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Franz König

Pro Oriente

Neuer syrisch-orthodoxer Metropolit für die syrische Djazira

Patriarch Mar Ignatius Aphrem II. nahm selbst die feierliche Amtseinführung in der Kathedrale von Hassake vor – Eindrucksvolle Prozession durch die Straßen der Stadt

Damaskus, 21.08.17 (poi) Für die Djazira, die syrische Ostprovinz zwischen Euphrat und Tigris, wurde ein neuer syrisch-orthodoxer Metropolit ernannt: Mar Maurice Yacoub Amsih, der bisher als Bischof an der Patriarchalkurie in Damaskus tätig war, wo sich sein Aufgabengebiet vor allem auf Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll erstreckte. Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mar Ignatius Aphrem II. nahm selbst am Sonntag in der Georgskathedrale in Hassake die feierliche Amtseinführung des neuen Metropoliten vor. Bei der Liturgie waren in der Kathedrale in der ersten Reihe Repräsentanten aller Machtgruppen anwesend, die sich die Herrschaft über Hassake teilen, auch Militärs und der oberste sunnitische Geistliche der Stadt (nach den Auseinandersetzungen des Vorjahres wird die Hauptstadt der Djazira zum größten Teil von der kurdischen YPG kontrolliert, die meisten Regierungsgebäude in der Innenstadt sind aber nach wie vor in der Hand der Assad-treuen Truppen).

Vor der Amtseinführung gab es eine feierliche Prozession durch die Straßen der Stadt, die Prozession wurde von den christlichen Pfadfindern mit Trommelklängen gestaltet. Zwei Erzbischöfe geleiteten den neuen Metropoliten.

In seiner Predigt unterstrich der Patriarch die Notwendigkeit, „in Wort und Tat“ einmütig zu sein. Aufgabe des neuen Metropoliten sei es, die syrisch-orthodoxen Christen der Djazira zu „einem besseren Leben und spirituellem Wachstum“ zu führen. Metropolit Mar Maurice dankte dem Patriarchen für sein Vertrauen und lud die Gläubigen zum Gebet um Stärke „in diesen schwierigen Zeiten“ ein.

Der frühere Metropolit der Djazira, Mar Eustathios Matta Roham (der von 2006 bis 2013 auch ein Mitglied des Zentralkomitees des Weltkirchenrats war), musste vor einigen Jahren aus dem damals umkämpften Hassake fliehen und lebt seither in Wien.

Die Städte der Djazira verdanken ihre Entwicklung den christlichen Flüchtlingen aus Südostanatolien und Nordmesopotamien, die zwischen 1918 und 1933 in das damals weithin verlassene Gebiet einströmten. Die französische Mandatsverwaltung machte die Ansiedlung der christlichen Opfer des von den jungtürkischen Behörden des Osmanischen Reiches verantworteten Völkermords möglich. (ende)