrak. Aber es gebe diese Botschaft, die an alle Christen gerichtet ist: Den Weg der Einheit einzuschlagen, um die Zukunft des Landes zu bewahren. Leider gebe es aber viele, „die diesen Weg für Ägypten nicht gehen wollen. Und das sind nicht die Christen“. Zusammen mit vielen Ägyptern sagten die Christen ,Nein' zum Terrorismus und ,Ja' zum Allgemeinwohl, ,Ja' zum Frieden und ,Ja' zum Fortschritt für Ägypten“. (ende)